Donnerstag, 18. Juni 2026

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Hermann Wiedenroth las aus Werken von Joachim Ringelnatz

Kennen Sie Hans Georg Bötticher? Sie sind sich nicht sicher? Der 1883 geborene Schriftsteller und Maler erlangte seine Berühmtheit unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz! Die Bibliotheksgesellschaft Celle konnte Hermann Wiedenroth, Archivar in Bargfeld, gewinnen, in den Räumen der Stadtbibliothek das zahlreich erschienene Publikum in die Welt der Poesie dieses bedeutenden deutschen Dichters, Kabarettisten, Schriftstellers und Malers zu entführen.

„Klopf, klopf – Herein!“ begann Wiedenroth seinen Exkurs mit der „Ode an Elisa“ einem Gelegenheitsgedicht, wie auch Goethe sie schrieb. Bereits jetzt bekam das Publikum einen Eindruck der skurrilen Poesie, die diesen Abend prägen sollte.

Weiter ging es mit der grotesken Erzählung „Vom Baumzapf“, die Wiedenroth besonders liebe, da auch Karl May darin vorkomme, wie er mit einem Augenzwinkern verriet. Diese bizarre Geschichte mit unerwartetem Ausgang verleitete die Zuhörenden zum ersten Mal zu spontanem Szenenapplaus.

Und als von Wiedenroth stimmgewaltig und mit vollem Körpereinsatz eine Auswahl aus den „Turngedichten“ dargeboten wird, hängt das Publikum an seinen Lippen.

Ringelnatz bekannteste Schöpfung ist der Seemann Kuddel Daddeldu mit seinen betrunkenen Eskapaden und seiner Verachtung für Autoritäten, der in Wiedenroths Vortrag natürlich auch nicht fehlen durfte. Witzig und gekonnt unterhält Wiedenroth die Zuhörenden mit dieser grotesken Unsinn-Poesie, die oft mit Wortspielen arbeitet.

Im Anschluss an die jährliche Mitgliederversammlung der Bibliotheksgesellschaft Celle wollten sich beinahe ein halbes Hundert Zuhörende die Gelegenheit einer Lesung mit Hermann Wiedenroth nicht entgehen lassen und sie wurden belohnt. Tosender, nicht enden wollender Applaus dankte Hermann Wiedenroth für seinen  facettenreichen, lebendigen, wunderbaren – einfach großartigen Vortrag.

Sabine Richter
Fotos: Sabine Richter