Arbeitskreis zur Häuslichen Gewalt mit neuem Namen

CELLE. Der Unterarbeitskreis „Kinder misshandelter Mütter“ vom „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“ hat sich umbenannt in „Häusliche Gewalt – Hilfen für Kinder“. „Wir wollen, dass der Name und die Hilfen für Kinder deutlicher werden“, so Heike Welzer von der Erziehungsberatungsstelle. Der Unterarbeitskreis ist seit vielen Jahren sehr aktiv, um auf die schwierige Situation für Kinder aufmerksam zu machen und auf die Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen. Kinder sind immer von den Auswirkungen häuslicher Gewalt besonders betroffen.

v.l.n.r.: Silvia Seibel (Kinderschutzbund), Sieglinde Wittmann (Haus der Familie), Detlef Wycisk (Weißer Ring), Heike Welzer (Erziehungsberatungsstelle des LK Celle), Christian Riebandt (Polizei Celle), Kira Lederer (Kinderschutzbund), Anne Wycisk (Weißer Ring), Jeanette Block-Menze (Stadt Celle – Kinderschutz) – es fehlt: Silke Büttner (Stiftung Linerhaus)

2017 sind im Raum Celle 305 Frauen von der „BISS“ Beratungsstelle beraten worden und 354 Kinder waren mittelbar häuslicher Gewalt ausgesetzt. Diese Kinder erleben ihr Zuhause nicht als Schutzraum. In der Regel sind es die Mütter, die den Gewalttätigkeiten der Partner ausgesetzt sind. Diese Situation empfinden Kinder grundsätzlich als schwerwiegende Bedrohung für ihr Leben, denn sie sehen, hören und spüren die Gewalt, auch wenn sie nicht im selben Raum sind. Die Kinder erleben das Schreien der Eltern und es macht ihnen Angst. Sie sind einer extrem angespannten Atmosphäre ausgeliefert, in der die Mutter misshandelt wurde und nicht, wie sie sagt, z.B. gestürzt ist. Kinder werden somit zur Lüge und Verschwiegenheit verpflichtet.

Das erhöht den erheblichen psychischen Druck nochmals und erschüttert das Vertrauen in Vater und Mutter. Wenn Kinder häusliche Gewalt erfahren, ist das immer mit traumatischen Erlebnissen verbunden. Dieses Erlebte hat immer negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern, die aufgearbeitet werden müssen. Die Ängste der Mütter übertragen sich auf die Kinder und sie erfahren, dass die Mütter weder sich, noch die Kinder schützen können. Der Vater, der geliebt wird und eigentlich Sicherheit bieten soll, wird zur unberechenbaren Bedrohung. Kinder können sich aus dieser bedrückenden Situation meistens nicht selbst befreien oder Hilfe holen.

Deshalb sind sie auf den Schutz und die Begleitung der Erwachsenen angewiesen. Betroffene Kinder und Mütter haben die Möglichkeit sich durch Beratung Hilfe zu holen. Auch weitere Angehörige können sich Rat holen, um den Schutz der Kinder zu sichern.

In der akuten Gefahrensituation sollte die Polizei über den Notruf 110 informiert werden. Weitere beratende Hilfen gibt es z. B bei den Jugendämtern von der Stadt Celle Tel. 05141/125102 (bis Ende 2018) und dem Landkreis Celle Tel. 05141/9164343 (ab 2019 gilt für das Jugendamt nur noch diese Telefonnummer), der Beratungsstelle „BISS“ gegen häusliche Gewalt Tel. 05141/214444, den Frauenschutzhäusern Tel. 05141/6633 und Tel. 05141/25788, dem Kinderschutzbund Celle Tel.: 05141/46066, der Erziehungsberatungsstelle Tel. 05141/9164400, dem Kinder- und Jugendtelefon Tel. 116111 und dem Elterntelefon Tel. 0800/1110550 sowie dem Weißen Ring Tel. 0151/55164706.

Hintergrund:
In Celle gibt es bereits seit vielen Jahren den „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt. Um viele Themenfelder, die sich um das Gesamtfeld „Häusliche Gewalt“ ranken, gibt es auch separate Unterarbeitskreise. Einer dieser Unterarbeitskreis (UAK) wurde nunmehr umbenannt. Um diesen Arbeitskreis und dessen Tätigkeiten der Öffentlichkeit näher zu bringen, gibt es neben dem Text in der Anlage auch noch ein Bild mit den im UAK agierenden Personen.

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