Donnerstag, 23. April 2026

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Osterfeuer im Landkreis Celle: Zwischen Tradition und Wandel

Der Ostersamstag stand im Landkreis ganz im Zeichen der lodernden Flammen. Nach einem eher ruhigen Auftakt mit einzelnen Feuern am Gründonnerstag waren es gestern zahlreiche Orte, die ihre traditionellen Osterfeuer entzündeten – ein vertrautes Bild, das vielerorts zugleich im Wandel begriffen ist.

In Gemeinden wie Oppershausen, Altenhagen, Habighorst, Unterlüß und Müden (Örtze) versammelten sich zahlreiche Menschen, um gemeinsam den Feiertagsabend zu verbringen. Besonders in den frühen Abendstunden war der Zulauf groß, viele Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam den Funkenflug zu erleben. Für die Kleinen zählte dabei vor allem der Moment des Entzündens – in Oppershausen war es eine Gruppe Kinder, die ungeduldig „Anzünden!“ riefen, was bei den Erwachsenen für ein Schmunzeln sorgte.

In Habighorst war es die Kinder- und Jugendfeuerwehr, die nach einem gemeinsamen Fackeleinzug das Feuer entzünden durfte – ein feierlicher Moment für die jungen Mitglieder der Wehr. In Altenhagen sorgte der Spielmannszug für die musikalische Untermalung, bevor das Feuer entzündet wurde. Anders verlief der Abend in Unterlüß und Müden (Örtze): Dort setzte man nicht auf das klassische große Osterfeuer, sondern auf mehrere kleinere Feuerstellen, Feuerschalen und Lagerfeuer – oft ergänzt durch Rahmenprogramm mit Musik, Stockbrot und Lichterketten.

Dieser Wandel hin zu kleineren Formaten ist kein Einzelfall. Immer mehr Orte entscheiden sich bewusst gegen großflächige Osterfeuer, auch aus praktischen oder sicherheitsrelevanten Gründen. Lagerfeuer, begleitet von stimmungsvoller Beleuchtung oder musikalischem Angebot, laden eher zum längeren Verweilen ein – zumindest in der Theorie.

Denn trotz der Bemühungen um neue Konzepte ist vielerorts ein Rückgang der Besucherzahlen spürbar. Zwar sorgen die Familien in der ersten Stunde nach Beginn für eine solide Basis, doch viele verlassen die Veranstaltung bereits kurz nach dem Entzünden des Feuers wieder. Übrig bleibt oft ein kleinerer Kreis, der bis in die späteren Abendstunden ausharrt – der sogenannte „harte Kern“, der meist aus engagierten Vereinsmitgliedern und Anwohnerinnen und Anwohnern besteht.

Ob die neue Form mit kleinerem Feuer, gemütlicher Atmosphäre und zusätzlichen Angeboten künftig mehr Menschen zum Bleiben animiert, wird sich wohl in den nächsten Jahren zeigen. Für viele Gemeinden stellt sich zunehmend die Frage, wie sich Tradition bewahren lässt, ohne an heutige Bedürfnisse vorbeizuplanen.

Fest steht: Die Osterfeuer bleiben ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region – mal als großes Ereignis, mal im kleineren, familiären Rahmen.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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