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„Das kleine Wunder Natur von nebenan“ – faszinierende Ausstellung in Wienhausen

Die Natur als Motiv für Kunst ist alles andere als neu, von daher auch nicht originell. Ihre unendliche Vielfalt der Erscheinungsformen, ihr Reichtum, ihre Kraft lassen sie selbstredend zu einer Vorlage und Inspiration ohne Grenzen für künstlerische Entfaltung werden. Christiane Theilmann ist eine Malerin, die sich fast ausschließlich dieser Quelle für ihre Werke bedient. Eine kleine Auswahl präsentiert sie derzeit der Öffentlichkeit im Kulturhaus Wienhausen. „Magie der Natur“ ist die Ausstellung, die noch bis zum 2. Juni zu sehen ist, überschrieben.

Welch eine Schönheit, welch eine Leuchtkraft, Farbgewalt und Magie – der Titel ist treffend gewählt. Gedanken, die den Betrachter spontan ereilen, die Bilder gefallen nicht nur, sie faszinieren, sie wecken den Wunsch, sich mit ihnen zu umgeben, jeden Tag möchte man sich an ihnen erfreuen, auch wenn Natur auch Vergehen bedeutet. Womit erzeugt Christiane Theilmann diese Wirkung? Was macht sie anders als die vielen Kollegen, die Natur auf Leinwand bannen? Antworten gibt ein Referat der Kunsthistorikerin Dietrun Otten, das anlässlich der Vernissage gehalten wurde und in seiner Qualität den Werken gerecht wird, die Zuhörer entführte in die Geheimnisse, Kunst zu erschaffen, indem sie einen kleinen Ausschnitt referierte.

Mehrere Schichten Acrylfarbe trägt Theilmann, übereinander auf, erzeugt damit räumliche Tiefe, diese wiederum entsteht durch Licht und Schatten, nicht nur stetige Begleiter der Pflanzenwelt, sondern ihr Lebenselixier, so unverzichtbar wie Wasser. Theilmann bildet alles ab in einer Mischung aus abstrakt und gegenständlich, und zwar aus besonderer Perspektive. Sie macht sich sozusagen klein, ihre gewählten Ausschnitte lassen keine Grenzen erkennen und spiegeln nicht unseren gewohnten Blick wider, vielmehr erzielen sie Wirkung durch eine Form von Verdichtung und Fokussierung.

Dietrun Otten zieht den Vergleich mit den Malern von Barbizon, einer kleinen Gruppe französischer Landschaftsmaler im Dorf Barbizon um 1830 bis etwa 1870, heran: „Sie machten das Hochformat für die Landschaftsmalerei salonfähig. Ihre Motive waren das besondere Licht und die vielen Erscheinungsformen der Vegetation auf nur einem kleinen Fleck im verwilderten Wald von Fontainebleau. Sie versanken für ihre Arbeit in einen kontemplativen Zustand, der sich auf die Betrachter ihrer Werke überträgt. Die Maler aus Barbizon wiederum stehen in der Nachfolge eines Renaissancemalers: Dürers Staunen über ein Rasenstück führte zu einem ähnlich Aufsehen erregenden Bild, gerade weil es NICHT eine große politische Idee, ein historisches Ereignis oder beeindruckende Naturgewalten darstellt, sondern etwas Unbedeutendes, etwas bisher Unbeachtetes – sozusagen ‚das kleine Wunder von nebenan‘“.

Wer sich diese sehr sehenswerte Schau noch anschauen möchte, hat Gelegenheit bis zum 2. Juni im Kulturhaus Wienhausen, jeweils zu den Öffnungszeiten der Kultureinrichtung.

Anke Schlicht
Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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