Anzeige

Klimawandel aus drei Perspektiven – Klimademo: Alle für das Klima! – Part I

CELLE. Die Celler Klimaplattform rief zu einer weiteren Klimademonstration auf, an der sich verschiedene Celler Klimagruppen beteiligen. Fridays for future, Parents for future, BUND, Land in Sicht –Transition, Bürgerinitiative Flotwedel, Verkehrsclub Deutschland und Climate Watch Celle folgen dem Aufruf. Aus der lokalen Politik tauschen sich Dirk-Ulrich Mende (SPD) sowie Bernd Zobel (Grüne) mit Teilnehmern aus und Henning Otte (CDU) beobachtet das Geschehen auf der Stechbahn. Fridays for future senden ein weiteres Signal an die Politik und möchte endlich ernstgenommen werden. Der BUND zeigt auf, was lokal noch im Argen liege und welche Probleme angegangen werden solle. Die Feministische Kampagne „Gemeinsam Kämpfen“ legt dar, welches Geschlecht der Klimawandel habe und auf welcher Grundlage klimaverheerende Entscheidungen getroffen würden. Auf der Stechbahn versammeln sich 200 Menschen, die zuhören und applaudieren.

Für die Sprecherin von Fridays for future sei der Klimaschutz existenziell. Keine der Parteien könne mit ihrem Wahlprogramm die deutschen Klimaziele einhalten laut Institut für Wirtschaftsforschung. Klimaneutralität bis 2045 oder 2050 sei nicht mit Klimagerechtigkeit vereinbar. Sie hätten die Wahl: Scheinlösungen und Klimazerstörung oder Klimapolitik und gesellschaftliche Veränderungen in moderaten Schritten. Sie müssten den Politiker*innen klarmachen, dass es bei dieser Wahl um Zukunft und um Menschenleben gehe, das jetzt schon tagtäglich von den Folgen des Klimawandels bedroht sei. Laut UN-Bericht hätten Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren immer mehr Menschen getroffen (von 3,2 auf 4,2 Milliarden gestiegen). Diese Menschen hätten ihre Heimat verlassen und um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Politik solle endlich handeln und alles tun, um für sie eine lebenswerte Zukunft gewährleisten zu können. Es brauche Menschen, die sich mit ganzem Herzen einsetzen würden für eine demokratische, soziale und klimagerechte Welt.

Susanne Soula Bakas (BUND – Kreisgruppe Celle)

Durch das Klimaschutzgesetz vom 31.08.2021 habe die Kreisgruppe als Anwalt für Natur und Tiere endlich eine gesetzliche Handhabe. Doch derzeit sei keine Wende in Celle sichtbar: Müllberge würden steigen, Artenvielfalt nehme ab, Baumfällungen und Neubauten trotz des Klima-in-Not-Beschlusses der Stadt Celle würden zunehmen. „Der Flächenfraß in Celle muss beendet werden!“ Der entfernte Baumbestand müsse ersetzt werden im Verhältnis von 400 jungen Bäumen zu einem gefällten Baum. Die Flächenversiegelung und das Abholzen von Unmengen an Bäumen zugunsten des Straßenbaus koste den Klimaschutz. Die 4 ha große Ausgleichsflächen gegen 8 ha versiegelte, entwaldete Flächen seien viel zu gering bemessen. Die 9 Meter tief geplante Straße am Kaliberg verursache Grundwasserabsenkung. Häufigere Hochwasser durch den Klimawandel würden auch Celles Stadtteilen drohen. Es brauche Änderungen im bestehenden System. Die Forderungen des BUNDes wären daher: ÖPNV (Fuß, Rad, Bus, Bahn), Erhaltung der Bäume als CO2-Senker sowie Umsetzung der Vorsorgemaßnahmen bedrohter Arten. Aber auch einen vorsorgenden Schutz vor Hochwasser, deutlich größere Ausgleichsflächen für zerstörte Baumbestände und eine echte Klimawende in Stadt und LK Celle.

Fem. Kampagne „Gemeinsam Kämpfen“

Ausbeutung schaffe Unfreiheit. Die Manager von gewissenlosen Großkonzernen wie RWE, Nestle, Rheinmetall & Coca-Cola wären Männer, welche Entscheidungen aus Profitgier auf Kosten der Umwelt treffen ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. Die zehn reichsten Menschen der Erde wären Männer, welche wirtschaftlich und politisch größtenteils das Sagen hätten. Daher trügen sie einen maßgeblichen Anteil an der Zerstörung der Natur. Das System der Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung (Macht und Profitgier) verhindere solidarische, gleichberechtigte und ökologische Lebensweise.  Trotz Kohleausstieg würden Wälder gerodet, Wasser, Luft und Böden vergiftet und damit unser aller Lebensgrundlagen systematisch zerstört. Diese Denkweise schaffe Hierarchie, Unterdrückung, Naturzerstörung und Ausbeutung. Der Fehlschluss, dass der Mensch Natur beherrschen würde und Natur nur als Ressource diene, koste unsere Lebensgrundlagen. Denn tatsächlich wären wir ein Teil der Natur, daher müssten sie diese gut behandeln und schonen. Sie kämpften für einen Wandel zur radikal demokratischen, geschlechterbefreiten ökologischen Gesellschaft. „Wir haben nur eine Erde! Lasst uns gemeinsam für ihren Erhalt kämpfen!“

Da das Thema Klimaschutz so vielgestaltig ist und so viele Redner dazu unterschiedliche Sichten sowie wichtige Inhalte transportieren, werden in den kommenden Tagen zu dieser Klimademonstration weitere Reden veröffentlicht.

Redaktion
Celler Presse






Anzeige


Anzeige