DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen zu den Arbeitsmarktfolgen durch die Coronakrise

DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen zu den Arbeitsmarktfolgen durch die Coronakrise

3. Mai 2020 Aus Von Celler Presse

CELLE. Die neuen Arbeitsmarktzahlen zeigen empfindliche Folgen der aktuellen Einschränkungen. Nie zuvor gab es so viel Kurzarbeit in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Celle gingen bis Ende April 2.452 Anzeigen ein von denen 32.772 Personen betroffen sind, sofern die Unternehmen das Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Dazu DGB-Regionsgeschäftsführer Dr. Matthias Richter-Steinke: „Die hohe Zahl der Kurzarbeit schockiert. Sie macht aber auch deutlich, dass sich das Netz der Kurzarbeit einmal mehr bewährt. Überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, soll Beschäftigung gehalten werden. So gelingt es zu verhindern, dass die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen. Der Damm Kurzarbeit hält, wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.“

Weil der Schutz durch Kurzarbeiter-Regelungen kein Selbstläufer ist, hat sich der DGB bei der Bundesregierung massiv dafür eingesetzt, die soziale Folgen der Corona-Krise besser sozial abzusichern: „Dazu zählen zum Beispiel der grundsätzlich verbesserte Zugang zu Kurzarbeit, die neuen Hinzuverdienstmöglichkeiten, der jüngst erzielte Kompromiss zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, ein verlängerter krisenbedingter Arbeitslosengeldanspruch, Verbesserungen beim Kinderzuschlag oder die fairere Behandlung in der Grundsicherung durch die Aussetzung der Vermögensanrechnung und Prüfung der Angemessenheit der Wohnung“, sagt Richter-Steinke.

Und weiter: „Es war dringend nötig, dieses Netz der Sicherung zu spannen, wenngleich wir bei der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und der Absicherung von Eltern deutlich mehr Unterstützung erwarten. Viele Arbeitnehmer machen sich existenzielle Sorgen. Für diejenigen, die bereits seit Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultern, müssen die Hilfen schneller kommen. Gerade bei niedrigen Löhnen und dann, wenn eine tarifliche Aufstockung Fehlanzeige ist, reicht das Geld oft kaum.“

Neben dem enormen Anstieg der Kurzarbeit ist auch die Arbeitslosigkeit bei uns im Agenturbezirk Celle um + 17,2 Prozent im Vorjahresmonatsvergleich auf 10.527 Personen gestiegen. Zudem ist die Zahl der von Hartz IV betroffenen Menschen von 11.509 im März auf 11.688 Personen in Bedarfsgemeinschaften (einschließlich Kinder) im April gestiegen. Gerade in den Branchen mit überdurchschnittlich vielen Minijobs, niedrigen Löhnen sowie fehlender Tarifbindung verdichten sich die Probleme, Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Bezug steigen.

„Jetzt muss alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich die steigende Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit verfestigt. Dazu zählt sowohl die Vorbereitung einer Weiterbildungsoffensive als auch die Investition in neue Ausbildungsplätze. Außerdem kämpfen wir auch für den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze. Jeder braucht eine Chance, auch nach der Krise am Arbeitsmarkt in Guter Arbeit wieder Fuß zu fassen. Das in der letzten Woche vom Bundestag beschlossene ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ muss hierzu seinen Beitrag leisten“, sagt Richter-Steinke abschließend.

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