Angeregter Austausch über eine vielfältige Bildungslandschaft

CELLE. Die IGS ist eine ersetzende, keine ergänzende Schulform – doch welchen Stellenwert nimmt sie in der Celler Bildungslandschaft ein? Der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) traf sich am 05.12.2018 in den Räumen der IGS Celle, um dies zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei auch die gymnasiale Oberstufe an der IGS.

Den anwesenden Vorstandsmitgliedern und interessierten Gästen aus Schule und Kommunalpolitik wurden viele Informationen geliefert, die auch als Anregung für die kommende Antragsdiskussion dienen können. Isabel Rojas Castañeda (GEW) und Andreas Meisner, Landesvorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG), stellten dar, was das Lernen an einer IGS kennzeichne: Diese Schulform stehe für ein anderes Lernbild ohne „Sitzenbleiben“ oder „Abschulen“, jede und jeder müsse mitgenommen werden. Dadurch werde Gesellschaft anders gelebt, die soziale Herkunft trage zum Beispiel weit weniger zum Bildungserfolg bei und mehr Schülerinnen und Schülern werde der Weg zum Abitur geöffnet.

Beide Experten waren sich einig: Der Besuch einer gymnasialen Oberstufe sollte auch an der IGS Celle möglich sein. Findet nach Jahrgang 10 ein Schulwechsel statt, so bedeute dies immer einen Bruch und möglicherweise ein Scheitern auf dem Weg zum Abitur: „Man muss sich an seiner Schule heimisch fühlen, Vertrauen zu den Pädagoginnen und Pädagogen haben, um erfolgreich lernen zu können“, betonte Isabel Rojas Castañeda. Gleichwohl könne die Oberstufe an der IGS auch Chancen für Kooperationen mit anderen Gymnasien bieten und deren Kursangebot erweitern. Auch wenn oftmals ein anderer Fokus das Unterrichten bestimme, so müssen die Schülerinnen und Schüler an der IGS doch dasselbe leisten, denn die Abschlussprüfungen sind zentral organisiert und damit an allen Schulformen identisch.

Die IGS Celle mache gute Arbeit, lobte Andreas Meisner. Dies sei auch über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Gerade die Digitalisierung, die den Unterricht an der IGS kennzeichnet, könne das Oberstufenangebot im Landkreis Celle erweitern. Celler Wirtschaftsbetriebe lobten die Kompetenzen, die IGS-Schüler schon jetzt mitbringen. Hier liege ein tolles Konzept vor, das bleiben müsse, um das vielfältige Bildungsangebot zu erhalten. Ohne eine gymnasiale Oberstufe bestehe jedoch immer die Gefahr, dass die IGS diese vorbildliche Arbeit nicht fortführen kann, wenn Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer wegen des fehlenden Angebots abwandern.

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