Debatte um Atteste für Flüchtlinge in Celle

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CELLE. Durch verschiedene Äußerungen und Zusammenfassungen in den letzten Tagen wurde suggeriert, dass Flüchtlinge aus gesundheitlichen Gründen nicht abgeschoben werden, weil die Psychiatrisch-Psychosomatische Klinik Celle Ausländerinnen und Ausländern leichtfertig Atteste ausstellt, die eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder akute suizidale Tendenzen bescheinigen. In diesem Zusammenhang nimmt Dr. Rainer Brase, Geschäftsführer des Klinikum Wahrendorff, dazu Stellung.

Stellungnahme von Dr. Rainer Brase, Geschäftsführer des Klinikum Wahrendorff:

„Wir behandeln in Celle nur wenige Flüchtlinge. Das Transkulturelle Zentrum des Klinikum Wahrendorff an den Standorten Sehnde-Ilten und Hannover-Linden sowie unsere Intensivstationen tragen das Gros der Flüchtlingsversorgung. Viele Behörden und Leistungsträger fordern im Verlauf der Behandlungen von Flüchtlingen Bescheinigungen über den Gesundheitszustand der Flüchtlinge an. Unsere Ärztinnen und Ärzte kommen dem nach besten Wissen und Gewissen auf der Basis der Angaben der Patientinnen und Patienten und entsprechender eigener Einschätzung nach.

Viele Geflüchtete haben große Belastungen hinter sich. Posttraumatische Belastungsstörungen und Folgeerkrankungen treten bei diesen Patientinnen und Patienten vermutlich häufiger als bei der Normalbevölkerung auf. Akute suizidale Krisen kommen vor.

In der deutschen Erinnerung kennen wir diese Krankheitsbilder. Aus den Erzählungen und dem Leben unserer Elterngeneration, Soldaten, Zivilisten und Flüchtlinge des 2. Weltkrieges. Sie gehören zu den Folgen von Kriegen.

Wir behandeln die sich uns anvertrauenden Patientinnen und Patienten individuell und fachlich kompetent. Dies gilt auch für unsere Atteste. Der Umgang mit diesen Attesten sollte in der politischen Diskussion sachlich geführt werden. Wenn ein Anforderer eines Attestes mit dem Inhalt nicht zufrieden ist, steht es ihm frei, ein weiteres Attest von einem anderen Gutachter einzufordern.“

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