Samstag, 11. Juli 2026

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Deutscher Lichtkunstpreis geht an Daniel Hausig

Die Robert Simon Kunststiftung verleiht den Deutschen Lichtkunstpreis 2026 an den Schweizer Künstler Daniel Hausig. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt sein herausragendes künstlerisches Werk und seine Beiträge zur Entwicklung der Lichtkunst. Hausig ist der siebte Preisträger. Seit 2014 wird der Preis alle zwei Jahre im Kunstmuseum Celle vergeben. Zu den Ausgezeichneten gehören Otto Piene, Mischa Kuball, Brigitte Kowanz, Jan van Munster, Ulrike Gehring und Hans Kotter.

„Für mich ist Licht künstlerische Forschung. Ich male mit Licht. Meine Farben kommen aus der Steckdose.“, sagt Daniel Hausig. Der Künstler arbeitet seit den 1980er Jahren mit lichtbasierten Medien und verbindet diese mit Ansätzen der Malerei und Fotografie. Die „künstliche Natur des Lichts“ ist sein inhaltliches Themengebiet.

Anfang der 1990er Jahre experimentierte Hausig mit fluoreszierenden und phosphoreszierenden Pigmenten und setzte sie unter Strom. Das pulverförmige Material bezog er aus der Bildschirm- und Displayindustrie. In mehrschichtigen Siebdruckverfahren verarbeitete er es in seinem Atelier zu Elektrolumineszenz-Drucken. Das war der Ausgangspunkt für verschiedenste, seriell angeordnete, oft raum- oder architekturbezogene Elektrolumineszenz-Installationen. Zeitgleich begann er mit Solarstrom zu experimentieren. Sein Interesse gilt so nicht nur der Material- und Mediums, sondern auch den Energien zugeführt für sein künstlerisches Schaffen.

Zu einer früheren Werkgruppe gehört die Elektrolumineszenz-Installation „Ohne Titel“ von 1992 (Bild 1), die noch während seines Studiums vom Kunstmuseum Thun (CH) erworben wurde. Im Geiste des „artistic research“, eines in den 2000er-Jahren verbreiteten interdisziplinären Feldes zwischen Kunst und Wissenschaft, stehen bis heute seine weiteren Forschungen zur künstlichen Natur des Lichts. Anlässlich der Expo 2000 realisierte er auf der ersten Ausstellung des „Lichtparcours“ in Braunschweig die Installation „Boxenstopp“ (Bild 2). Mit selbst gefertigten Elektrolumineszenz-Drucken und eigens dafür entwickelten Solarmodulen verband er in dieser begehbaren, temporären Installation das elektrische Licht mit natürlichem Ursprung. Seine Installationen reagieren damals wie heute auf architektonische Situationen und untersuchten das Verhältnis von Farbe, Raum und Wahrnehmung.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind Farbfeld-Lichtinstallationen, die an Entwicklungen der Farbfeldmalerei der 1950er- und 1960er-Jahre anknüpfen. Hausig war Schüler von Gotthard Graubner. Er setzte sich intensiv mit einem Verständnis von Farbe auseinander, das sich nicht in der Stofflichkeit des Pigments und seiner Strukturen verortet, sondern im Licht – dem immateriellen Material der Malerei. Entsprechend fragte er sich, wie sich der Begriff des Farbfeldes und der Bildraum des Malerischen übertragen lässt in eine räumliche, lichtbasierte Praxis.

Heute nutzt Hausig LEDs, reflektierende Materialien und digitale Steuerungen, um Farbräume und Beweglichkeiten zu schaffen. In Zusammenspiel von Vorder- und Rückseite seiner Objekte und Installationen erleben die Betrachtenden fugitive Farbstimmungen. Wo sich vorderseitig zeichnerische Konturen abzeichnen, entstehen auf der Rückseite stetige Zusammenhänge mit wechselnden Eindrücken. Ein aus der Malerei stammendes, stilles Bild, wird aber immer wieder ineinander überführt. Die „künstliche Natur des Lichts“ bildet auch hier die thematische Klammer, die bis heute den konzeptuellen Kern seiner künstlerischen Forschung ausmacht.

In jüngeren Projekten verwendet Hausig fotografische Ausgangsmaterialien mit LED-beleuchteten Lichtrahmen. In der Werkreihe „Werkfotografie“ werden seine fotografischen Einzelfotos in Stop-Motion-Technik zu einer digitalen Lichtkomposition verdichtet, die atmosphärische Bewegungen zwischen Abstraktion und Landschaft erzeugt (Bild 4). Die 2024 entstandene Installation „Sunset View“ verdichtet Serien von Himmels- und Sonnenuntergangsaufnahmen zu großformatigen Farbfeldern. Für Hausig ist dies „künstliche Lichtregie“. Die künstliche Natur des elektrischen Lichts wird medial mit ihrer Ursprung, die Sonne, zurückgeführt.

Hausig lebt in Hamburg. Von 1999 bis 2025 war er Professor für Licht und Intermedia an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und in verschiedenen Forschungskontexten zur Lichtkunst integriert. Er ist Mitinitiator des Studiengangs „Lichtgestaltung“ der HBKsaar und des interdisziplinären Forschungsprojekts „LiFA (Light in Fine Arts)“. Er vernetzt Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Kuratorinnen und Designer*innen weltweit, die das Medium Licht in der Kunst und insbesondere in der Lichtkunst weiterentwickeln.

Die feierliche Preisverleihung findet im Januar 2026 im Kunstmuseum Celle statt. Das Museum beherbergt eine der umfangreichsten Sammlungen aktueller Lichtkunst in Deutschland.

Weitere Informationen:
www.kunst.celle.dewww.hausig.eu

Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon
Schlossplatz 7, 29221 Celle
Tel. 05141 12 4521
www.kunst.celle.de

PR
Foto: Maria Leverenz
VG Bild-Kunst, Bonn 2025