Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen: Haldenabdeckung – der Protest bekommt ein Symbol

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WATHLINGEN. „Die Argumente gegen die geplante Kalihaldenabdeckung in Wathlingen sind erdrückend“, zeigt sich der Vorsitzende der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen, Holger Müller, überzeugt. „Da sind ein mangelhaftes Konzept und immer wiederkehrende Schäden an der „Vorzeigeabdeckung“ in Sehnde. Darüber hinaus eine aktuell schon bestehende Grundwasserversalzung aufgrund zu vermutenden Grundwasserkontaktes der Haldenbasis in Wathlingen. Dazu kommen völlig unzureichende Unterlagen im Planfeststellungsverfahren, wonach notwendige, ja sogar gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen und Prüfungen nach unserer Überzeugung nicht in ausreichendem Umfang durchgeführt werden sollen“, fasst er wichtige Argumente zusammen.

„Diesbezüglich muss der Landkreis Celle als untere Wasserbehörde und hier der Kreistag jetzt handeln und Entscheidungszuständigkeiten an sich ziehen“, fordert Müller. „Die entsprechenden rechtlichen Möglichkeiten hat er! Keinesfalls reicht es aus, nur Forderungen in Richtung LBEG zu stellen, ohne ihnen den notwendigen Nachdruck zu verleihen.“

„Es kommt aber noch schlimmer“, sagt Georg Beu von der BI Umwelt Uetze. „K+S hält sich die Art der Abfallstoffe, die tatsächlich auf der Halde abgelagert werden sollen, offen. Die geplante Recyclinganlage für die Aufbereitung des Bauschutts kann nach Kenntnis der Bürgerinitiativen jederzeit und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit genehmigt werden!“ Beu sieht die angebliche Bürgerbeteiligung als bloße Täuschung entlarvt und hält das Vertrauen für verspielt.

„Nachdem in den Stellungnahmen und Einwendungen der Gemeinden, Naturschutzverbände, vieler hundert Bürger und den Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen im Planfeststellungsverfahren viele gute Argumente vorgebracht worden sind, gibt es einen breiten Widerstand gegen das Vorhaben Haldenabdeckung“, sagt Müller. „Das Vorhaben nimmt keine Rücksicht auf die Menschen, die hier leben und ihre Umwelt.“ Müller und Beu zeigen sich von dem breiten Protest beeindruckt. Die Bürgerinitiativen haben deshalb ein Symbol dafür entwickelt.

Ein Kreuz – grau und rot. „Das Kreuz soll deutlich machen, dass sich die Menschen in Wathlingen und den umliegenden Dörfern gegen die geplante Haldenabdeckung, die Schädigung ihrer Umwelt und den massiven Lkw-Transportverkehr durch ihre Dörfer stellen“, erklärt Müller. „Der graue Teil symbolisiert die umweltschädliche Salzhalde, die unbedingt beseitigt werden muss. Der rote Teil symbolisiert das Durchkreuzen der Pläne von K+S, auf eine marode Salzhalde Millionen Tonnen erheblich belasteter Abfälle zu packen.“ „Ebenso muss verhindert werden, dass Produktionsabwässer aus Hessen sowie flüssige Abfallstoffe, wie gering radioaktiv kontaminierte Rauchgasschlämme und Assewasser zur Versenkung in das Grubengebäude nach Wathlingen transportiert werden“, fügt Beu hinzu. Laut Müller und Beu steht das Kreuz aber auch für etwas – nämlich die Beseitigung der Halde, Renaturierung des Haldengeländes, Schutz des Grundwassers, den sicheren Abschluss des Grubengebäudes zum Schutz vor massiven Bodensenkungen und den Schutz des FFH- und Naturschutzgebietes Brand. Daher lautet die Forderung der Bürgerinitiativen „Natur statt Deponie“.

PR