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Erste Drillingsgeburt des Jahres im AKH Celle: „Wir sind echt happy – und ziemlich müde“

CELLE. Drillingsgeburten sind immer wieder eine besondere Herausforderung – und zwar für die Schwangere und auch das medizinische und pflegerische Personal. Im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle war es jetzt wieder soweit, die erste Drillingsgeburt des Jahres stand an. Fazit: Alles perfekt gelaufen – nach kurzem Aufenthalt auf der Säuglingsstation haben sich die drei neuen Familienmitglieder mittlerweile auch schon gut zu Hause in Hambühren eingelebt.

„Wir haben bereits zwei Kinder – und das sollte eigentlich Kind Nummer drei sein“, sagt die frischgebackene Drillingsmutter Katrin Fraerks und fügt mit einem Lachen an: „Und dann kamen Nummer vier und fünf auch gleich mit dazu.“ Dabei war ihr und ihrem Mann Martin anfangs nicht nach Lachen zu Mute. „Als wir auf dem Ultraschall gesehen haben, dass wir Drillinge bekommen, waren wir zunächst voller Sorge“, erzählt die 40-Jährige. Und das nicht nur wegen der erhöhten Risiken bei Schwangerschaft und Geburt – die Familie fragte sich auch, wie denn wohl der Alltag mit den dann fünf Kindern gemeistert werden könnte. „Als wir dann den Zuspruch der erweiterten Familie und von Freunden spürten, war uns klar: Wir packen das. Und dann konnten wir uns auch richtig freuen.“

Mit zu diesem positiven Gefühl beigetragen habe auch die liebevolle und professionelle Betreuung durch die Praxis Brüggenjürgen und auf den verschiedenen Stationen im AKH, so Fraerks weiter. „Dabei stellt eine Drillingsgeburt Schwangere und auch das medizinische und pflegerische Personal vor besondere Herausforderungen“, sagt Dr. med. Michael Berghorn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Für die werdende Mutter bedeutet es etwa erhöhte Anstrengungen sowie größere Risiken – insbesondere für Frühgeburtlichkeit und Stoffwechselstörungen. Auf der Krankenhausseite müssen etwa Vorsorge und Planung für alle Eventualitäten getroffen werden – alles Weitere rund um die Geburt muss gleichzeitig dreifach geleistet werden.

„Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das AKH auch mit dem sogenannten Perinatalzentrum Level 1 bestens auf solche Situationen vorbereitet ist“, sagt Prof. Dr. Martin Kirschstein, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „In diesem konkreten Fall etwa konnte die Schwangerschaft so lange wie möglich verlängert werden, damit die Frühgeborenen so reif wie möglich zur Welt kommen. Außerdem wurde die Geburt von geburtshilflicher und kinderärztlicher Seite – insgesamt drei Teams aus Schwestern und Ärzten – optimal geplant und ausgeführt.“ Da sich der Kreißsaal in unmittelbarer Nähe der Neugeborenen-Intensivstation befindet, kann auch räumlich eine enge Zusammenarbeit gewährleistet werden.

„Trotz der außergewöhnlichen Situation war es ein wunderschönes Geburtserlebnis. Ich habe mich immer sicher und gut aufgehoben gefühlt – und mein Mann durfte auch dabei sein. Wirklich perfekt“, sagt die frischgebackene Drillingsmutter. Auch aus ärztlicher Sicht klappte alles hervorragend. Übrigens: Im AKH gab es in diesem Jahr bislang 1311 Geburten – davon 34 mal Zwillinge und eben 1 mal Drillinge. Im vergangenen Jahr gab es sogar zwei Drillingsgeburten, im Jahr davor eine.

Dass Drillingsgeburten eine solche Seltenheit sind, hat Familie Fraerks schnell auf verschiedenen Ebenen erfahren müssen. „Wir haben im Internet nach einem passenden Kinderwagen geschaut. Deutschlandweit haben wir lediglich acht gebrauchte Modelle gefunden. Am Ende haben wir 1700 Euro bezahlt“, sagt Katrin Fraerks. Der „große Kinderwagen“ – mit den Drillingen musste auch ein neues Auto her – war dabei noch eine ganze Ecke teurer.

Da freut es die Familie, dass die Unterstützung vom AKH nach der Geburt nicht aufhört. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus sorgt eine strukturierte Nachsorge in Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), den niedergelassenen Kinderärzten und Hebammen dafür, dass sich die Drillinge (übrigens zwei Mädchen und ein Junge) auch zu Hause weiter gut entwickeln.
Andere Hilfsangebote kamen Katrin Fraerks teilweise nicht so strukturiert vor. „Wir hatten gelesen, dass es möglich ist, bei Drillingen Unterstützungsleistungen durch eine Haushalthilfe zur beantragen“, sagt die 40-Jährige. Dafür musste die Familie allerdings „von Pontius zu Pilatus laufen“ – am Ende hat es dann glücklicherweise geklappt. „Da wären auf jeden Fall klarere Regelungen und konkrete Ansprechpartner wünschenswert“, sagt die Familie, die sich schon gut mit den drei neuen Familienmitgliedern zu Hause eingelebt hat. „Wir sind echt happy – und ziemlich müde“, sagt Katrin Fraerks abschließend mit einem Lachen.

PR
Foto: AKH Celle






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