Sonntag, 18. Januar 2026

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Betreutes Demonstrieren: Eine Herausforderung für die Demokratie

Celle, ein Ort, der normalerweise für seine idyllische Atmosphäre und historischen Sehenswürdigkeiten bekannt ist, wurde heute zu einem Sperrgebiet erklärt. Bereits in den frühen Morgenstunden wurden hunderte Meter der sogenannten „Hamburger Gitter“ aufgestellt, während Polizeifahrzeuge die Zufahrtsstraßen zur Bahnhofstraße, Mühlenstraße und zum Neumarkt blockierten. Die normalerweise belebten Straßen wurden zu Hochsicherheitszonen umfunktioniert.

Mehrere Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz, unterstützt von der Hundestaffel im Schlosspark und der Reiterstaffel in den Triftanlagen. Doch es handelte sich nicht um den Besuch hochkarätiger internationaler Staatsgäste – vielmehr handelte es sich um eine Demonstration der NPD Hamburg, die vom Vorsitzenden Lennart Schwarzbach angemeldet wurde.

Zuvor fand eine vom DGB angemeldete Kundgebung auf der Stechbahn statt. Gewerkschaftsvertreter betonten die Bedeutung der Solidarität und des Zusammenhalts in Zeiten des Wandels. Unter den Rednern war auch Mehrdad Payandeh, der Vorsitzende des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, der die Mairede hielt.

Nach Abschluss der Kundgebung begaben sich die Teilnehmer in Richtung Thaerplatz, wo die Route der NPD-Demonstration verlaufen sollte. Während sich dort mehrere Hundert Gegendemonstranten versammelten, positionierten sich weitere entlang der Bahnhofstraße, des Oberlandesgerichts und des Neumarkts.

Die NPD-Demonstration begann mit lediglich 19 Teilnehmern, von denen einer durch den sogenannten „Hitlergruß“ und den Besitz eines Messers negativ auffiel. Dies führte dazu, dass die Gruppe auf 18 Personen schrumpfte.

Warum gerade die NPD?

Christian Worch, Bundesvorsitzender der Partei „Die Rechte“, erklärte, dass es bei der Umbenennung der Partei in „Die Heimat“ zu einem Eklat gekommen sei. Einige Mitglieder hätten sich gegen diesen Schritt gesträubt, was letztendlich zur Neugründung der NPD geführt habe. Trotz der Unterstützung von Worch war die Mobilisierung der NPD gering, trotz der Anwesenheit von Jan Resche aus dem Landesverband Baden-Württemberg sowie Lennart Schwarzbach aus Hamburg und Florian Grabowski von der Partei „Die Rechte“.

Die Atmosphäre während der Demonstration war aufgeheizt, nicht zuletzt aufgrund der hohen Temperaturen. Es kam zu Rangeleien, und Anwohner äußerten ihren Unmut aus den Fenstern heraus. Einige Celler Geschäfte litten unter den Straßensperrungen, und Pendler waren von den Verkehrsbehinderungen genervt.

Warum wurde ausgerechnet Celle als Veranstaltungsort gewählt?

Worch erklärte dies als taktische Entscheidung, da Uelzen zu viele Gegendemonstranten aus Lüneburg und Hamburg angezogen hätte. Celle hingegen liegt im Einzugsgebiet von Hannover, und die Mobilisierung der Gegendemonstranten war schwächer.

Die Aufregung in Celle hat nun ein Ende gefunden. Die Teilnehmer der Demonstration haben ihre Nummer 19 eingesammelt, und dieser lieferte sich sogar bis in den Zug hinein eine Auseinandersetzung mit den Polizisten, bevor die Gruppe in Richtung Hannover abreiste.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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