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Erläuterungen zur Schließung der FIT von Missionsdirektor Michael Thiel

HERMANNSBURG. Unter Celler-Presse.de wurde der offene Brief des Lehrkollegiums der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie (FIT) veröffentlicht. ( https://celler-presse.de/2021/05/03/interkulturelle-theologie-hat-zukunft-fit-moechte-verbleibende-zeit-fuer-gute-ausbildung-und-staerkung-ihrer-netzwerke-nutzen/). Dazu hat nun der Direktor des Ev.-luth. Missionswerks (ELM), Michael Thiel, Stellung genommen. Es wird befürchtet, es könne bei den Leser*innen der Eindruck entstehen, das Ev.-luth. Missionswerk (ELM) habe sich die Entscheidung, die FIT zu schließen, leicht gemacht und nicht alle Möglichkeiten für deren Fortbestand ausgelotet. Hier sind die nachträglichen Erläuterungen im Wortlaut:

„Theologische Ausbildung gehört von Anfang an zu einer wesentlichen Arbeit des Ev.-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen (ELM). Der erste entscheidende Einschnitt in diesem Bereich kam im Jahre 2005 durch das Aktenstück 98 der Landessynode Hannovers. Dort wurde das ELM aufgefordert, zum einen 30 Prozent der Kosten zu senken und zum anderen das Missionsseminar zu schließen. Bei den Überlegungen, wie dieser Aufforderung Folge geleistet werden konnte, kam der Missionsvorstand auf den Gedanken, den Trägerkirchen vorzuschlagen, eine akkreditierte Fachhochschule zu gründen, die einen Beitrag zur wissenschaftlichen Reflexion der Herausforderungen einer globalisierten Welt leisten, neue Konzepte für die theologische Ausbildung bereitstellen und vor allem offen sein sollte, für Menschen aus den Partnerkirchen des ELM und darüber hinaus.

Spätestens seit dieser Zeit wird im gesamten Missionswerk an einer neuen Konzeption gearbeitet, die schließlich 2017 verabschiedet wurde. Das Missionswerk engagiert sich für „Diversitätssensibilität in Kirche und Gesellschaft“ in all seinen Bereichen. „Zu unterschiedlichen Themen bringen wir Menschen in ihrer Verschiedenheit durch Veranstaltungen und durch Austauschformate miteinander ins Gespräch. Mit den ELM-Themen „Gender international“, „Kulturelle Vielfalt international“, „Advocacy international“, „Kirchenentwicklung international“, „Armut und Friedensarbeit international“, „Nachhaltigkeit international“ und „Bildung international“, die wir in der Arbeit mit Partnern und Kirchen in Deutschland verankert haben, sind wir gut gerüstet für eine diversitätssensible Zukunft. Auch in der „Werkstatt ökumenisches Lernen“ und im Arbeitsbereich „Spiritualität weltweit“ geht es um ein interkulturelles theologisch reflektiertes und praktisches Lernen und Ausprobieren. Das ELM ist da mit seinen Angeboten sehr breit aufgestellt und hat sich immer wieder in Frage stellen lassen und neu konzipiert“, beschreibt Michael Thiel, Direktor des ELM, die gegenwärtige Arbeit. 

Die FIT verfolgte dabei das Ziel, „Studierende[n] aus unterschiedlichen Kontexten ein praxisnahes Studium in Themenfeldern der weltweiten Ökumene zu ermöglichen“. Das war genauso wie alle anderen programmatischen Aussagen eines offenen Briefes des Lehrkollegiums der FIT, Teil des Konzeptes, das das ELM verabschiedet hat.

Der weitere Aufbau der Fachhochschule ließ seit spätestens 2018 erkennen, dass große Investitionen in Gebäude und weitere Investitionen in Personal erforderlich würden. Die Trägerkirchen haben das ELM zudem aufgefordert, bei einer mittleren Finanzplanung auch Kürzungen der Zuweisungen durch die Trägerkirchen zu berücksichtigen. Das führt für das gesamte Missionswerk zu erheblichen Einsparungsnotwendigkeiten. In der Umsetzung der mittelfristigen Finanzplanung wurde nach einem längeren Prozess schließlich die Entscheidung getroffen, die FIT zu schließen.

Dieser Beschluss fiel in dem Bewusstsein, dass dies ein schmerzhafter Einschnitt ist, in dem Wissen, dass sonst andere Bereiche geschlossen werden müssten, die für die Kirche ebenso unabdingbar sind und in der Hoffnung, dass Interkulturalität auch auf anderen Wegen in der Kirche verankert werden kann als durch eine Fachhochschule.

Wir haben als Missionsvorstand die Entwicklung der FIT über lange Jahre begleitet, waren stolz darauf, was dort geleistet wurde und hätten diese Arbeit gern weitergeführt. Als deutlich wurde, dass die finanziellen Herausforderungen für das Missionswerk insgesamt und insbesondere für die Fachhochschule enorm waren, sah der Missionsvorstand keine andere Lösungsmöglichkeit als die letztlich vom Missionsausschuss beschlossene.

Alle Versuche, die FIT auch mit Hilfe Sponsoren finanziell auf andere Beine zu stellen und/oder andere Träger zu finden, sind gescheitert. Die Vorgänge sind gut dokumentiert. Inklusive der in dem offenen Brief formulierten Handlungsbitte, das Gespräch mit Evangelischen Mission Weltweit (EMW) zu suchen. Dieses Gespräch hat bereits vor der Entscheidung des Missionsausschusses stattgefunden, da auch die EMW sich mit der Frage von Kürzungen in der Missionsakademie und einer drohenden Schließung beschäftigen musste.“

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