Donnerstag, 12. März 2026

✔ unabhängig ✔ überparteilich ❤ kostenfrei

Anzeige

Anzeige

Drilling Conference 2025 in Celle:  Starker Fokus auf Geothermie

Heute begann in Celle die Celle Drilling 2025 – Internationale Konferenz und Ausstellung für fortgeschrittene Bohrtechnologien. Das ist nun schon die 14. Konferenz, die wiederum durch den Verein GeoEnergy Celle organisiert wird. Die zweitägige Tagung (16.–17. September) bietet eine Plattform für Fachleute aus Wissenschaft und Industrie, um neueste Entwicklungen in der Tiefbohrtechnologie zu diskutieren – mit einem starken Fokus auf Geothermie und der Rolle der Bohrtechnik für die Energieversorgung.

Die Region Celle ist international anerkannt als Technologiezentrum für die Öl- und Gas-Service-Industrie seit 150 Jahren. Somit ist die Stadt ein bedeutendes Zentrum der Bohrtechnik. Internationale Unternehmen, Forschungsinstitute und der Drilling Simulator Celle (TU Clausthal) machen die Region zu einem einzigartigen Innovationsstandort. Die Celle Drilling trägt dazu bei, diese Expertise weltweit sichtbar zu machen. Sie bringt jährlich internationale Fachleute aus Industrie und Wissenschaft in die Stadt, womit sich Celle als Kompetenzzentrum für Tiefbohrtechnologie positioniert.

Die Celle Drilling wurde 2011 mit dem Schwerpunkt auf Gas- und Ölbohrungen ins Leben gerufen. Schon damals richtete sich der Blick auch auf Geothermie als nachhaltige Energiequelle. Über die Jahre hat sich die Veranstaltung zu einem internationalen Branchentreffpunkt entwickelt, der heute weit mehr als fossile Energie in den Blick nimmt.

Unter dem Thema „The Way Ahead“ ist Celle abermals Treffpunkt für inländische und internationale Wissenschaftler, die in den zwei Tagen ihre Erfahrungen präsentieren und austauschen. Gold-Sponsor der Veranstaltung ist das in Celle ansässige Unternehmen Baker-Hughes..

Zu den Hauptthemen der Celle Drilling 2025 zählen:

  • Drilling Operations, Optimierung und Automatisierung von Bohrprozessen
  • Einsatz von Daten, Simulationen und digitalen Modellen zur Verbesserung der Effizienz und Sicherheit
  • Innovationen bei Bohrwerkzeugen und Ausstattung („Drilling Equipment and Software“)
  • Spezialthemen bei Geothermie, insbesondere tiefe geothermische Bohrungen, Well
    Integrity, sowie Emissions- und Energieeffizienz
  • CO₂-Speicherung (CCS) zur Reduktion von Emissionen
  • Unterirdische Wasserstoffspeicherung als Schlüssel für die Energieversorgung von morgen
  • Einer der Höhepunkte ist der Besuch der Baker Hughes BETA Test Rig in Ahnsbeck, welcher Einblicke in fortgeschrittene Bohr-Testanlagen gewährt.

Mit 180 Teilnehmern aus 14 Ländern ist die Beteiligung geringer als in Vorjahren;   60 Teilnehmer sind aus dem Ausland  angereist, die am stärksten vertretene Nation nach Deutschland sind die Niederlande (19). Auch aus Norwegen, USA, Kanada, Großbritannien, Tschechien, Slowakei, Polen und aus weiteren Ländern sind die Fachleute vertreten. Ca. ein Drittel der Teilnehmer kommt aus dem Ausland.

Im Pressevorgespräch mit Rainer Krispin, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins GeoEnergy Celle, Kim Schwettmann, Vorstandsvorsitzender des Vereins Geo Energy Celle und Prof. Dr. Phillipp Jaeger von der TU Clausthal wurde das Anliegen der Veranstaltung verdeutlicht. Erörtert wurde dabei insbesondere das Geothermie-Projekt Ahnsbeck, das während der Konferenz hervorgehoben wird: die aktuelle Tiefengeothermie-Bohrung bei Ahnsbeck wird von Baker Hughes in Kooperation mit der Universität Göttingen und weiteren Partnern durchgeführt. Die relevanten Fakten:

