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„Neuntes Norddeutsches Sternwartentreffen in Hermannsburg“

HERMANNSBURG. Am Sa., 01.06., konnte der Verein Sternwarte Südheide e.V. über 50 Besucher aus ganz Norddeutschland in der Aula des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg zum neunten Norddeutschen Sternwartentreffen (NST) begrüßen. Diese jährlichen Treffen der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) dienen astronomischen Vereinen zur Vernetzung und zum Austausch rund um die Vereins- und Öffentlichkeitsarbeit.

Auf solchen Fishbowl-Aufnahmen erkennt man Regionen ungeschickter künstlicher Beleuchtung schnell

„Wir brauchen in Deutschland Jugendliche, die motiviert sind, naturwissenschaftliche Berufe ergreifen – Sternwarten können dazu einen wichtigen Beitrag leisten“ betonte Andre Bock, Vorsitzender des Niedersächsischen Kultusausschusses bei der Eröffnung der Veranstaltung. Das kann aber nur gelingen, wenn die Vereine, Kommunen und Schulen zusammenarbeiten. Wie die Gemeinde Südheide da mit gutem Beispiel voranging, beschrieb Axel Flader in seinen Grußworten zu Beginn, denn auch die Sternwarte in Hermannsburg konnte erst durch die gemeinsamen Bestrebungen vieler engagierter Akteure realisiert werden. Ein zentraler Impuls war dabei auch von der Radioastronomie-AG des Christian-Gymnasiums gekommen, woran der Schulleiter des Christian-Gymnasiums, Michael Zilk, erinnerte. Er fühle sich geehrt, dass das Treffen hier stattfinden konnte und sei gespannt auf die Veranstaltung. Der Verein Sternwarte Südheide e.V. hatte die Treffen der Nord-Gruppe des VdS, an denen Kontakte geknüpft und Erfahrungen rund um Astronomie und die Öffentlichkeitsarbeit austauscht werden, bereits im letzten Jahr in Bremen kennenlernen dürfen. Dieses Jahr waren sie nun mit freundlicher Unterstützung durch das Christian-Gymnasium in Hermannsburg selbst Gastgeber.

Petra Petersens Vortrag über die Mondlandung wurde durch Frank Pfeifers selbstgebaute Raketenmodelle noch bereichert
Thomas Biedermann erklärt den Besuchern die Steuerung des vollbeweglichen 4 m-Radioteleskops

Michael Schomann (Sternfreunde Braunschweig-Hondelage e.V.) gab zunächst einen Überblick über die aktuellen Ereignisse und Veranstaltungen der Regionalgruppen der VdS. Besonderes Augenmerk legte er dabei auch auf die Jugendarbeit und lud Interessierte zu einem Innovationsworkshop im kommenden Herbst ein. Im Anschluss daran stellten Vertreter der verschiedenen Vereine Projekte und Neuigkeiten aus ihrer aktuellen Arbeit vor. So berichteten zum Beispiel die Vortragenden aus Lübeck und Langwedel vom erfreulichen Wiederaufbau bzw. gelungenen Umzug ihrer jeweiligen Sternwarten. Als jüngstes Mitglied in der Runde konnte der 2018 gegründete Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e.V. begrüßt werden. Dr. Andreas Hänel erklärte in seinem Vortrag, wie sich die International Dark Sky Association (IDA) für den Schutz des Nachthimmels einsetzt. Dazu vergibt sie Zertifikate an Regionen, die sich dem Thema „Lichtverschmutzung“, unnötiger, künstlicher Beleuchtung, in besonderer Weise annehmen. Dazu müssen eine Reihe von Kriterien, an die Region und insbesondere die Straßenbeleuchtung gestellt. Dr. Hänel beschrieb aber auch, wie jeder einzelne bereits mit einfachen Maßnahmen wie der Installation von Bewegungsmeldern, Zeitschaltuhren und Abschirmungen dazu in positiver Weise beitragen kann. Denn übermäßige nächtliche Beleuchtung stört nicht nur beim „Sternegucken“, sondern hat auch negative Auswirkungen auf die Tierwelt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neunten Norddeutschen Sternwartentreffens in Hermannsburg

Ein besonderes Highlight war auch der Vortrag von Andrea Sittig-Kramer aus Uelzen, die von ihrem Mitflug beim SOFIA – dem Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie berichtete. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Boing 747, in der sich Teleskope für den Einsatz im optischen und im infraroten Messbereich befinden. Durch ein Auswahlverfahren hatte sie sich zuvor zusammen mit drei weiteren Lehrkräften für einen Mitflug in den USA qualifiziert. Der zweite Fachvortrag des Tages widmete sich dem Jubiläum der Mondlandung. Angefangen von der Entstehung unseres Erdtrabanten, über den Sputnik-Satelliten hin zu der Reihe der Apollo-Missionen zeichnete die Vortragende Petra Petersen darin sehr detailreich den Weg der Menschheit zum Mond nach.

Im Anschluss an die Vorträge konnten die Besucher dann noch die Sternwarte in Hermannsburg besichtigen. Die optische Beobachtungsstation, die zuvor in Langwedel stand, ist seit 2017 im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen im Einsatz. Auch das vollbewegliche 4 m-Radioteleskop und seine Messmöglichkeiten begeisterte die Besucher. Einen gemütlichen Ausklang fand der Tag dann beim gemeinsamen Abendessen.

Weitere Informationen zur Astronomie und weiteren geplanten Veranstaltungen des Vereins Sternwarte Südheide e.V. finden Sie auf der Homepage www.sternwarte-suedheide.de.

PR
Fotos: Julia Bienert, Michael Schomann, Ulrich Aulenberg, Karl Engeldinger





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