„Jobben ohne Grenzen“ – Jobcenter im Landkreis Celle schafft Zukunftsperspektiven

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CELLE. „Wir sind stolz auf Euch – seid Ihr es auch!“, mit diesen Worten eröffnet Marcus Fohl, Teamleiter im Jobcenter im Landkreis Celle das Wiedersehen seiner 13 Teilnehmer vom Projekt „ Jobben ohne Grenzen“. Gemeinsam mit Projektkoordinatorin Maike Himmelreich vom Jobcenter im Landkreis Celle und dem örtlichen Bildungsträger konfides bekamen ungelernte Teilnehmer die Chance, in einem Hotel oder Restaurant zu arbeiten – und das im Ausland. Das Ziel: Die jungen Bewerberinnen und Bewerber sollen sich persönlich weiterentwickeln und Erfahrung im Gastronomiebereich sammeln. Drei Monate Vorbereitungszeit in Celle und weitere drei Monate Saisonarbeit in Österreich haben sich ausgezahlt: 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nun die Zusage für einen festen Job oder eine Ausbildung, die meisten von ihnen hier im Landkreis.

Kai Büscher, Jessica Waigum und Alexander Beyer

Kai Büscher war viele Jahre arbeitssuchend. Die Arbeit im Ausland habe ihm die Augen geöffnet, sagt er. „Ich war einfach mal eine Zeit lang hier raus – und ich wurde gebraucht! Teamwork war alles!“ Genau deshalb hat es der 38-Jährige bis zum Schluss geschafft. Sein Durchhaltevermögen wird belohnt: Schon in diesem Monat beginnt er nach langer Arbeitslosigkeit einen sozialversicherungspflichtigen Job in Celle, ein Riesenerfolg. „Für unsere örtlichen Arbeitgeber ist das Projekt ein Beweis, dass die Bewerber auch was aushalten“, erklärt Teamleiter Marcus Fohl. Überstunden und eine 6-Tage-Woche seien eine gute Bewährungsprobe. Mit einem solchen Arbeitszeugnis hätten die Teilnehmer beste Voraussetzunge.

„Als ich meine erste Lohnabrechnung in der Hand hielt, hatte ich Tränen in den Augen“, erzählt Alexander Beyer beim gemeinsamen Wiedersehen sichtlich gerührt. 6000 Euro Netto-Gehalt für drei Monate Arbeiten im Ausland waren Anreiz genug, das Projekt konsequent durchzuziehen. Dabei war das alles andere als leicht verdientes Geld: Nachtschichten und Blasen an den Füßen – das alles ohne Familie und Freunde, an einem völlig neuen Ort. Viele Teilnehmer sind zum ersten Mal geflogen. „Das war für sie eine richtige Abenteuerreise! Und jetzt halten die meisten von ihnen einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag in der Hand“, erzählt Maike Himmelreich, Arbeits- und Ausbildungsakquisiteurin (AAQ) vom Jobcenter im Landkreis Celle.

Die grundsätzliche Idee hinter dem Projekt: Den Kunden des Jobcenters sollte die Möglichkeit geboten werden, sich über eine befristete Beschäftigung in Österreich für den inländischen Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Eine dreimonatige Vorbereitungszeit war dabei Voraussetzung für den Arbeitsantritt in Österreich. Mit Unterstützung des Celler Bildungsträgers konfides wurden die Teilnehmer in einem Intensivkurs fachlich an die Gastronomie herangeführt. Auch ein Praktikum mussten sie absolvieren. „So konnten wir die Teilnehmer gleich auf Herz und Nieren prüfen. Wer in der Vorbereitungsphase Einsatz zeigt, der schafft vermutlich auch die Saisonarbeit in Österreich“, erklärt Maike Himmelreich, AAQ. Der Job sei nicht für jeden geeignet, wobei Vorerfahrungen in der Gastronomie nur eine Nebenrolle spielen. „Persönlichkeit, Durchhaltevermögen und Willensstärke sind die wichtigsten Eigenschaften, um erfolgreich an „Jobben ohne Grenzen“ teilzunehmen“, erklärt Marcus Fohl.

Erfolgreich war das Projekt auch für Jessica Waigum. Die 20-Jährige hat bislang kaum Gastronomiekenntnisse sammeln können. Durch die Vorbereitungsphase sie sich konnte jedoch sehr gut auf den neuen Job in Österreich einstellen. Die Mühe hat sich gelohnt. Die junge Frau aus Celle hat gleich zwei Ausbildungsangebote in der Tasche: in Österreich und in Celle. „Obwohl mir der Weg zur Arbeit – durch den hohen Schnee im Dirndl und mit hohen Schuhen – schon ein bisschen fehlt, bleibe ich doch lieber meiner Heimat verbunden“ erzählt Waigum. Auch sie konnte bei einem örtlichen Gastronomiebetrieb mit der Referenz aus Österreich überzeugen. In diesem Sommer beginnt sie eine Ausbildung. „Wir haben die Teilnehmer nun ein halbes Jahr begleitet und jeder von ihnen hat einen großen Sprung gemacht. Alle sind reifer geworden und haben sich persönlich weiterentwickelt, erzählt Teamleiter Marcus Fohl.

Am Ende der Veranstaltung sind sich alle einig: Eine spannende und anstrengende Abenteuerreise geht zu Ende, von nun an stehen sie auf eigenen Beinen. „Dennoch sind wir natürlich auch über das Projekt hinaus für die einzelnen Teilnehmer da“, sagt Himmelreich. „Jobben ohne Grenzen“ geht jetzt in die nächste Runde: „Wir freuen uns auf neue Teilnehmer, die Lust auf dieses Abenteuer haben“, ergänzt Himmelreich. Ab sofort können sich Interessierte direkt bei ihr melden: 05141 961-787.

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