Freitag, 17. Juli 2026

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Minister geben sich bei Rheinmetall die Klinke in die Hand – „Europäische Zusammenarbeit ist die Zukunft“

Der Besuch von Landesminister Grant Hendrik Tonne liegt gefühlt wenige Stunden zurück, da kündigte sich ganz kurzfristig erneut hoher Besuch bei Rheinmetall in Unterlüß an: Im Rahmen der seit gestern in Berlin stattfindenden deutsch-französischen Regierungskonsultationen kamen der französische Minister für die französischen Streitkräfte, Sébastien Lecornu, der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, und der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, am Standort Unterlüß zusammen. Seit dem Jahr 2012 besteht das deutsch-französische Rüstungsprojekt Main Ground Combat System (MGCS). Dieses Landkampfsystem der Zukunft bildete den Hintergrund für das Gespräch zwischen den drei Männern mit ihren Delegationen. Der Schwerpunkt der Präsentation von Seiten des Rüstungskonzerns lag auf dem Bau gepanzerter Fahrzeuge. „Weiterhin möchten sich die Minister über die erhebliche Kapazitätserweiterung im Bereich der Munitionsfertigung ein Bild machen“, kündigte der Pressesprecher von Rheinmetall Unterlüß Oliver Hoffmann an und nahm gleich zum Auftakt vorweg:

„Weder Herr Pistorius noch Monsieur Lecornu werden ein Statement abgeben“. Lediglich der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger äußerte sich, und zwar gleich zweimal, denn die Wartezeit bis zur Landung der Hubschrauber mit den Besuchergruppen darin musste überbrückt werden. „Wir produzieren hier Kanonen und Turmtechnologie“, informierte Papperger. Es solle ein Produktionskonzept aufgestellt werden, an das sich eine Prototypphase anschließen soll. „Dann geht es hoffentlich schnell in die Produktion. Wir als deutsche Industrie sind bereit“, betonte der Rheinmetall-Chef und ergänzte: „Wir müssen letztendlich schneller werden.“

Kritische Töne der deutschen Politik gegenüber waren nicht zu hören, im Gegenteil: „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Verteidigungsminister. Die Politik ist derzeit sehr aktiv unterwegs.“ Man müsse ihr auch Zeit geben. Angesprochen auf die mögliche Zusammenarbeit beispielsweise mit Volkswagen sagte Papperger: „Wir wachsen sehr stark, sind daher offen für Kooperationspartner.“

Im Anschluss an die Gesprächsrunde berichtete der Vorstandsvorsitzende, MGCS sei das Hauptthema gewesen. „Es gibt sehr viele Felder, wo wir zusammenarbeiten können.“ Die Politik müsse in französische Entwicklungssysteme investieren. Abschließend sagte Armin Papperger: „Wir versuchen, alle europäischen Länder einzubinden. Das ist die Zukunft.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht