„Glasfaserinternet für Nienhagen“ und „Frauen und Rente“ Thema beim letzten Info-Nachmittag des SoVD Ortsverbandes Nienhagen

NIENHAGEN. Über einen vollen Saal freute sich der SoVD Ortsverband Nienhagen beim letzten Info-Nachmittag. SoVD Frauensprecherin Hannelore Buls vom Kreisverband Harburg-Land, stieß mit ihrem Vortrag zum Thema „Plötzlich allein – Rente zu klein“ offensichtlich auf großes Interesse. Doch vorher informierte Jan Stelzer von der SVO die Anwesenden über Glasfaserinternet für Nienhagen. Die SVO als regionaler Grundversorger ist seit kurzem in Nienhagen in der Vorvermarktung für den Glasfaserausbau aktiv.

Die SVO hat zugesagt, dass wenn sich mindestens 40% der Haushalte bis zum 30. Juni 2019 für einen Glasfaseranschluss entscheiden, der Ort ausgebaut wird. Jan Stelzer wies auch auf die Vorteile des schnellen Internets für ältere Menschen hin. Der für viele wichtige Hausnotruf profitiert davon und auch Telemedizin wird wegen des Ärztemangels auf dem Land in Zukunft durchaus mal ein Thema sein. Außerdem trage ein Breitband-Anschluss zur Wertsteigerung von Immobilien bei; bei jüngeren Hauskäufern ist dies ein durchaus wichtiges Entscheidungskriterium. In der Dorfstraße 13 im Informationszentrum der SVO kann man sich beraten lassen. Auch Peter Mahler, Ratsmitglied der Gemeinde Nienhagen, wies darauf hin, dass, wenn, nicht noch viel mehr Haushalte mitziehen als die bisherigen 13%, für Nienhagen eine ganz große Chance vertan wird.

Hannelore Buls, ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Frauenrates und SOVD Frauensprecherin Harburg-Land machte in ihrem anschließenden Vortrag deutlich, dass und warum hauptsächlich Frauen armutsgefährdet sind. Zuerst jedoch erklärte sie, wie eigentlich die Rente funktioniert. An dem Beispiel eines, sein Leben lang voll erwerbstätigen Mannes und dem einer, mit Unterbrechung und später in Teilzeit arbeitenden, Frau erklärte sie die Auswirkungen von Lücken und Teilzeitarbeit auf die Höhe der späteren Rente. Sie ging zudem auf die Frauen-Situation nach Ende einer Ehe ein und zeigte die Auswirkungen des Versorgungsausgleiches bei
Scheidung und der Witwenrente bei Tod des Ehepartners auf. Auch die Mütterrente sprach Hannelore Buls an.

Dass die Rente der Spiegel des Erwerbslebens ist, präsentierte Hannelore Buls anhand aktueller Zahlen. 52% aller Frauen in Niedersachsen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach und davon die Hälfte in Teilzeit sowie 18.5% in Minijobs, d.h. nur 25% aller Frauen haben eine existenzsichere Vollzeitbeschäftigung. Die allgemeine Entgeltlücke zwischen Einkommen und späterer Rente beträgt 21 %, die Einkommenslücke bei Frauen im Lebensverlauf beträgt 48,8% des Männereinkommens. Dass die Altersarmut jede 6. Frau, aber nur jeden 8. Mann betrifft, konnte man sich nach diesen Zahlen sehr gut vorstellen.

Hannelore Buls erklärte, dass der Sozialverband Deutschland schon immer auf die Missstände in der Rentenpolitik aufmerksam macht und sich für eine Verbesserung des Rentenniveaus einsetzt. U.a. haben (vorallem) die Frauen im SoVD zusammen mit anderen Organisationen bereits erreichen können, dass Mütter und Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, zweieinhalb statt bislang zwei Rentenpunkte angerechnet bekommen. Die Frauenbeauftragten im SoVD fordern jedoch die volle Gleichbehandlung der Mütter mit vor und nach 1992 geborenen Kindern mit 3 Rentenpunkten. Gerne beteiligten sich die anwesenden Frauen an der Fotoaktion um zusammen mit Hannelore Buls und der Frauensprecherin des SoVD Ortsverbandes Nienhagen, Roswitha Sartorius, ein Zeichen für die „Gerechte Mütterrente für alle“ zu setzten.

Der leicht verständliche und sehr informativer Vortrag von Hannelore Buls wurde mit viel Beifall bedacht und regte beim anschließenden gemütliche Beisammensein mit Kaffee, Tee und leckerem Kuchen zu vielen Gesprächen an.

PR
Fotos: Hermann Kesselhut

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