Freitag, 13. März 2026

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Projekt eines „Urbanen Funparks“ auf HBG-Sportplatz scheitert

Es war ein Projekt für alle Einwohner der Stadt, entsprechend wurde es in einer Info-Veranstaltung am 2. Juni dieses Jahres in der Alten Exerzierhalle präsentiert. Als feststand, dass es – zumindest am geplanten Ort – nicht zustande kommt, blieb die Öffentlichkeit jedoch außen vor. Die Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen war extrem kurz, die Mitteilungen der Verwaltung spärlich, dabei hätte es etwas zu verkünden gegeben, denn zum Zeitpunkt der Sitzung hatte sich das Scheitern des Projektes Mega-Funpark auf dem Gelände des HBG (Hermann-Billung-Gymnasium)-Sportplatzes deutlich abgezeichnet.

Zweimal wird das Vorhaben in der jüngsten Ratssitzung (Grüne und Linke) genannt als Beispiel für ein Vorgehen, das nicht auf Kommunikation und die Beteiligung aller wesentlichen Akteure setzt. Was war passiert?

Die Verwaltung hatte im Nachgang zu einem Antrag der AfD aus dem November 2024 das Konzept für einen groß angelegten multifunktionalen, urbanen Sportpark auf den Weg gebracht. Das Neue Rathaus ist für die Sportplätze in der Stadt zuständig, auch für die der Gymnasien, getragen werden diese allerdings vom Landkreis. Da es um das Gelände des HBG-Sportplatzes ging, hätten im Rahmen einer Konzeptentwicklung Absprachen mit dem Landkreis und der Schule getroffen werden müssen. Wichtig ist die Berücksichtigung der Kerncurricula zur Durchführung des Sportunterrichts, die man im Detail hätte besprechen müssen. Doch laut Schulleiter Alexander Hein gab es „vor dem Abschluss der Konzeptplanung keine Einladung zu Gesprächen von Seiten der Stadtverwaltung“. Der Oberbürgermeister habe einen direkten Austausch mit der Schulleitung während des gesamten Prozesses nicht gesucht.

Der HBG-Sportplatz befindet sich nach Aussagen etlicher Beteiligter in einem extrem verbesserungswürdigen Zustand, doch die Ideen der Verwaltung, das Gelände zu verwandeln in einen urbanen Funpark mit Kletterwand, Pumptrack, Boulefeldern, einer Bahn fürs Speedskating und vielem mehr stieß bei den Schülern auf wenig Resonanz, dieses wurde auch innerhalb einer Jugendkonferenz in der CD-Kaserne im Januar dieses Jahres von den Delegierten des HBG zum Ausdruck gebracht. Auch der Schulelternrat sprach sich geschlossen dagegen aus.

Anfang September 2025 präsentierte das Kölner Planungsbüro „PS+ Landschafts- und Freiraumplanung“ gemeinsam mit dem zuständigen Fachdienst des Neuen Rathauses sein Konzept im Ausschuss für Umwelt und technische Dienste. Marianne Schiano (CDU) fragte laut Protokoll, inwieweit der Landkreis als Schulträger mit eingebunden sei, gerade in Bezug auf die Kosten. Einen Widerspruch zwischen Schulsport und der öffentlichen Nutzung sah auch das beratende Mitglied für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Wilhelm Eggers. Rund 2,9 Mio Euro wurden für das Vorhaben veranschlagt, eine Beteiligung am Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ war vorgesehen, 22.000 Euro wurden für die Konzepterstellung ausgegeben.

Doch am Widerstand der Schulverantwortlichen kam das Neue Rathaus letztendlich nicht vorbei. Landrat Axel Flader schaltete sich als Vermittler ein: Ein Gespräch zwischen ihm und dem Oberbürgermeister der Stadt Celle Dr. Jörg Nigge endete mit dem Ergebnis, dass die Verwaltung von dem Vorhaben auf dem Sportplatz des HBG Abstand nimmt, „weil man aus Sicht der Stadt die jetzt aufgekommenen Forderungen der Schule zum Sportplatz nicht mit der ursprünglichen Intention der Sportplatzgestaltung in Einklang bringen kann.“

Bleibt die Frage, in welcher Form das Gelände, das Stadtbaurätin Elena Kuhls in lokalen Medien als „einen rumpeligen Rasenplatz mit abgängiger Laufbahn“ bezeichnet hat, ertüchtigt werden wird. Die Stadt Celle ist verpflichtet, den Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Celle geeignete Anlagen für den Schulsport zur Verfügung zu stellen. Der Leiter des HBG Alexander Hein verfolgt den Plan, die Mitglieder der Fachgruppe Sport in Zusammenarbeit mit dem Fachberater Sport zu bitten, ein Anforderungsprofil für eine schulische Sportanlage zu entwickeln.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht

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