Errichtung der K+S Lkw-Entladeanlage am Kalischacht in Wathlingen gestoppt!
Die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen hat kürzlich darüber informiert, dass K+S plant, das Wathlinger Kalibergwerk mit salzhaltigen Halden- und Fabrik-Abwässern von anderen Standorten zu fluten. Dafür soll eine Anlage für die Entladung von bis zu vier Lkw gleichzeitig gebaut werden. Laut Betriebs-Plan von K+S sollen in der Regel 30 bis 40 Lkw pro Tag Salzwässer anliefern. Wenn K+S irgendwo dringend große Mengen Salzwasser entsorgen muss, können es aber auch bis zu 132 sein – im Drei-Schicht-Betrieb und sogar nachts!
Mangels entsprechender Regelung der Bergbehörde ist es nach Kenntnis der BI nicht ausgeschlossen, dass die Lkw statt, wie angekündigt, um Wathlingen herum, mitten durch Nienhagen und Wathlingen fahren würden. Die Kolonie in Wathlingen bekäme in jedem Fall den vollen Lkw-Verkehr ab – einschließlich der erheblichen Belastungen und Gefahren!
Darüber hinaus würde die Weiterführung der Flutung den Versatz der Halde in das Bergwerk verhindern. Damit wäre eine umweltfreundliche Alternative zur Haldenabdeckung vereitelt. Zudem wäre die Möglichkeit, das Bergwerk – zum Schutz vieler Häuser und ihrer Eigentümer in Wathlingen – wirksam gegen Bodensenkungen zu stabilisieren, ausgeschlossen.
Die BI Umwelt hat deshalb am 11. August vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg Klage gegen Bau und Betrieb der Entladeanlage erhoben. Aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Klage musste K+S die Bauarbeiten einstellen.
„Inhaltlich arbeiten wir uns – zusammen mit unserem Rechtsanwalt – immer weiter in die Materie ein, um die Pläne von K+S abschließend zu durchkreuzen“, so Holger Müller von der BI.
Die Bürgermeister Nienhagens und Wathlingens, Makel und Harms, seien im Verfahren um die Haldenabdeckung schon keine Hilfe gewesen und äußern sich nun gar nicht mehr, bemängelt Müller.
Müller weiter: „Große Unterstützung erhalten wir aktuell dagegen von Mitgliedern der BI Umwelt und vielen anderen Bürgern – durch Zuspruch und finanzielle Zuwendungen. Die sind ganz wichtig, um die laufenden Kosten für das Klageverfahren zu decken und um unsere Dörfer zu schützen!“
„Dazu ist die inhaltliche Arbeit wichtig – diverse umfangreiche Unterlagen und Entscheidungen des LBEG aus vielen Jahren müssen durchgesehen, ausgewertet und rechtlich eingeordnet werden. Die aktuelle Entwicklung beobachten wir genau. Mit unserem Rechtsanwalt müssen Klagebegründung, Anträge und Stellungnahmen abgestimmt werden. Wir müssen uns auf heftige Gegenwehr von K+S und ein langes Klageverfahren einstellen. Das schreckt uns nicht. Wir sind zuversichtlich, die Klage zu gewinnen“, Müller abschließend.
PR
Foto: Holger Müller privat
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