In etwa 2.500 Metern Tiefe wurden in einer Bohrung 113 °C Temperatur gemessen – ein Wert, der über den in dieser Tiefe typischerweise erwarteten Temperaturen liegt. Die geologische Schicht zeichnet sich durch gute Speicherfähigkeit und ausreichende Durchlässigkeit (Permeabilität) aus. Erste Tests, darunter auch hydraulische Messungen, deuten darauf hin, dass ein geothermisches Reservoir mit Potenzial vorhanden ist. Ziel ist es, die gewonnene Wärme zunächst in den umliegenden Gemeinden Ahnsbeck und Lachendorf zu nutzen, später auch die Stadt Celle anzuschließen.

Bewertung & Ausblick

Das Geothermieprojekt in Ahnsbeck bringt mehrere potenzielle Vorteile:

  1. Erneuerbare Wärmeversorgung: Es schafft die Möglichkeit, Wärme lokal und regional CO₂‐arm zu erzeugen, was besonders in Zeiten steigender Energiepreise und dem Ziel der Dekarbonisierung von Wärmeversorgung relevant ist.
  2. Reduziertes Fündigkeitsrisiko: Durch die gute Datenlage (Bohrung, Temperatur, Durchlässigkeit) ist das Risiko, dass das Projekt scheitert, geringer als bei vielen anderen Vorhaben, bei denen geologische Unsicherheiten bestehen.
  3. Wirtschaftlicher Impuls: Lokale Versorgung, insbesondere in der Nähe von Städten und Gemeinden, kann Infrastrukturinvestitionen auslösen, Arbeitsplätze fördern und regionale Wertschöpfung erzeugen.
  4. Modellcharakter: Sollte Ahnsbeck erfolgreich sein, könnte es als Referenzprojekt dienen – für andere Regionen in Niedersachsen, Deutschland und Europa, die tiefe Geothermie vorantreiben wollen.

Wie Kim Schwettmann erläuterte, sei die Bohrung wohl ergiebig und somit eine große Chance, die durch die Partner Baker Hughes als Förderbetrieb und die SVO als regionaler Versorger erkannt haben. Letzten Endes gehe es darum, Infrastruktur für die Wärmeverteilung (Netze, Wärmeübergabepunkte) aufzubauen und genügend Abnehmer zu finden Wesentlicher Faktor für eine Wirtschaftlichkeit seien die Betriebskosten und die notwendigen Investitionen abhängig von dem Umfang des Netzes – in der Nähe der Förderstätte mit relativ wenigen Abnehmern oder mit einem ausgedehnten Netz mit vielen Abnehmern.

Mit der Kombination aus neuesten Entwicklungen in Bohrtechnologie und dem großen Potenzial des Geothermieprojekts bei Ahnsbeck markiert Celle Drilling 2025 nicht nur eine wichtige Tagung, sondern einen möglichen Wendepunkt für die nachhaltige Energiegewinnung in der Region. Die Ergebnisse aus Ahnsbeck könnten zeigen, dass tiefe Geothermie klimafreundlich, wirtschaftlich tragfähig und lokal wirksam sein kann.

Dass das Interesse am Thema Geothermie zugenommen habe, bestätigte Prof. Philipp Jaeger auch aus der Sicht, dass an der TU Clausthal ein Bachelorstudium mit zehn Studenten aktuell stattfindet, und es gebe seit zwei Jahren eine steigende Anzahl an Bewerbungen. Das Studium sei eine gute Plattform für den Nachwuchs, der bereits in Projekte involviert ist, und das sei eine gute Motivation für junge Leue 

Über den Veranstalter:

Der GeoEnergy Celle e. V. wurde 2009 gegründet und fördert die Vernetzung von Industrie, Forschung und Lehre im Bereich der Bohr- und Energietechnologien.

Weitere Informationen finden Sie unter www.geoenergy-celle.de.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.

WhatsApp-Kanal Immer bestens informiert! Erhalten Sie die neuesten Nachrichten und Updates jetzt auch direkt auf Ihr Smartphone. Folgen Sie unserem WhatsApp-Kanal und bleiben Sie schnell und unkompliziert auf dem Laufenden. Hier klicken und abonnieren!



Anzeige