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TÜV NORD-Herbsttipps Teil 1 2021

CELLE. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Ölwechsel ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller und Fabrikat, sodass häufig die jährliche Inspektion zur Vorbereitung auf den Herbst und Winter als Anlass genommen wird, wenn der Wechsel ohnehin bald fällig ist. Warum aber ist das so wichtig? Welches Öl ist das Richtige? Und was ist zu tun, sollte sich ein Fleck untern dem Fahrzeug bilden? Marc Schnoor, Leiter der TÜV NORD-Station Celle, gibt wichtige Informationen zum Motoröl.

Damit Verschleiß keine Chance hat

Der Motor besteht aus vielen beweglichen Teilen. Reiben diese direkt aneinander, kann es zu Schäden und Verschleiß kommen – zum Beispiel durch Überhitzung. „Dank des Motoröls wird diese Reibung verhindert und der Motor gekühlt. Zudem dient es als Reinigungsmittel, denn während der Motor in Betrieb ist, können Metallspäne entstehen. Diese kleinen Schmutzpartikel werden durch das Öl gebunden und über den Filter entfernt“, so Marc Schnoor. Nur wenn das Motoröl und die hinzugefügten Zusatzstoffe nicht abgenutzt sind, kann es seine Aufgaben erfüllen.

Der perfekte Zeitpunkt

Wie oft das Öl gewechselt werden muss, ist abhängig vom Fabrikat sowie der Nutzungsintensität und lässt sich den Fahrzeugpapieren entnehmen. Hier ist es zweckmäßig, den Empfehlungen des Herstellers zu folgen. Sie unterscheiden zwischen einem festen und einem dynamischen Ölwechsel-Intervall: nach Laufleistung und Zeitraum. Demnach ist ein Wechsel in der Regel entweder nach bis zu 40.000 gefahrenen Kilometern (bei Diesel-Motoren bis zu 50.000 Kilometern) oder nach zwei Jahren erforderlich. Schnoor rät: „Ist der Motor jedoch starken Belastungen ausgesetzt, zum Beispiel durch viele Kurzstrecken-Fahrten, sollte man das Intervall verkürzen. Hier kann es ratsam sein, einmal im Jahr oder nach 15.000 Kilometern das Öl zu tauschen.“ Zusätzlicher Tipp: Es empfiehlt sich, den Ölstand alle 1.000 Kilometer zu prüfen.

Herstellerfreigabe beachten

Die Auswahl ist umfangreich. Welches Getriebeöl geeignet ist, steht in der Betriebsanleitung des Wagens. Grundsätzlich ist zu empfehlen, sich an die Herstellervorgaben zu halten, da sonst die Garantieansprüche verfallen können. „Wer sich daran hält, ist auf der sicheren Seite, ein Öl mit passender Viskosität zu verwenden. Sie gibt die Zähflüssigkeit bei einer bestimmten Temperatur an, sagt aber zunächst einmal nichts über die Qualität aus“, erklärt der TÜV-Experte. Während Motoröl mit hoher Viskosität höheren mechanischen Belastungen standhalten kann, fließt solches mit geringer leichter und lässt sich somit leichter durch den Motor transportieren. Um die beste Fahrzeugleistung zu erzielen, lohnt sich also der Blick in die Betriebsanleitung.

Pfütze unter dem Auto?

Wer einen Fleck unter seinem Fahrzeug feststellt, denkt meist sofort an Ölverlust. Das muss aber nicht immer der Fall sein. Da es sich dabei auch um Getriebeöl, Hydrauliköl der Servolenkung, Bremsflüssigkeit, Kraftstoff oder Kühlwasser handeln kann, ist es zunächst wichtig, herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Motoröl handelt. Schnoor benennt die Unterschiede: „Man kann die verschiedenen Flüssigkeiten recht gut auseinanderhalten. Motoröl ist schwarz und riecht sehr unangenehm, während das Öl des Handschaltgetriebes meist gelblich ist. Hydrauliköl wiederum ist eher rötlich.“ Bremsflüssigkeit zeichnet sich durch eine bräunliche oder grünliche Färbung, einen auffälligen Geruch sowie die Lage des Flecks in der Nähe eines Rades aus. Diesel lässt sich wiederum an der öligen Konsistenz und der leichten Braunfärbung erkennen, während der stechende Geruch und das regenbogenartige Schimmern auf Benzin hinweisen. Das Kühlmittel lässt sich schließlich anhand eines süßlichen Geruchs, seiner leicht schmierenden Eigenschaften und der bunten Färbung identifizieren. Konnte die Flüssigkeit bestimmt werden, steht nun die Suche nach dem Leck an. Es ist sinnvoll, das Fahrzeug und wenn nötig auch den Motor auf das Gründlichste zu säubern, um eine mögliche Beschädigung nicht zu übersehen. Aber auch mithilfe von Kontrastmittel und einer UV-Lampe kann sie aufgespürt werden. Ist man sich unsicher bei der Suche, kann auch direkt eine Werkstatt aufgesucht werden, die dann im Anschluss den Schaden auch behebt.

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