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Streit um die Hakenkreuzglocke hat ein Ende – Informationstafel über die Geschichte des Glockentausches in Faßberg

FAßBERG. Am 27. November 2021 wird in Faßberg vor der Michaelkirche eine Informationstafel über die Geschichte des Glockentausches der Öffentlichkeit übergeben. Damit ist ein vierjähriger und anfänglich heftiger Streit- und Diskussionsprozess, in der niedersächsischen Gemeinde in der Südheide, zu einem guten Ende gekommen. Diese Auseinandersetzung fand Ende 2017 bis Anfang 2019 ein großes mediales Interesse. Nicht nur in der Region und in ganz Niedersachsen wurde über die Glocke und über Faßberg berichtet, sondern auch in den europäischen Nachbarländern gab es Schlagzeilen.

Im Frühjahr/Sommer 2017 wurde in der Pfalz eine Lawine losgetreten. Die pensionierte Musiklehrerin und ehemalige Organistin der Jakobs-Kirche in Herxheim am Berg, Sigrid Peters, hatte öffentlich gemacht, das im Kirchturm eine Adolf Hitler Glocke läutet. In der Folge forderten einige Landeskirchen, unter ihnen auch die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, ihre Kirchengemeinden auf, in ihren Kirchtürmen nach den „Rechten zu sehen“. Im Bereich der Hannoverschen Landeskirche wurde man in Schweringen an der Weser und in Faßberg im Spätsommer des Jahres fündig. Bis 2017 gab es keinerlei kritische Diskussionen über die Gestaltung dieser Kirchen und ihrer Glocken. Dies änderte sich nun. Die Hakenkreuz-Glocken wurden abgeschaltet und es entstanden Diskussionen.

In Faßberg begann eine Auseinandersetzung, als die schweigende Glocke am Buß- und Bettag 2017 wieder in Betrieb genommen wurde. Eine 10-köpfige Gruppe aus der großen Gemeinde entwickelte öffentlichen Protest und forderte die Außerbetriebsetzung. Diskutiert wurde in jeder Familie und auch in der Landeskirche spielte das Thema eine große Rolle. Begleitet von der medial geführten Auseinandersetzung wurde dann im Februar 2018 im Kirchenvorstand der Gemeinde der Beschluss gefasst eine neue Glocke zu gießen. Die Finanzierung übernahm die Landeskirche und im September 2019 wurden die Glocken getauscht. Parallel gab es ab Herbst 2018 einen von der Landeskirche organisierten und moderierten kirchlichen Gesprächskreis zu dem Thema Kirche und Hakenkreuz. Mit der Inbetriebnahme der neuen Glocke entstand die Geschichtswerkstatt Gemeinde Faßberg, die sich zum Ziel gesetzt hat, diese Glockengeschichte aufzuarbeiten und darüber hinaus die ganze Geschichte der großen Gemeinde und der Region zu beleuchten – speziell und im Anfang spielt die Zeit von 1933 bis 1945 die entscheidende Rolle. In die Arbeit der Geschichtswerkstatt sind heute offizielle Vertreter der Gemeindeverwaltung und auch der örtlichen Kirche integriert. Die Gestaltung und das Aufstellen der Informationstafel ist ein erstes gemeinsames und positives Ergebnis dieser offenen und intensiven Zusammenarbeit. Dass das Projekt über ein Jahr bis zum Abschluss benötigte, ist dabei der CORONA – Situation geschuldet.

HDSP






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