Zum Inhalt springen
Anzeige
Anzeige

„Vorsicht Schusswaffengebrauch!“ – Die Wachausbildung beim Transporthubschrauberregiment 10

Das Transporthubschrauberregiment 10 aus Faßberg ist vorwiegend für seine NH90 Hubschrauber bekannt, welche regelmäßig über den norddeutschen Luftraum fliegen. Trotzdem müssen die Soldatinnen und Soldaten im Ernstfall auch Bereiche sichern können, wie etwa einen Flugplatz. Diese Aufgaben werden im Wachdienst wahrgenommen. Die Tätigkeit erfordert ein umfangreiches Wissen und geht mit einem hohen Maß an Verantwortung einher. Aus diesem Grund müssen die Inhalte regelmäßig in einer Wachausbildung aufgefrischt werden, welche Anfang Juni wieder einmal stattfand. Doch wie gestaltete sich die Ausbildung bei den Heidefliegern, deren primäre Aufgabe in der Luft liegt?

Die praktischen Anteile standen bei der Ausbildung im Vordergrund. Der Ablauf war so strukturiert, dass jeder Abschnitt auf dem anderen aufbaut und eine nachhaltige Vertiefung der Inhalte ermöglicht wurde. Bevor es allerdings ins praktische Geschehen ging, mussten alle Teilnehmenden die theoretischen Grundlagen kennen. Hierzu zählen etwa Kenntnisse über die eigenen Befugnisse, das Ansprechverhalten von verdächtigen Personen und die spezifischen Vorschriften für den Wachdienst. Die Ausbildung war allerdings nicht für alle neu, weshalb die erfahrenen Soldatinnen und Soldaten ihr Wissen mit der Gruppe teilen konnten. Durch den Austausch waren nur wenige Ergänzungen des Ausbilders nötig. Um auch nach der Ausbildung jederzeit auf die Inhalte zugreifen zu können, wurde eine Taschenkarte mit den wichtigsten Informationen an alle Teilnehmenden ausgehändigt.

Nach der Theorie begann der erste praktische Teil im „Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen“ (AGSHP). Der AGSHP, welcher umgangssprachlich auch als „Schießkino“ bezeichnet wird, kann vielseitig eingesetzt werden. Im Rahmen der Wachausbildung konnten auf dem Simulator viele verschiedene Situationen dargestellt werden. Der Vorteil war hierbei ganz klar – Simulationen konnten in wenigen Sekunden neu gestartet werden. Dies ermöglichte es den Soldatinnen und Soldaten, aus ihren Fehlern direkt zu lernen und Sie sofort zu verbessern.

Im Anschluss an den Simulator folgten die Übungen mit echten Darstellern. In verschiedenen Szenarien mussten die Teilnehmenden ihr Können beweisen.

„HALT! STEHEN BLEIBEN!“

In einem Szenario wurde beobachtet, wie ein zivil gekleideter Mann versuchte, mit einer Brechstange in ein Bundeswehr-Fahrzeug einzubrechen. Die Streife reagierte sofort und rief: „Halt! Stehen bleiben!“. Daraufhin versuchte der Mann zu flüchten, blieb jedoch nach einem Warnschuss stehen. Die Streife forderte ihn auf, die Hände hochzunehmen, sich umzudrehen und die Brechstange abzulegen. Da die Personalien des Mannes nicht festgestellt werden konnten, musste die Streife den Mann vorläufig festhalten, bis Sie ihn an den Offizier vom Wachdienst übergeben konnten.

„HALT! ODER ICH SCHIESSE!“

In einem weiteren Szenario versuchte ein zivil gekleideter Mann, in ein Gebäude einzubrechen. Als er von dem Wachpersonal entdeckt wurde, erschrak er und suchte hinter einem Fahrzeug Deckung. Die Streife forderte ihn auf, mit erhobenen Händen hervorzukommen. Allerdings reagierte der Mann aggressiv, zog eine Waffe und brüllte: „Ich knall euch ab!“. Diese Bedrohung gefährdete das Leib und Leben der Streife, weshalb ein sofortiges Eingreifen erforderlich war. Die Streife schoss und der Mann fiel zu Boden. Plötzlich stürmte eine weitere Person mit einer Axt auf die Wache zu. „Halt! Oder ich schieße!“, rief die Streife bevor auch auf diesen Angreifer geschossen wurde.

Nach jedem Szenario kam der Ausbilder, Stabsfeldwebel Christoph, mit allen Beteiligten zusammen, um das Geschehene auszuwerten. „In solchen Situationen gibt es nicht „die eine“ Lösung“, sagte er dabei. Die Rückmeldungen trugen dazu bei, dass im Laufe der Ausbildung immer weniger Fehler gemacht wurden. Schlussendlich konnten die Fähigkeiten der Soldaten aufgefrischt werden, um reale Situationen effektiv und sicher zu bewältigen.

Andy Schmidt
Fotos: Bundeswehr / Andy Schmidt 

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.



Anzeige
Schlagwörter: