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Grüne fordern fairen Umgang mit Beschäftigten: „Schluss mit Wildwest im AKH“ – AKH weist Vorwürfe zurück

CELLE. Nach wie vor halten die Celler Grünen die Flucht aus dem öffentlichen Tarif im AKH für einen falschen Weg. Der Streit um die Ausgliederung von Bereichen wie Küche, Logistik, Reinigung und Co. eskaliere inzwischen weiter. Zuletzt habe das AKH Gehaltszahlungen an Beschäftigte, die eine Ausgliederung nicht widerspruchslos hinnehmen wollten, einfach eingestellt. Dafür habe es vor dem Arbeitsgericht Celle jetzt einen deutlichen Dämpfer gegeben – das Vorgehen sei nicht rechtens.

„Nicht zu Unrecht wird ein solches Vorgehen inzwischen öffentlich als „Wildwest-Methode“ bezeichnet“, so Anna Boertz vom Stadtverband der Grünen. „Von einem öffentlich verantworteten Unternehmen erwarten wir auch in schwierigen Zeiten ein deutlich angemesseneres Verhalten gegenüber Arbeitnehmer*innen, die teilweise schon über 30 Jahre für das Krankenhaus und seine Patienten tätig waren. Wir fragen uns, wo hier die Vorbildfunktion und konstruktive Lösungsansätze bleiben“, so Anna Boertz weiter, zumal das Krankenhaus auch öffentliche Kredite vom Landkreis erhalten habe. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in nahezu allen Bereichen stehe zudem zu befürchten, dass der Ruf des Krankenhauses als Arbeitgeber für lange Zeit irreparabel geschädigt werde. „Solch ein Verhalten ist eine Missachtung gelebter Mitarbeitendenorientierung, die als Kernelement der AKH-Strategie öffentlich verkündet wird. Damit schadet man auch jenen, die Tag für Tag weiter zum Wohle der Patienten arbeiten.“

Hierzu nimmt das AKH wie folgt Stellung:

„Wir weisen die geäußerten Vorwürfe, dass wir etwa unsere Beschäftigten nicht fair behandeln oder keine konstruktiven Lösungsansätze liefern würden, mit aller Entschiedenheit zurück. 

Wie wir schon mehrfach erklärt haben, ist die Ausgliederung der tertiären Bereiche ein wichtiger Baustein des derzeit laufenden Sanierungsprozesses, um das AKH Celle zukunftssicher aufzustellen und die medizinische Versorgung für die Bevölkerung sowie möglichst viele Arbeitsplätze langfristig zu erhalten. Wir werden somit unserer Verantwortung für die Celler Bürgerinnen und Bürger sowie für alle Beschäftigten der AKH-Gruppe in vollem Umfang gerecht. Diese wirtschaftlich notwendige Entscheidung haben andere Krankenhäuser bereits vor Jahren getroffen.

Aufgrund von Einzelfällen, die in solchen Ausgliederungsprozessen immer wieder auch vor Arbeitsgerichten verhandelt werden können und über deren oftmals vielschichtige Hintergründe öffentlich meist wenig bekannt ist, über „Wildwest-Methoden“ zu schwadronieren, ist in unseren Augen reiner Populismus. Offensichtlich ist den Grünen der tatsächliche Sachverhalt des Falles auch unbekannt; bevor man sich so lautstark äußert, wäre sicherlich zu erwarten gewesen, sich in den aktuellen Fall einzulesen.

Diese durchsichtigen Wahlkampfmanöver schaden dem aktuellen Sanierungsprozess und somit auch den Beschäftigten der AKH-Gruppe. Sollte es seitens der Grünen ein ernsthaftes Interesse an der Zukunft der AKH-Gruppe als eine der größten Arbeitgeberinnen der Region geben, stehen wir jederzeit für sachliche Gespräche bereit.“

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