Mit „Oh, eine Dummel!“ gegen Rechtsextremismus und Rassismus

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CELLE. Über 70 Gäste hatten sich in der Stadtbibliothek Celle eingefunden, um an der gestrigen Ausstellungseröffnung zu den Aktionswochen gegen Rechtsextremismus teilzunehmen (CP berichtete: https://celler-presse.de/2018/10/22/aktionswochen-gegen-rechtsextremismus-eroeffnet/). Die Wanderausstellung ist nach zweijähriger Deutschlandtour wieder an den „Heimatort“ Celle zurückgekehrt und wird nun in ihrer aktualisierten Form in der Stadtbibliothek gezeigt. Vornan steht das Thema: „Oh, eine Dummel – Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“.

 Schirmherr der Ausstellung ist der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der sich für die Idee begeistert zeigte, das Thema Rechtsextremismus satirisch niederschwellig in Karikatur zu verdeutlichen. Es sei sehr wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und auf der anderen Seite paradox, dass Rechtspopulisten Instrumente der Demokratie nutzen, um gegen diese Stimmung zu machen. Denn es bleibe nicht bei Worten, was unter anderem bei einer Demonstration in Chemnitz deutlich wurde. Für Hass und Gewalt gebe es keine Rechtfertigung. Bei den Demos in Hamburg mit 20.000 und in Berlin mit 240.000 Teilnehmern sei deutlich geworden, wofür die Mehrheit der Bürger wirklich eintritt. Das müsse nicht nur laut geschehen, sondern auch sichtbar gemacht werden.

Auch Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge war von der Ausstellung „Oh, eine Dummel“ beeindruckt, „denn sie kommuniziert nicht nur in Wort und Bild, sondern mit der besonderen Kunstform der Satire und beweist damit die Wehrhaftigkeit von Demokratie, die eben nicht nur durch Verbote agieren muss, sondern sich den satirischen Seitenhieb erlauben darf, um extreme und undemokratische Positionen zu entlarven.“ Nigge: „Toleranz und Weltoffenheit sind Markenzeichen unserer freiheitlichen Gesellschaft. Extremismus , Rassismus und Antisemitismus dürfen bei uns keinen Platz haben.“ Der OB wies auch darauf hin, dass weder rechte Mob, der Jagd auf Ausländer macht, noch der linke Mob, der aus Spaß an Gewalt und Widerstand ganze Stadtteile zum teilweise rechtsfreien Raum macht und Menschen in Angst und Schrecken versetzt, ihre Berechtigung haben.

„Es kommt nicht darauf an, wo wir sitzen, sondern wo wir stehen“, metapherte Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover und spielte auf die Sitzordnung im Landtag an. Es sei sehr wichtig, dass sich die Menschen vom Sofa erheben und deutlich machen, wofür sie stehen und wofür nicht. Es gehe darum, sich nach außen zu öffnen und Farbe zu bekennen – mit dem Namen für die Werte der Nation einzusetzen. Junge Leute könne man nicht mit Belehrung erreichen, es bedürfe eines Konzeptes, damit sich junge Leute mit Sachverhalten auseinandersetzen. Die Stadt Celle könne stolz auf die CD-Kaserne sein, die nicht nur eine „Spaßbude“ ist, sondern mit einem anspruchsvollen Programm ein breites Publikum anspricht.

Die CD-Kaserne gGmbH und der Fachdienst Jugendarbeit Stadt Celle haben in Kooperation mit zahlreichen Celler Akteuren eine Ausstellung gegen Rechtsextremismus kreiert, die zur Aufklärung und Information über jugendgefährdende rechtsextremistische Einflüsse in all seinen Facetten beitragen sollen. In zwei Jahren hat die Ausstellung 5000 Kilometer in Deutschland zurückgelegt und wurde in 30 Städten gezeigt. 25.000 Besucher haben sie gesehen.  Derzeit liegen noch sechs Anfragen aus anderen Standorten vor, erläuterte Kai Thomsen, Projektleiter der Ausstellung und Geschäftsführer der CD-Kaserne. Die Anfragen kommen vorwiegend von Kommunen und Schulen aus Niedersachsen. Die Ausstellung war aber auch bereits in Erlangen, und im nächsten Jahr geht sie nach Dachau.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung „Oh, eine Dummel!“ war eine Herkulesaufgabe. Zunächst mussten die Karikaturen zu der Thematik beschafft werden. Letzten Endes galt es, aus über 600 satirischen Zeichnungen die herauszusuchen, die am besten zu der Ausstellung passen. Dazu hatten Linda Anne Engelhardt und Philipp Perschel vom Ausstellungskuratorium einige Wochen zu knabbern. Schließlich einigte sich das Kuratorium auf 65 Vorschläge, die nun in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek noch bis zum 3. November 2018 ausgestellt sind. Die Ausstellung wird umrahmt von einem vielseitigen Programm, s Link:

https://celler-presse.de/2018/09/21/aktionswochen-gegen-rechtsextremismus-an-vielen-orten-in-celle/

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler-presse.de

 





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