Grüne: „Stadt größter Baumvernichter“
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Celle äußert sich zum Thema „Bäume 77er Straße“ : Schon wieder sollen im Rahmen eine Baumaßnahme in Celles Innenstadt gestandene Bäume fallen. Deshalb beantragen die Grünen im Celler Stadtrat die Straßenbäume an der 77er Straße in die noch geltende Vegetationsschutzsatzung der Stadt aufzunehmen und so unter Schutz zu stellen.
„Wir reagieren damit auf die erst kürzlich bekannt gewordene Informationen, dass die stattlichen Roteichen dort als Folge der geplanten Bebauung weichen müssen. Für uns ein absolutes No-Go! Nach dem geplanten Baumfrevel in der Breite Straße droht nun schon die nächste Ignoranz der „Klima in Not – Beschlüsse aus dem November 2019 und dem Februar 2020“, zeigen sich Karin Abenhausen und Stephan Ohl kämpferisch. „Wie sollen wir bis 2030 den CO2 Ausstoß um 55% im Vergleich zu 1990 senken, wenn wir ständig die Entnahme von absolut gesunden Bäumen vorantreiben, zumal die Untere Naturschutzbehörde selbst den Wert der Roteichen sowohl für Stadtbild, Stadtklima und Artenschutz als hoch einschätzt? Denn sie können als Nistplatz, Quartiere und Leitstruktur für Fledermäuse, dienen und vernetzen zusätzlich die Biotopstrukturen zwischen Französischem Garten und Fuhse. „ Warum führen diese Erkenntnisse nicht dazu, dass sich Planungen einfach mal den örtlichen Gegebenheiten anpassen? Warum muss jeder Zentimeter Bautiefe ausgereizt werden mit der Konsequenz völlig unnötiger Baumfällungen? Wann nehmen wir den Klimaschutz endlich ernst in Celle? Warum erweist sich die Stadt mal wieder als größter Baumvernichter in Celle? Wir werden uns weiterhin konsequent für den Erhalt unseres alten Baumbestandes einsetzen und fordern CDU, FDP und Unabhängige auf, ihre Blockadehaltung endlich aufzugeben und in der Realität anzukommen“, hoffen Abenhausen und Ohl auch auf ein Umdenken in Sachen Baumschutzsatzung.
„Wenn die Stadt jetzt noch argumentiert, dass Eicheln als herabfallende Früchte die Radfahrer gefährden, müssen dann zukünftig neben Eichen auch Kastanien und auf dem Land Apfel- und Birnbäume gefällt werden?“ fragt Bauausschuss-Mitglied Karin Abenhausen lakonisch. Ihr Fazit: „Mit diesen Argumenten werden Bürgerinnen und Bürger für dumm verkauft, um Versiegelung zu Lasten des Umwelt- und Klimaschutzes bis an die äußerste Grenze und darüber hinaus durchzudrücken.“
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