Montag, 8. Dezember 2025

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Viel Lärm um Stadtkultur – Es wird einen zweiten „Freiraum“ geben

Es wird einen zweiten „Freiraum“ geben, also einen städtischen Ort, der allen Kulturschaffenden zur Verfügung steht. Ein Name ist noch nicht gefunden, daher wurde er im jüngsten Kulturausschuss mit dem Arbeitstitel „Kulturraum“ bezeichnet. Eine Immobilie, die von der Stadt für diesen Zweck mit einem Jahresbudget von 20.000 Euro angemietet werden soll, ist noch nicht gefunden, auch gibt es noch keinen Verein oder Einzelpersonen aus der freien Kunst-Szene, die für die Organisation der künstlerischen Bespielung sorgen.

Der Verein „Streetundart“ wird diese Aufgabe nicht übernehmen, sie belassen es bei ihrer Arbeit im „Freiraum“. Hier bleibt im Grunde alles, wie es war. Selbst die Location in der Schuhstraße, von der es noch vor wenigen Wochen hieß, sie müsse aufgegeben werden, weil sich ein anderer Mieter gefunden hätte, kann nach Aussage von Kulturdezernentin Nicole Mrotzek wohl erhalten bleiben. Inhaltlich soll es im „Kulturraum“ um Lesungen, Workshops, Diskussionen und andere kulturelle Ausdrucksformen gehen.

Dieses sind die Fakten, die die Sitzung im Neuen Rathaus unter Leitung von Dr. Walter Jochim (CDU) zutage befördert hat. Der Zuschauerbereich des Celle-Saals war bis auf den letzten Platz besetzt, unter anderen hatten sich etliche Vertreter der Celler Kultur-Szene eingefunden. Denn vorangegangen ist dem sachlichen Ergebnis große Aufregung in der Stadtgesellschaft, verursacht durch Presseberichte. Diese wiederum basierten auf dem von der CDU gestellten Antrag auf einen zweiten „Freiraum“ sowie unklaren Formulierungen von Seiten der Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage und Stellungnahme, in erster Linie jedoch auf der Verunsicherung der Vorsitzenden des Vereins „Streetundart“, Birgit Nieskens.

Was hatte es auf sich mit diesem vor einigen Wochen gestellten neuen Antrag? Wollte die CDU ganz einfach punkten, weil der „Freiraum“ ursprünglich zurückgeht auf eine Idee der Grünen im Celler Rat, die sich, nachdem die Stadt im Boot war, zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat? Oder ging es darum, durch die Einrichtung eines zweiten Raumes die Verwaltung komplett der Stabsstelle Kultur zu übergeben, wie es einzelne Formulierungen in Aussagen des Stabes Kultur nahelegten? In der Öffentlichkeit war der Eindruck entstanden, das Neue Rathaus wolle auf die Mitarbeit von „Streetundart“ künftig verzichten und beide Locations in Eigenregie leiten.

Es hatte wohl an Kommunikation und Transparenz gemangelt, Frau Nieskens sagt, mit ihr sei im Vorfeld nicht gesprochen worden. Die Kulturdezernentin widerspricht dem in der jüngsten Sitzung. Fest steht, dass Verunsicherung erzeugt worden war, und einer solchen folgt ebenso wie dem Gefühl von Ungerechtigkeit häufig der Wunsch nach Öffentlichkeit.

Nach den Medienberichten sah sich Nicole Mrotzek zu einer Pressemitteilung „Abstruse Diskussion – Irreführende Argumente, Freiraum aus Steuermitteln finanziert“ veranlasst:

„Wir sehen nicht ein, uns von einem kleinen Kreis, der zu Unrecht die gesamte Szene aufheizt, am Nasenring durch die Manege führen zu lassen“, ist dort zu lesen und dann ist von Stimmen die Rede, „die sich aber nicht ebenso laut und vor allem nicht öffentlich melden, die unzufrieden über die Behandlung von Antragstellern seitens des Freiraum-Teams sind. Bemängelt wird dabei unter anderem, dass es immer der gleiche Kreis sei, der sich der Immobilie bemächtige, und das eben nicht – wie von den Akteuren derzeit beschworen – die gesamte kulturelle Vielfalt partizipieren könne. Auch das kann bei Räumlichkeiten, die aus Steuergeldern und damit von der gesamten Stadtgesellschaft finanziert werden, nicht richtig sein.“ Im Nachgang zur Sitzung stellt sich allerdings heraus, dass die Verwaltung über die Bewerber für die „Freiraum-Nutzung“ stets informiert ist, mittels eines gemeinsam von „streetundart“ und dem Neuen Rathaus entwickelten digitalen Formulars verfügen beide über den gleichen Kenntnisstand. Weiterhin wird erstmalig ein Buchungssystem erwähnt, das aktuell, wie Frau Nieskens im Ausschuss klarstellt, nur eine Statistenrolle einnimmt.

In der Sitzung möchte Nicole Mrotzek über die Inhalte der Pressemitteilung nicht mehr sprechen. Denn inzwischen hat ein klärendes Gespräch stattgefunden mit dem o.g. Ergebnis. „Nicht über die Presse“, mahnt die Dezernentin und Stadtkämmerin in der Kulturausschuss-Sitzung die Beteiligten. Eine Replik erfolgt nicht, könnte jedoch lauten: Bitte keine Pressemitteilungen dieser Art!

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht

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