Familienfreundlich und mobil: Celle dreht am (Fahr)Rad!

CELLE. „Wir erfinden das (Fahr)Rad zwar nicht neu, aber wir tun jetzt eine Menge mehr für den Radverkehr in Celle“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Das gehört für mich einfach zum Markenkern einer familienfreundlichen Stadt!“ Als eine Grundlage dient dazu die im vergangenen Jahr gestartete Umfrage „Für ein noch fahrradfreundlicheres Celle“. Über 40 Bürgerinnen und Bürger haben sich daran beteiligt und der Verwaltung über 100 Hinweise gegeben.

Testeten die Luftpumpe am Alten Rathaus: Stadtbaurat Ulrich Kinder (vorne), Andreas Jürß (hinten links) und Jörg Frohnert.

Rund 330.000 Euro stehen im Topf für den Radverkehr für 2019 zur Verfügung und damit haben Stadtbaurat Ulrich Kinder und sein Team, das sind unter anderem der Fahrradbeauftragte Andreas Jürß und Jörg Frohnert als Fachdienstleiter Verkehr, jede Menge vor.

So zum Beispiel am Südwall. Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Arno-Schmidt-Platzes sollen auch die Radler zum Zuge kommen. Im Südwall-Parkhaus werden von den Stadtwerken für Fahrradtouristen Abstellplätze mit Fächern zur Gepäckaufbewahrung eingerichtet. Der Clou: Alle sind, ganz im Zeichen der E-Mobilität, mit E-Ladesäulen ausgestattet. Die Gepäckaufbewahrung wird von der Celle Tourismus und Marketing GmbH (CTM) verwaltet und beworben.

Auf dem Bahnhofsplatz soll das bisherige Bild von wild abgestellten Drahteseln der Vergangenheit angehören. Dafür sorgt eine sogenannte „Doppelstock-Parkanlage“. Dort, wo bereits jetzt Fahrradständer zur Verfügung stehen, also hinter dem Taxistandplatz, wird es künftig Kapazitäten für 326 Zweiräder auf zwei Ebenen geben. Das sind 150 mehr als bisher.

Die nötigen Mittel dafür wurden über den „Kommunalen Klimaschutz“ beim Bund eingeworben. Losgehen soll es mit der Erweiterung ebenfalls im Sommer.

Platte Reifen sind in Celle ab sofort kein Problem mehr. Die nötige Abhilfe schafft – mitten in der Innenstadt, vielmehr am Eingang des Alten Rathauses -, eine öffentliche Luftpumpe. Ausgestattet mit unterschiedlichen Ventilen für die jeweiligen Modelle, ist hier die sorgenfreie Weiterfahrt garantiert. Kosten (inklusive Aufbau): rund 3.500 Euro.

Natürlich wird seitens der Verwaltung auch in die Zukunft geschaut: „Durchgehende Routen für den Radverkehr aus den abgelegeneren Ortsteilen und das abseits der vielbefahrenen Straßen, sind ein langer gehegter Wunsch von mir“, so der OB. Anderenorts auch als „Fahrradautobahnen“ bekannt, sollen diese Strecken dann aus Garßen/Bostel, Vorwerk/Hehlentor, Groß Hehlen, Wietzenbruch und Altencelle für entspannte Fahrten in die Innenstadt sorgen. Vorhaben, die allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

Nicht zu vergessen die Schutzstreifen für Radler, wie sie unter anderem schon am Schlossplatz oder im Alten Bremer Weg installiert wurden. Im Fokus liegt hier besonders die Wittinger Straße, wo Tag für Tag viele Schülerinnen und Schülern unterwegs sind.

So wird die Verwaltung sukzessive dem Radverkehr mehr und mehr Rechnung tragen. Bordabsenkungen, zum Beispiel an der Trüllerstraße im Zuge des Fuhserandweges, zusätzliche Markierungen, wie Fahrradpiktogramme in der Magnusstraße, können zeitnah umgesetzt, große Maßnahmen, wie die geplante Fahrradstraße Fritzenwiese, liegen in greifbarer Zukunft.

Über den Stand der Einzelmaßnahmen wird zu gegebener Zeit informiert! „Vorschläge unserer Bürgerinnen und Bürger sind uns nach wie vor willkommen“, wirbt der OB. Auf der Seite des Fahrradbeauftragten unter www.celle.de können Ideen und Verbesserungen über den online-Fragebogen direkt ins Rathaus gesendet werden.

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Foto: Stadt Celle

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