Neues Blockheizkraftwerk auf der Kläranlage Celle

CELLE. Die Kläranlage Celle hat ein neues Blockheizkraftwerk erhalten. Der Grundgedanke für das gesamte Projekt war, neben dem technisch und wirtschaftlich erforderlichen Austausch der Blockheizkraftwerke, den CO² Ausstoß zu verringern. Dazu wurde schon im Jahr 2010 für die Kläranlage ein Klimaschutz-Teilkonzept erstellt. Der daraus entwickelte Maßnahmenplan wurde dann im Jahr 2012 im damaligen Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt und Klimaschutz vorgestellt und verabschiedet.

Ein Projekt dieses Maßnahmenplans war die Erneuerung der Blockheizkraftwerke. Zur Umsetzung des Projektes konnte dann 2013 die erforderliche Bedarfsplanung erstellt werden. Auf der Grundlage der Bedarfsplanung wurde anschließend die Planungsleistung vergeben. Die besondere Schwierigkeit der Maßnahme liegt darin, dass während der Bauzeit „unter Betrieb“ gearbeitet werden muss und sämtliche Ein- und Ausbauten im Bestand erfolgen.

Zusätzlich sei erwähnt, dass nicht nur die Blockheizkraftwerke erneuert werden, sondern auch die gesamte Steuerung für die Energieerzeugung, die Gasregelstrecken, die Gasaufbereitung, die Wärmegewinnung, die Be- und Entlüftung der Motorenhalle und die erforderliche Einrichtung eines Notstromaggregates.

Ziel war es dann, durch Untersuchung von Varianten und Erstellen von Wirtschaftlichkeitsberechnungen, mit der auf der Kläranlage produzierten Gasmenge über den Einsatz moderner Blockheizkraftwerke (BHKW´s), eine wirtschaftliche Energie- und Wärmemenge zur erzeugen. Dieses Ziel musste allerdings auch die Voraussetzung einer möglichst hohen CO² Einsparung erfüllen.

Die benötigten Ergebnisse lagen 2015 vor. Parallel wurden die gesetzlich erforderlichen Anträge an das Gewerbeaufsichtsamt gestellt und die dazu benötigten Gutachten angefordert.

Am 14. Dezember 2015 wurde dann der Fördermittelantrag an die N-Bank gestellt. Es war eine Projektförderung in Höhe von 50 % der Projektkosten bzw. maximal 1,0 Mio. € möglich. Um das Projekt möglichst schnell zu realisieren, ist dann am 15. Januar 2016 der vorzeitige Maßnahmenbeginn beantragt worden. Die Freigabe zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn kam dann am 25. Juli 2016, so dass die vorbereitenden Arbeiten für die Veröffentlichung der Ausschreibung gestartet werden konnten. Am 1. September 2016 hat die Stadt Celle für die „Erneuerung der Blockheizkraftwerke“ auf der Kläranlage Celle, den Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,0 Mio. EUR als nicht rückzahlbaren Zuschuss erhalten. Die Zuwendung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFFRE) über die Förderung von Maßnahmen der Energieeinsparung und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern zur Verfügung gestellt. Die Veröffentlichung der Maßnahme fand am 15. September 2016 statt. Die Vergabe des Auftrags erfolgte in der ersten Sitzung des Betriebsausschusses der Stadtentwässerung Celle am 10. Januar 2017.

Projektanlauf war dann am 2. Februar 2017. Die erste Kilowattsunde konnte am 15. Dezember 2017 erzeugt werden, wodurch der hocheffizient erzeugte Strom in Zukunft Umlagebefreit zum Eigenverbrauch genutzt werden kann, denn nach § 61c EEG 2017 sind Bestandsanlagen von der Zahlung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch befreit, sofern die Inbetriebsetzung bis zum 31. Dezember 2017 erfolgt. Bis auf einige wenige Restarbeiten im Bereich der Hochbauten ist die Maßnahme abgeschlossen.

Die Gesamtkosten betragen ca. 3,1 Mio. Euro. Darin enthalten ist die gesamte Planung, Erstellung der Gutachten, sämtliche Tiefbauarbeiten, der Hoch- und Innenausbau sowie die Maschinen-, Elektro- und Heiztechnik. Die NBANK fördert dieses Projekt mit 1,0 Mio. Euro. Dies ist die Maximale Fördermenge aus dem Programm „Energieeinsparung und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern der Abwasserbehandlung“.

Der Elektrische Wirkungsgrad der alten BHKW’s betrug ca. 34%. Die neuen hocheffizienten BHKW’s haben einen Wirkungsgrad von ca. 43%. Der größere Wirkungsgrad bewirkt eine Erhöhung der Eigenstromproduktion von bisher 1.700.000 kWh/a auf 2.500.000 kWh/a. Diese Erhöhung der Eigenstromproduktion um 800.000 kWh/a ergibt eine Stromersparnis von ca. 160.000 € jährlich und eine CO² Einsparung von ca. 262 t/Jahr und so eine wesentliche Entlastung der Umwelt. Damit wurden alle planerischen Ziele erreicht.

Redaktion
Celler Presse

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