Die 4. Demokratiekonferenz in Celle mit dem Thema: Gewalt in der Sprache – Projektaufruf für das Jahr 2019

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CELLE. „Gewalt in der Sprache – bei Kindern und Jugendlichen“ war das gestrige Thema bei der vierten Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie in Celle, die in der CD-Kaserne stattfand, zu dem die städtische Abteilung Integration und die externe Koordinierungs- und Fachstelle eingeladen hatten. Durch das Programm führte Serpil Klukon, Abteilungsleiterin der städtischen Koordinierungsstelle Integration. 120 begeisterte Gäste und Akteure besuchten die Konferenz. Ihnen wurde ein über zweistündiges, vielfältiges Programm geboten.

In seinem Grußwort unterstrich Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge die gemeinsame Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft, jeder Demokratie- und Menschenfeindlichkeit entschieden und geschlossen entgegenzutreten. Er betonte dabei die Wichtigkeit, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Mitgestaltung einzuräumen. Exemplarisch hob er die erfolgreich im Juni zu ersten Mal in Celle durchgeführte Jugendkonferenz hervor, die vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziell unterstützt wurde.

Anschließend gab Dr. Nils Schuhmacher, Lehrbeauftragter der Universität Hamburg, einen Impulsvortrag und thematisierte die Bedeutung der sprachlichen Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Gewalt in der Sprache sei ein weitverbreitetes Phänomen und schon fast als „normal“ zu betrachten. Anhand von neueren Befunden und empirischer Forschung behandelte Dr. Nils Schuhmacher Fragen, deren Klärung für die Entwicklung pädagogischer Handlungsweisen von Wichtigkeit sei. Nach dem sehr anschaulichen und kurzweiligen Vortrag zu diesem höchst brisanten Thema zeigte die Grundschule Heese-Süd eine nonverbale Übung, wie mit Kindern zu dieser Thematik bereits präventiv gearbeitet wird.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit, bei einem „Gallery Walk“ verschiedenste Praxisbeispiele kennen zu lernen. Hier wurden exemplarisch Celler Präventionsprojekte mit Bezug zum Thema „Gewalt in der Sprache“ vorgestellt. Julia Frenking vom städtischen Fachdienst Jugendarbeit informierte über das an Celler Grundschulen stattfindende Sozial- und Kompetenztraining „Konfliktlotsen“. Das Bundesmodellprojekt der CD-Kaserne gGmbH „SIP – Systemische Interkulturelle Prävention“ stellte die Arbeit mit Kleinkindern in Kindergärten dar. Jan Helmers präsentierte die Arbeit mit Jugendlichen im Jugendtreff der CD-Kaserne „Haus 7“. Außerdem boten die Schulsozialarbeit der Grundschule Heese-Süd, das arbeitsweltbezogene Jugendsozialprojekt „Pro-Aktiv-Center“ der Stadt Celle und die Präventionsarbeit im Bereich Rechtsextremismus ebenfalls der Stadt Celle, den Besucherinnen und Besuchern weitere pädagogische Perspektiven sowie Einsatzbereiche an.

Abschließend hatten alle Gäste und Akteure die Chance bei einer „Fishbowl“ Diskussion teilzunehmen und sich über das Thema auszutauschen. Celler Akteure aus verschiedenen Fachbereichen wie Polizei, Jugendarbeit,

Presse, Schule, Jugendgerichtshilfe berichteten aus ihren jeweiligen Themenbereichen über ihren persönlichen und fachlichen Umgang mit sprachlicher Gewalt. Der Vortrag von Dr. Nils Schuhmacher, der selbst am „Fishbowl“ teilnahm, war Diskussionsgrundlage und Anreiz, Lösungen für einen pädagogischen Umgang bei sprachlicher Gewalt mit Kindern und Jugendlichen im jeweiligen Kontext zu finden. Kai Thomsen moderierte diese lebhafte und anregende Diskussion. Die Akteure des „Fishbowls“ fassten die Diskussion wie folgt zusammen:

– „Gewalt in der Sprache“ ist eine gesellschaftliche Herausforderung und sollte nicht nur an der Jugend festgemacht werden.
– Viele Präventionsprojekte richten sich an Jugendliche und Kinder, diese spiegeln aber nicht die gesamte Gesellschaft wider.
– Die Sprache in Verbindung mit der Lebenswelt eines jeden Menschen schafft Verständnis für das gesprochene Wort. Das sei der Schlüssel für pädagogische Strategien
– Es sei wichtig, die eigene verbale Sprache stetig zu überprüfen, ungeeignete Sprachmuster abzulegen und Vorbild für Kinder und Jugendliche zu sein.

Bei einem gemütlichen Stehimbiss nutzten die Teilnehmenden noch die Möglichkeit, sich auszutauschen und neue Ideen und Anregungen für die Partnerschaft für Demokratie in Celle zu finden.

PR
Fotos: CD-Kaserne gGmbH
Anhang: Projektaufruf für 2019

 



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