Dienstag, 14. Juli 2026

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Einweihung des ezidischen Gräberfeldes auf dem Waldfriedhof in Celle – „Es ist ein historischer Tag“

Am Samstag wurde auf dem Waldfriedhof in Celle ein bedeutsames Ereignis gefeiert, die Einweihung des „Ezidischen Grabfeldes“. Dieses Grabfeld wurde in Zusammenarbeit mit dem Ezidischen-Kultur-Zentrum Celle (EKZ) geschaffen und bietet ezidischen Mitbürgern eine würdige Ruhestätte, die ihren religiösen Überzeugungen und Traditionen entspricht.

„Für uns, als ezidische Glaubensgemeinschaft aber auch für die gesamte Bevölkerung in und um Celle, ist es ein historischer Tag“, so Frau Hati Geyikci vom Vorstand des Ezidischen Kulturzentrums Celle in ihrer Begrüßungsrede. Frau Geyikci dankte im Namen des Ezidischen Kulturzentrums Celle und der ezidischen Glaubensgemeinschaft allen Beteiligten wie unter anderem der Stadt Celle, „die in einer sehr effektiven und sachlichen Zusammenarbeit, diese wichtige Möglichkeit, geschaffen haben.“

„Nach über 50 Jahren Eziden in Celle haben wir gemeinsam viel gelernt und dementsprechend geschaffen. Gemeinsam denken, miteinander sprechen und zusammen schaffen das ist richtig und wichtig und das ist die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens.“  

„Für uns, als ezidische Glaubensgemeinschaft, ist natürlich wie auch bei anderen Glaubens- und Religionsgemeinschaften sowie Bevölkerungsgruppen, die Ehrung unserer Verstorbenen, extrem wichtig. Wir sind ein Teil der Bevölkerung in Deutschland und leben hier unser Leben und logischerweise gehört der Tod auch dazu. Diese Tatsache ist eine Realität.“


„In diesem Zusammenhang möchten wir natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass wir unsere Freundschaften, unter anderem mit unseren deutschen Freundinnen und Freunden, sehr schätzen und sie auch pflegen.“

Ulf Pohlmann, Fachbereichsleiter Verkehr und Technische Dienste bei der Stadt Celle, erinnerte an den achtjährigen Zeitraum, den es dauerte bis es letztendlich zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Abschluss kam. Seit 2015 war viel kommuniziert worden. Pohlmann dankte für die positive Zusammenarbeit.

Seit dem Jahr 2015 existiert auf dem Waldfriedhof Celle bereits ein Grabfeld, das ausschließlich für die Bestattung von Angehörigen des ezidischen Glaubens reserviert ist. Es umfasst 264 Wahlgrabstätten. Um den ezidischen Glauben angemessen zu respektieren und die ezidische Friedhofs- und Bestattungskultur in Celle zu fördern, wurden spezielle Regelungen erlassen.

Eine wichtige Änderung betrifft die Ruhezeit, die beim Erwerb einer Grabstätte nun 40 Jahre beträgt. Die entsprechenden Gebühren richten sich nach der jeweils gültigen Friedhofsgebührensatzung der Stadt Celle und sind beim Erwerb der Grabstätte zu entrichten. Nach Ablauf dieser Ruhezeit kann das Nutzungsrecht gemäß der Friedhofssatzung durch Nacherwerb verlängert werden.

Die Anmeldung und Durchführung von Bestattungen erfolgen über Bestattungsunternehmen, die frei gewählt werden können. Diese Unternehmen koordinieren alle notwendigen Schritte mit dem Friedhofsbetrieb der Stadt Celle und dem Ezidischen-Kultur-Zentrum. Die Grabstätten werden in der Reihenfolge der Grabreihen als einstellige Gräber vergeben. Die Abstimmung des Bestattungstermins erfolgt in Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung und unter Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und Fristen.

Rituelle Handlungen, die für eine ezidische Bestattung von großer Bedeutung sind, können auf dem ezidischen Gräberfeld durchgeführt werden, immer mit Rücksichtnahme auf andere Friedhofsbesucher. Die Kapelle auf dem Waldfriedhof steht für Trauerfeiern zur Verfügung, jedoch können rituelle Waschungen, die einer Bestattung vorausgehen, nicht auf dem Friedhof selbst durchgeführt werden.

In Bezug auf die Gestaltung der Grabmale gibt es bestimmte Vorschriften. Liegende Grabmale und Abdeckplatten dürfen insgesamt maximal 1,20 Meter breit, 0,40 Meter hoch und 2,50 Meter tief sein. Stehende Grabmale dürfen maximal 1,20 Meter breit sein, wobei die Höhe nach individuellen Präferenzen gewählt werden kann, und die Tiefe den allgemeinen Regeln des Handwerks entspricht. Darüber hinaus müssen die Grabbeetflächen entsprechend den Gestaltungsvorschriften der Friedhofssatzung bepflanzt und regelmäßig gepflegt werden. Die Verwendung von Plastikblumen und Folien ist nicht gestattet.

Die Einweihung dieses ezidischen Gräberfeldes auf dem Waldfriedhof in Celle ist ein wichtiger Schritt, um die religiösen Bedürfnisse der ezidischen Gemeinde in Celle zu respektieren und zu fördern. Dieses Grabfeld bietet Raum für eine würdige Bestattung und ermöglicht den Angehörigen des ezidischen Glaubens, ihre Traditionen und Rituale in einer angemessenen Umgebung zu bewahren.

Wie Rezan Uca, Mitglied im Rat der Stadt Celle nach der Veranstaltung erläuterte, erfolgten bislang die Beisetzungen ezidischer Bürger auf einem Friedhof in Hannover-Lahe. Es lassen sich aber auch Eziden in ihrer ursprünglichen Heimat beerdigen.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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