Donnerstag, 5. März 2026

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Podiumsgespräch am 14. November „Spuren ferner Kriege bei uns“

Im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade lud die St. Peter-Paul Kirchengemeinde Hermannsburg zu einem Podiumsgespräch unter dem Motto „Erzähl mir vom Frieden, ich habe den Krieg erlebt. – Spuren ferner Kriege bei uns.“ ein. Pastor Traugott Wrede moderierte den Abend. In seinen Eingangsworten führte er aus, dass auch zeitlich ferne Kriege -wie der 2. Weltkrieg – selbst bei heute lebenden Menschen tiefe Spuren hinterlassen haben.

v.l.n.r.: Dipl.-Med. Karola Sylvia Eggers, Claudia Baillie, Anna-Lina Anger, Christian Sell, Traugott Wrede

„Ferne Kriege“ kommen mit den Soldatinnen und Soldaten aus ihren Auslandseinsätzen zu uns. Die Truppenärztin aus Münster, Karola Sylvia Eggers, stellte das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr vor – ein Zusammenschluss aus Sanitätsdienst und dem psychologischen Dienst der Bundeswehr, sowie der Militärseelsorge. Dieses Netzwerk ist Ansprechpartner vor, während und nach den Einsätzen der Soldatinnen und Soldaten. Claudia Baillie ist als Sozialberaterin in Bergen-Hohne tätig und betonte, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat, um beispielsweise auch Familienangehörige in schwierigen Situationen zu begleiten. Denn diese sind auch unmittelbar betroffen, wenn der Vater oder Ehemann sich in einem Krisengebiet befindet. Baillie geht davon aus, dass die Dunkelziffer einsatzgeschädigter Menschen trotz umfangreicher Beratungsangeboten sehr hoch ist.

Nicht immer sind Betroffene bereit, offen über die Erlebnisse zu reden, die sie nicht wieder loswerden und den Alltag beschweren. Christian Sell, als Mitarbeiter der Militärseelsorge weiß davon zu berichten, wie schwer es Betroffenen fällt, nach einem belastenden Einsatz wieder Fuß zu fassen. Dazu sollen auch Freizeitangebote zusammen mit Familienangehörigen helfen. Assistenzhunde können für Einsatzgeschädigte ein hilfreicher Begleiter sein. Alexander Schmidt hat dafür die “Aktion Pfötchen“ ins Leben gerufen. Aus Spenden, die maßgeblich durch von Vielen gesammelte Kronkorken generiert werden, können Assistenzhunde ausgebildet und bezahlt werden. Die Sozialarbeiterin Anna Lina Anger arbeitete vor ihrer Tätigkeit in Bergen Hohne im Jugendamt mit Familien von Geflüchteten. Sie brachte einen weiteren relevanten Aspekt zu „fernen Kriegen“ bei uns ein. Gerade Kinder mit schlimmen Kriegs- oder Fluchterfahrung sind besonders in ihrer Entwicklung gefährdet.

Nach zahlreichen interessierten Rückfragen aus dem Publikum resümierte Eggers: „Aufklärung ist nötig.“ Einerseits, um Menschen im Einsatz die Angebote des psychosozialen Netzwerkes sichtbar zu machen und andererseits Außenstehende ermuntern sich Zeit zu nehmen. Zeit zum Zuhören für Menschen in ihrer Umgebung, damit sie ihre Geschichte erzählen können, die man eigentlich nicht so gern hören möchte.

Torsten Misfeldt
Foto: Torsten Misfeldt

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