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Der vogelfreundliche Garten

Morgens, 5.30 Uhr im heimischen Garten. Der Kaffee steht dampfend auf dem kleinen Holztisch der Terasse und von dem täglichen Zivilisationslärm noch keine Spur an diesem frühen Sonntagmorgen. Nur der Gesang und die Stimmen der heimischen Vögel ist rundherum zu hören.

Auf der Elektroschnur der Weideeinzäunung wippt Herr Hausrotschwanz im gleichmäßigen Rhythmus auf und ab, während Frau Hausrotschwanz mit einem Schnabel voller Insekten und Würmer versucht die Jungen aus der sicheren Deckung zu locken. Etwas weiter macht sich ein Schwarm Stare auf dem Mistberg über die Fliegen her, ein willkommener Snack nach der kurzen Nacht. Ach, die Bachstelzen hüpfen am Mistberg den aufgescheuchten Fliegen hinterher. Im Apfelbaum über der Terrasse, versteckt unter dem üppigen Blattgrün, warten die Amselküken auf die Rückkehr der Elternvögel. Das kann noch dauern, denn schimpfend verfolgen sie eine Katze, die über die Wiese schleicht. Auch die Spatzen sind schon erwacht und begrüßen den Tag, wie so häufig, mit lautem Gezeter, denn mehrere Spatzen-Herren streiten sich wieder einmal um eine, für sie attraktive Spatzen-Dame. Da lässt auch schon mal der ein oder andere Kontrahent Federn, wenn sie sich zu einem Knäuel ineinander verpickt haben und keiner nachgeben will.

Die Schwalben sind ebenfalls schon unterwegs und streichen elegant über den Boden und den Mistberg hinweg und fangen die von den Staren aufgescheuchten Fliegen für ihre drei Jungen, die im Pferdestall im Nest warten. Etwas weiter in der Ferne hört man den Grünspecht an den Ästen der absterbenden Eiche hämmern und bekommt fast selbst Kopfschmerzen bei der Vorstellung, mit welcher Inbrunst der Vogel auf der Suche nach Insekten auf das Holz des Baumes einhämmert. Wenig später erscheint auch er auf der Pferdeweide und stochert mit dem Schnabel in der Erde herum auf der Suche nach Ameisen und anderen Insekten. Seine Jungen sind schon ausgeflogen. Familie Grünspecht hatte ihr Nest in einem hohlen Erlenstamm, der gut geschützt hinter der großen Eiche in der Pferdeweide steht.

In „Schmitshausen“, dem selbstgebauten Vogelkasten, der am Carport hängt, betteln die jungen Kohlmeisen energisch um Futter, als einer der Altvögel am Einflugloch des Kastens erscheint. Wie fast jeden Morgen um diese Zeit schauen die Diestelfinken vorbei, nur dass es wie vor ein paar Wochen nicht mehr zwei sind, sondern vier. Tauben sitzen auf dem Dach, andere wiederum watscheln wie Enten über die Wiese und picken Samen von Kräutern und Gräsern Krähen laufen über den Hofplatz und in der Hainbuchenhecke springt aufgeregt ein Zaunkönig von Ast zu Ast. Auch Rotkehlchen, Grünfinken, Schafstelzen, Wacholderdrosseln, Buchfinken und Mehlschwalben haben hier ein Gastspiel gegeben.

Was für eine morgendliche Idylle. Eine solche Vogelvielfalt, wie kann das sein? Sie finden anscheinend genug Unterschlupf, Nist- und Brutmöglichkeiten und nicht zuletzt Nahrung für den immer hungrigen Nachwuchs. Für die heiße Sommerzeit im Jahr stehen Vogeltränken bereit und auch Vogelfutter wird nicht nur im Winter angeboten und angenommen.

Wie sagte schon Heinz Rühmann, alias Hans Pfeiffer, in dem Film Feuerzangenbowle „Ick fühl ma sauwohl“, so scheint es auch den Piepmätzen in diesem Garten zu gehen. Ein Garten voller Leben. Ein Garten, in dem das Gras nicht auf 3cm Golfrasenniveau getrimmt wird, außer von den vierbeinigen Rasenmähern, Pflanzen, die sowohl Insekten- als auch Vogelnährgehölz sind, die wild wachsen dürfen und nicht mit einem Kastenschnitt vergewaltigt werden, wo Blattläuse an den Rosen und anderen Pflanzen nicht mit der Chemiekeule bekämpft werden und man sich über die Artistik der Blaumeisen und Spatzen freut, die kopfüber an den dünnen Zweigen der Rosen hängen und die Blattläuse wegpicken.

Der Kaffee ist mittlerweile kalt geworden und langsam erreicht der, aus dem Schlaf erwachte, Zivilisationslärm das für einen Moment verwöhnte Ohr. Wie schade, aber morgen beginnt ein neuer Morgen, um 5.30 Uhr auf der Terrasse.

Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Wie sieht es bei Ihnen aus?

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