Freitag, 16. Januar 2026

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Die Segel gestrichen vor 70 Stellungnahmen zum Kollerschen Wald?

Stadtbaurätin Kuhls lässt die Frage der CELLER PRESSE unbeantwortet, warum das Vorhaben, einen 30 Meter breiten und 140 Meter langen Streifen des Kollerschen Waldes längs der Zugbrückenstraße in Klein Hehlen aus dem geplanten Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen und für eine Bebauung frei zu geben, fallen gelassen wurde. Dem Rat soll nun auf seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause im Oktober eine Verordnung zum Beschluss vorgelegt werden, die das gesamte 3,5 Hektar große Areal als Landschaftsschutzgebiet (LSG) deklariert.

Hat die Verwaltung kapituliert angesichts der Nachhilfe, die ihr erteilt wurde in Form von 70 eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der öffentlichen Auslegung, die Trägern öffentlicher Belange, Interessensgruppen, Verbänden und Privatpersonen die Möglichkeit einräumt, sich zu äußern? „…Die Zerstörung der wertvollsten Flächen wie die Rodung von Wald, Trockenlegung von Feuchtgebieten oder Zerstörung von Biotopen zur Gewinnung von Bauland unterläuft alle Bemühungen des Arten- Klima- und Naturschutzes…“ schreibt etwa die Celler Klimaplattform (CKP) als einer der 70 Einsender von Beiträgen. Die Gefahr der teilweisen Bebauung ist nun gebannt, dennoch bleibt die CKP am Thema dran, denn sie hält den vorgeschlagenen Schutzstatus für zu gering, plädiert für ein Naturschutzgebiet (NSG). „Der BUND Celle hat bereits 2017 und 2019 ausführlich zur ökologischen Qualität des Kollerschen Waldes Stellung genommen. Diese Stellungnahmen sind immer noch gültig und werden durch das Gutachten von Prof. Kaiser voll unterstützt. Prof. Kaiser schreibt dem Kollerschen Wald sogar landesweite Bedeutung zu“, erläutert Wolfram Steinmetz, Sprecher der CKP. Elena Kuhls hält dagegen, Mensch und Haustier hätten im Falle eines NSG dort nichts zu suchen. Sie wird in der lokalen Printpresse mit folgenden Ausführungen zitiert: „Was dabei herauskommt, wenn Naturschutz über alles gestellt wird, sehen wir ja gerade am Beispiel der Verkrautung der Aller, die unserem Rudersport nebst spannenden Wettbewerben auf der Aller den Garaus macht.“ Der Kollersche Wald solle „weiterhin potenziell für Möglichkeiten zur Naherholung, zum Verweilen, Spazierengehen, Toben von Kindern und Ausführen von Vierbeinern erhalten bleiben…“

Nicht nur CKP-Sprecher Wolfram Steinmetz hält diese Äußerungen für falsch: „Der Vergleich mit der Aller ist kaum treffend. Es gibt viele Beispiele, wo gerade Naturschutzgebiete eine besondere Anziehungskraft auf Menschen haben, gerne besucht werden und dennoch Naturschutz betrieben werden kann. Angesichts der seltenen Lebensräume und streng geschützten Arten käme die Natur im Kollerschen Wald aber in einem Landschaftsschutzgebiet zu kurz.“

Auch manche Klein Hehlener Einwohner wundern sich über das Statement: „Hier sind noch nie Vierbeiner ausgeführt worden“, in unmittelbarer Nähe gebe es Flächen für diesen Zweck, heißt es. „Dieses Gebiet wurde bisher so gut wie nie betreten. Frau Kuhls tut so, als würde der Öffentlichkeit bei Einstufung als Naturschutzgebiet etwas vorenthalten, was bisher stark genutzt wurde. Dem ist aber nicht so“, sagt ein anderer.

Sieht womöglich Stadtbaurätin Kuhls den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr? In der lokalen Printpresse wird berichtet: „Kuhls gibt sich verwundert und sagt nun das, was sie schon auf eine CZ-Anfrage in der vergangenen Woche hätte antworten können.“ Eine Anfrage von CP lässt sie Pressesprecherin Myriam Meißner mit einem lapidaren Hinweis auf ein Dokument der Verwaltung beantworten, die im Bürgerinformationssystem zu finden sei. Nach eingehender Recherche und Korrespondenz stellt sich heraus: Ein solches Papier gibt es öffentlich zugänglich überhaupt nicht. Eine neue Version des Verordnungsentwurfs zum Schutz des Kollerschen Waldes ist für die Öffentlichkeit bisher nicht einsehbar.

Bleibt der Umweltausschuss am 19.9., der Aufschluss geben könnte über die Gründe für den Richtungswechsel der Verwaltung. Endgültig abgestimmt wird auf der Ratssitzung am 12. Oktober.

Anke Schlicht
Celler Presse

Foto: privat

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