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Solidarität in Lichtern: Celler Demonstration gegen Gewalt an Frauen

Am Samstag versammelten sich rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Thaerplatz in Celle, um anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen an einer Lichter-Demonstration teilzunehmen. Die Initiative wurde von verschiedenen feministischen Organisationen wie „Gemeinsam kämpfen – für Selbstbestimmung und demokratische Autonomie“, dem Autonomen Frauenhaus Celle und weiteren Gruppen ins Leben gerufen.

Birthe Witthöft und Julia Lahn von „Gemeinsam kämpfen“ eröffneten die Veranstaltung, indem sie auf den geschichtlichen Hintergrund des Tages eingingen. Sie erinnerten zudem an den tragischen Vorfall in Lachendorf, bei dem ein 79-jähriger Mann seine Ehefrau tötete. Kritik äußerten sie auch am Oberbürgermeister wegen seiner verharmlosenden Äußerungen beim Schützenfest in Bezug auf das Lied „Leyla“.

Sarah von der Celler Gruppe LiST sprach über die Realität häuslicher Gewalt, betonte jedoch, dass niemand selbst schuld an dieser Gewalt sei. Sie unterstrich die Notwendigkeit, konkret über Sexismus und Gewalt zu sprechen und ermutigte zu mentaler Selbstverteidigung gegen den alltäglichen patriarchalen Druck.

Nina Asmus verlas einen Text zum Thema sexualisierte Gewalt, der auf den tief verwurzelten Ängsten von Frauen in der Gesellschaft einging. Ihr Text bezog sich auf das Werk „Das Alphabet der sexualisierten Gewalt“ von Laura Leupi, einer Autorin, die sensibel und präzise die vielschichtigen Ängste von Frauen in Bezug auf den öffentlichen Raum, die Nacht und Sexualität thematisiert. Asmus‘ Vortrag verdeutlichte eindringlich die Notwendigkeit, über diese Ängste zu sprechen und Wege zu finden, sie in unserer Gesellschaft anzugehen und zu überwinden.

Die Demonstration zog durch die Celler Innenstadt und wurde von Menschen aller Geschlechter begleitet, die Laternen und Lichter trugen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gedachten der Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, und protestierten entschieden gegen patriarchale Strukturen. Chiara Putt von „Gemeinsam kämpfen“ betonte bereits in der Ankündigung, dass es wichtig sei, nicht nur zu gedenken, sondern auch aktiv gegen Gewalt vorzugehen und als Gesellschaft zusammenzuhalten, um Lösungen zu finden.

Bessi Kesbir vom SMIE Dachverband der Ezidischen Frauenräte hielt eine bewegende Rede, in der sie sich auf Kurdisch für die Freiheit und Unabhängigkeit der Frauen einsetzte. Mit tiefer Empathie gedachte sie der Mirabel Schwestern sowie der unschuldigen Opfer des grausamen Genozids an der ézidischen Bevölkerung im Irak. Kesbir sprach über das Leid, das die Frauen erlebt haben, und betonte die Dringlichkeit, weltweit gegen Frauenfeindlichkeit und Gewalt vorzugehen. Nora Borne, die Moderatorin der Veranstaltung, übersetzte ihre kraftvollen Worte in die Landessprache, um sicherzustellen, dass die Botschaft für alle Anwesenden zugänglich war. Die emotionale Ansprache von Kesbir und ihre tiefe Verbundenheit mit den Opfern des Genozids berührten zutiefst und trugen dazu bei, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Engagements gegen Gewalt an Frauen zu schärfen.

Manuela Mast von der Partei Die LINKE betonte die Wichtigkeit, den Schmerz von über 120 Femiziden im Jahr in Widerstand umzuwandeln. Sie rief dazu auf, sich gegen die Auswirkungen des Patriarchats zu erheben und für ein Ende jeglicher Formen von Gewalt gegen Frauen zu kämpfen.

Die Veranstaltung verdeutlichte erneut, dass Gewalt gegen Frauen ein akutes Problem ist, das konsequent bekämpft werden muss. Jeden Tag wird in Deutschland versucht, eine Frau zu ermorden, und alle 72 Stunden geschieht ein Feminizid. Die Dringlichkeit, diesem Unrecht ein Ende zu setzen, wurde durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration eindrucksvoll unterstrichen.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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