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Bonjour „EPC“ – Fallschirmjäger erproben französisches Fallschirmsystem

  • Celle

Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31 erprobten mit dem neuen System den Sprung aus der Heckrampe des Transportflugzeugs A400M. 36 Fallschirmjäger wurden über dem Standortübungsplatz Scheuen abgesetzt – angeführt von Divisionskommandeur Generalmajor Dirk Faust.

Rumpelnder Start, gespannte Minuten, Türen auf, bereit zum Absetzen. Dann ein Schritt ins Nichts, hinab in die Tiefe, ehe sich eine Kappe aus Fallschirmseide öffnet und die Springer sicher hinabschweben. Erst kurz vor dem Boden wird deutlich, wie rasant dieses „Schweben“ ist – mit einer Geschwindigkeit, die einem Sprung aus drei Metern Höhe entspricht, kommen die Soldatinnen und Soldaten auf dem Boden auf. Alltag im Fallschirmsprungdienst.

Nun jedoch ist das alte System für den automatischen Fallschirmsprung mit dem „Truppenfallschirm T-10“ in die Jahre gekommen. Automatiksprung bedeutet, dass die Springer mit speziellen Karabinerhaken im Ankerseil des Luftfahrzeugs eingehakt sind und die Kappe beim Sprung durch Aufziehleinen automatisch geöffnet wird. Praktisch alle Fallschirmjäger der Bundeswehr haben an diesem System gelernt und die meisten von ihnen sprangen ausschließlich damit. Der T-10 wurde als deutscher Nachbau jahrzehntelang immer wieder modifiziert, basiert aber auf einem seit 1957 genutzten, US-amerikanischen Modell. Etliche Zeit war nach einem Ersatz gesucht worden, bis 2020 Deutschland, Belgien und die Niederlande unter anderem mit Blick auf die Interoperabilität beschlossen, gemeinsam ein automatisches Fallschirmsystem zu beschaffen. Im Frühjahr wurden an der Luftlande-/Lufttransportschule die ersten Fallschirmsysteme EPC gesprungen. EPC steht dabei für „Ensemble de Parachutage du Combattant“, den französischen Namen des Systems. Die neuen Schirme sollen nun sukzessive den alten Truppenfallschirm T-10 ablösen.

Die Truppe sieht der Einführung des neuen Systems gespannt entgegen, hat der EPC doch einige Vorteile: die Schirme sind steuerbar und können mehr Gewicht tragen. Außerdem ist die Sinkgeschwindigkeit etwas niedriger, wodurch das Verletzungsrisiko geringer wird.

Das Absetzverfahren über die Heckrampe des A400M ist als alternatives Verfahren erprobt worden. Insbesondere soll es zum Einsatz kommen, wenn nicht nur Soldaten mit dem Fallschirm abspringen, sondern in einem kombinierten Absetzverfahren zuvor auch Material über die Heckrampe abgeworfen wird.

Der Kommandeur des Ausbildungs- und Übungszentrums, Oberst Jörn Rohmann, beobachtete und begleitete den Sprungdienst auf dem Absetzplatz in Scheuen. Als Fallschirmjäger ist es ihm ein besonderes Anliegen, die Truppe mit dem Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit bei diesem Meilenstein unterstützen zu können.

„Das Fallschirmjägerregiment 31 erprobte hier in Celle-Scheuen gemeinsam mit der Luftlande-/Lufttransportschule und dem Amt für Heeresentwicklung dieses kombinierte Absetzverfahren und es freut mich, dass das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit dieses Vorhaben begleiten und unterstützten konnte.“

Andrea Neuer
Fotos: Sophia Richter und Andrea Neuer

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