Der Shakespeare Klassiker „Ein Sommernachtstraum“ feierte zum Auftakt der Schlossfestspiele im Innenhof des Schlosstheaters in Celle Premiere
Bei der wohl meistgespielten Shakespeare Komödie „Ein Sommernachtstraum“ überraschte das wunderbare Ensemble des Celler Schlosstheaters, unter der Regie von Kathrin Sievers, mit einer modernen Inszenierung.












Die Komödie entführt das Publikum, begleitet von Live-Musik, Gesang, Tanz und zum Teil schrillen fantasievollen Kostümen, in den Zauberwald. Die Sprache ist oft zeitgeistig an den Jugendjargon angepasst.
In dem magischen Wald treffen Elfen, Liebende und Handwerker, die ein Theaterstück proben wollen, in einer lauen Sommernacht aufeinander. Ein humorvolles Verwirrspiel um Liebe und Identität nimmt seinen Lauf. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Shakespeares Feenwelt und der rauen Realität – auch sprachlich. Liebestragik trifft derbe Parodie.
Erzählt wird von den Vorbereitungen zu der Hochzeit von Theseus, Herzog von Athen, mit der Amazonenkönigin Hippolyta, und den beiden Liebespaaren Hermia und Lysander, und Helena und Demetrius.
Hermia, verliebt in Lysander, ist auf der Flucht vor ihrem Vater, der sie mit Demetrius verheiraten will. Wenn sie der Heirat nicht zustimmt drohen ihr Tod oder ein Dasein als Nonne. Hermia und Lysander beschließen die heimliche Flucht in den angrenzenden Wald, und vertrauen ihren Plan der befreundeten Helena an. Helena einst von Demetrius geliebt, nun aber verschmäht, da er meint jetzt Hermia zu lieben, verrät ihm die Flucht. Gemeinsam verfolgen sie das Liebespaar.
Währenddessen nutzt auch eine derbe Handwerkergruppe den Wald, um ihr Theaterstück, das sie auf der Hochzeit von Theseus und Hippolyta aufführen wollen, zu proben.
Schauplatz ist das antike Athen mit seinen strengen Regeln, und der angrenzende verzauberte Wald, in dem die Feenkönigin Titania und der Feenkönig Oberon herrschen. Das Paar ist heftig zerstritten, es geht um Eifersucht und Seitensprünge.
Wutentbrannt schickt Titania den Kobold Puck aus, um den Saft einer Wunderblume zu beschaffen, der in Oberons Augen geträufelt werden soll, damit er sich in das erstbeste Geschöpf verliebt, das er erblickt. Puck aber findet Vergnügen an der Wunderblume, und verzaubert munter weiter-leider öfters die Falschen- er wirbelt nun alles durcheinander.
In dieser Sommernacht scheint jetzt alles möglich: Geschlechterrollen brechen auf, mit Beziehungskonstellationen wird experimentiert, soziale Schichten durchmischen sich. Die strengen Regeln im Schloss stehen nun dem erotischen Treiben im nächtlichen Wald gegenüber–doch am Morgen ist der Zauber und das nächtliche Treiben vorbei. Was bleibt? „Jeder kriegt, was ihm gehört, beim Erwachen wird´s gewährt.“
Die Komödie findet ihr Ende in der kollektiven Hochzeitsfeier am Hof in Athen, mit der Darbietung des im Wald geprobten Theaterstücks.
Das war ein bunter unterhaltsamer „Sommernachtstraum“ mit Schauspielern, die ihre Spiellust in allen Facetten ausleben durften. Ein passender Auftakt zu den Schlossfestspielen im Jubiläumsjahr des Schlosstheaters Celle.
Besetzung:
| Theseus/Oberon | Philipp Keßel |
| Hippolyta/Titania | Pia Noll |
| Puck | Jonatan Fidus Blomeier |
| Lysander/Elfe | Luca Kühl |
| Demetrius/Elfe | Simon Rauch |
| Helena/Elfe | Mia Kaufhold |
| Hermia/Elfe | Yanthe Liv Glienke |
| Squenz (Mond) | Jan Arne Looss |
| Zettel (Pyramus) | Dirk Böther |
| Flaut (Thisbe) | Lars Fabian |
| Schnauz (Löwe) | Aila Ben Franken |
| Schlucker (Wand) | Moritz Hempel |
| Regie | Kathrin Sievert |
Weitere Informationen und Tickets:
www.schlosstheater-celle.de
Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos: Marie Liebig
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