Anzeige

Klimaschutz: „Verlasst Euch nicht auf die Politik!“ – Klimademo: Alle für das Klima! – Part II

CELLE. Bei der Klimademonstration der Celler Klimaplattform am vergangenen Freitag teilen verschiedene Celler Klimagruppen ihre Perspektiven zum Klimawandel und zum Klimaschutz. Climate Watch Celle zeigt Optionen des Klimaschutzes auf, die nachhaltig und vor Ort gut umsetzbar wären. Begleitet von markigen Schlachtrufen und Schlachtgesängen sowie kreativen Aktionen ziehen die Demonstranten zum Neuen Rathaus. Zuvor noch 200 gezählte Teilnehmer versammeln sich am neuen Rathaus 460, die aktiv zuhören und sich austauschen. Beim Rathaus erzählt ein junger Aktivist von Fridas for Future, welche Debatten er in seinem familiären Umfeld er führe und legt dar, welche Gegenargumente ihm begegnet wären.

Climate Watch Celle

„Was dringend gebraucht werde, sind die sofort und im Großen wirksamen Maßnahmen. Beispielsweise müsse die individuelle Mobilität in den Kommunen eingeschränkt werden. Die Stadt Celle könne, so z. B. innerhalb von vier Jahren die Altstadt autofrei und verkehrsberuhigt gestalten. Mit Stärkung von Fuß- und Radverkehr, Ausbau des ÖPNV, Einrichtung eines Personen-Shuttle-Systems sowie Waren-Liefersystem könne Mobilität für alle auch ohne Pkw gewährleistet sein. Auch müsse der Bereich Gebäudewärme und Klimatisierung neu angedacht werden. Gerade hier habe die Stadt Celle in den vergangenen Wohnprojekten wie Allerinsel, Blaues Land oder im Tale Energieeffizienzvorschriften nicht berücksichtigt. Daher müsse die Stadt jetzt schnellstens einen Wärmeplan erstellen. Strenge Neubauauflagen, Sanierung der Altbaubestände unter Nutzung von Geothermie sowie der Aufbau von Wärmenetzen wären nötig. Gerade die Fördermaßnahmen von Land und Bund wäre eine Entlastung für Hausbesitzer und Mieter möglich und wäre auch für Gering- und Normalverdiener familienfreundlich. „Also liebe Mitbürger*innen sorgt dafür, dass sie nicht so weiterwursteln wie bisher!“ 

Die Demo zieht laut und bunt durch die Zöllnerstraße, Schuhstraße, Bergstraße, Mauernstraße und Wehlstraße Richtung Neues Rathaus. Dabei rufen und singen sie Folgendes: „CDU – kein Klimaschutz | SPD – kein Klimaschutz | FDP – kein Klimaschutz | Grünen – kein Klimaschutz | AFD – Scheiße | Klimaschutz selber machen!“ Damit wollten sie, so eine Teilnehmerin, aufzeigen, dass der Bürger sich nicht auf die Politik verlassen dürfe. Die Linke habe man herausgehalten, da sie zwar das ambitionierteste, aber am wenigsten umsetzbare Umweltschutzprogramm hätten, aber keine tragende Rolle bei der Wahl haben werden. „Ölkonzerne – pumpen in der Ferne – zerstören unsere Umwelt – nur für ´nen Batzen Geld – worin wir unsere Zukunft sehen – erneuerbare Energien – das war noch viel zu leise – drum singen wir jetzt lauter!“ Bannerträger skandieren: „Hoch mit dem Klimaschutz – runter mit der Kohle!“ Dabei wird das Banner hochgerissen und wieder gesenkt. Beim Zug durch die Innenstadt wird der Demozug immer länger. In der Wehlstraße legten sich alle Demonstranten auf einem Signal wie tot auf den Boden hin, um auf die für sie lebensbedrohliche oder unmenschliche Situation hinzuweisen. Es sei nicht lange her, dass auch in Deutschland 140 Menschen durch eine Flutkatastrophe gestorben wären und so viele Menschen ihr Zuhause oder ihre Angehörigen verloren hätten. In Gedenken an all die Betroffenen hätten sie dieses „Die-in“ dort eingelegt. Am Rathaus angekommen verteilen sich 460 Teilnehmer in kleinen Grüppchen auf den Rasen vor dem Rathaus. 

Aktivist Fridays for Future

„Dieses Wahljahr sei geprägt von hitzigen Debatten rund um das Klima und der Bundestagswahl. So befürchte ein geschätztes Familienmitglied bei rot-rot-grün den Kommunismus oder noch schlimmer: ein Tempolimit. Die Lastenräder, gefordert von den Grünen, würden künftig die Straßen vollstopfen. Ein Highlight sei das Foto des Wahlzettels mit zwei Kreuzen zu einer Partei, die ungerechtfertigt immer wieder das Volksvertrauen erhalte. Alle Leute unter 30 Jahren seien auf Menschen der älteren Generationen angewiesen, da sie selbst nur 15 % des Wahlvolkes ausmachten. Viele hielten es für ein Naturgesetz: der gute Mensch. Bei Tieren wäre häufig zu erkennen, dass ältere Artgenossen auf die jüngeren achtgeben. Er hoffe, dass die Älteren ihn nicht enttäuschen würden. Trotz geringer Chancen sei Fridays for Future mittlerweile europaweit aufgestellt und hab den Klimaschutz zu einem der relevantesten Themen dieser Zeit gemacht, zu der jeder Stellung beziehen müsse. Alle über 30 sollten mit Weitsicht und Mitgefühl bei der Bundestagswahl abstimmen. Demos wie diese drückten die politischen Ziele der nachwachsenden Generationen aus. „Denn keine Zukunft ist alternativlos außer der Hoffnung!“

Im kommenden Artikel wird Martina Sonnenberg-Ackemann des ökologischen Verkehrsclub Deutschlands aufzeigen, wieviel besser das Rad im Vergleich zum Auto sei und welche Angebote in Celle bereits bestehen würden. Wolfram Steinmetz von Parents for Future ermutigt Menschen, sich aktiv für den Klimawandel einzubringen und zeigt die aktuellen Strömungen in Celle auf.

Redaktion
Celler Presse






Anzeige


Anzeige