Sicherheit im Alltag: „Ohne das DRK wäre vieles nicht möglich!“

UNTERLÜß. Auf die von ihm repräsentierte Organisation trifft es zwar in vielen Fällen auch zu, aber universell wie bei den Adressaten seiner Aussage nicht: „Wir freuen uns immer, wenn Sie um die Ecke kommen“, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Celle, Daniel Dahlke, an die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Celle gewandt. Der Kreisverband hielt Ende November seine Mitgliederversammlung im „Bürgerhaus Südheide“ in Unterlüss ab und hatte sich Gäste von Polizei, Feuerwehr, Landkreis und dem DRK-Landesverband eingeladen. Sie wohnten vor ihren Grußworten einem Streifzug durch die Aufgaben und Inhalte der Hilfsorganisation und des Wohlfahrtsverbandes bei.

Höhepunkt war die Ehrung von Klaus-Werner Bunke und Heinrich Stephan. „Sind 50 Jahre noch zu toppen?“, fragte der Präsident und Moderator des Abends, Ulrich Kaiser, nachdem er „Außenminister“ Klaus-Werner Bunke die „DRK-Urkunde mit Ehrennadel für 50 Jahre treue Unterstützung“ übergeben hatte. Der Unterlüsser machte im Laufe der Jahrzehnte die Kontakte zu den Rotkreuz-Organisationen im europäischen Ausland zu seinem persönlichen Schwerpunkt. Seit 1994 gehört er als Beisitzer auch dem Präsidium an. Ulrich Kaiser würdigte das Engagement Klaus-Werner Bunkes als „etwas ganz Besonderes“, das jedoch in Form der enormen Bandbreite des Wirkens von Heinrich Stephan noch eine Steigerung fand. „Du hast Arbeit geleistet, die wirklich ihresgleichen sucht. Aus den Annalen des Kreisverbandes bist du nicht wegzudenken“, sagte der Präsident als Teil seiner Laudatio, als er Heinrich Stephan die höchste Auszeichnung, die das DRK zu vergeben hat, „das Ehrenzeichen“, überreichte.

Diejenigen, die von beiden Geehrten dem Alter nach weit entfernt sind, fanden sich in großer Zahl auf der Mitgliederversammlung ein. Einer der Jugendrotkreuzler wechselte im Laufe des Abends sogar den Platz, er verstärkte die Reihen auf dem Podium, von wo aus das Präsidium sowie der Vorstand die Zusammenkunft verfolgten. Leon Maahs ist als Vertreter des Jugendrotkreuzes ins höchste Gremium des Verbandes gewählt worden, was ihn nicht daran hinderte, seine Mitstreiter tatkräftig bei der Gestaltung des Unterhaltungsblocks zu unterstützen. Jeder einzelne Grundsatz des Roten Kreuzes birgt einen unschätzbaren Wert in sich und ist unumstößlich, das steht außer Frage. Aber wie lassen sich Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität auf der Bühne präsentieren? Vor diese Herausforderung waren die Heranwachsenden gestellt und zeigten sich ihr gewachsen. Die Nachwuchsrotkreuzler erbrachten mit ihrer Performance den Beweis, dass ihre Kreativität ihrer Bereitschaft, sich karitativ in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, in nichts nachsteht. „Beeindruckender und liebevoller kann man uns die Grundsätze nicht näherbringen“, lobte der Moderator.

Die Vorbereitung der Showeinlage wird einiges an Zeit in Anspruch genommen haben, ließ jedoch übers Jahr verteilt genug Raum für die Vereinsaktivitäten der insgesamt 60 Jugendrotkreuzler im Dienst der Allgemeinheit, über die innerhalb der Tätigkeitsberichte des ehrenamtlichen Engagements referiert wurde.

Die Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes, Mechthild Ross-Luttermann, zeigte sich beeindruckt von der geleisteten ehrenamtlichen Arbeit des Sozialdienstes, der Bereitschaften, in der Erste-Hilfe-Ausbildung, im Rahmen des Blutspendens und der Kleiderkammern sowie des Jugendrotkreuzes, das mittlerweile in sieben Gruppen verteilt auf fünf Ortsvereine aktiv ist. „Das waren aufschlussreiche Tätigkeitsberichte, die zeigen, wie schnell, unbürokratisch und hochprofessionell Hilfe organisiert wird, und einen Eindruck vermitteln, wie groß das Aufgabenfeld von Wohlfahrtsverbänden eigentlich ist“, sagte Ross-Luttmann und zog das Fazit: „Ohne das DRK wäre vieles nicht möglich“. Es sei Zeit und Gelegenheit, danke zu sagen. Und dieser richtete sich auch an die hauptamtlichen Mitarbeiter und den Vorstand, dessen Geschäftsbericht die Innovationen im Bereich des Rettungsdienstes aufgrund des Zuschlags vom Landkreis im Zuge der Neuvergabe in den Fokus stellte. Aber auch in den übrigen Bereichen waren Neuerungen und Wachstum zu verzeichnen. „Die Pflege wird immer größer“, sagte der geschäftsführende Vorstand, Wilhelm Köhler. Zahlreiche Mitarbeiter seien in der Kinderbetreuung hinzugekommen. Der DRK-Kreisverband unterhält im Auftrag der Stadt und anderer Gemeinden Einrichtungen an 20 Standorten für insgesamt 1.075 Kinder. Eine rasante Entwicklung ist im Bereich Haus- und mobiler Notruf abzulesen. „Seit 2012 haben sich die Zahlen der Kunden fast verdoppelt“, führte der Vorstand Ketija Talberga aus.

„Es war ein erfolgreiches Jahr“, stellte denn auch der Präsident Ulrich Kaiser zusammenfassend fest. Und Kreisrat Bernd Niebuhr verlieh dieser „Innenansicht“ nach außen hin Gewicht, indem er fast am Ende der Veranstaltung in seinem Grußwort formulierte: „Ich bin wirklich begeistert von Ihnen und möchte Ihnen ganz förmlich meine Anerkennung aussprechen.“

Anke Schlicht
Fotos: Anke Schlicht

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