Freitag, 6. März 2026

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60 Jahre Dienst bei den Johannitern: Gerhard Latt für ehrenamtliches Engagement geehrt

Es war eine sehr emotionale Veranstaltung, als der 75-jährige Gerhard Latt für sein vielfältiges Engagement bei den Johannitern geehrt wurde. Seit 1966 ist der heutige Fachmann für Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ehrenamtlich tätig. Landrat Axel Flader und Wegbegleiter Seven Heine, Regionalvorstand Harz-Heide würdigten die Leistung des Jubilars in einer Feierstunde im Alten Rathaus.

 „Ein solches Engagement über so lange Jahre ist außergewöhnlich und bewundernswert. Gerd ist den Menschen zugetan. Er sieht, beobachtet und hilft. Die Kombination seiner Kompetenz und fachlichen Expertise auf der Basis christlicher Werte und besonders der von Gerd vorgelebten Nächstenliebe sind beispielslos. Wir sind unendlich dankbar, Gerhard Latt in unseren Reihen zu wissen“, so der Ortsbeauftragte Thomas Adasch bei der Begrüßung anlässlich der Feierstunde im Alten Rathaus. Adasch überreichte dem Jubilar die Ehrenurkunde zum Jubiläum.

Das hatte sich Gerhard Latt nicht träumen lassen, als er am 6. Februar 1966 der Johanniter-Unfall-Hilfe beitrat – in einen Ortsverband, der zu diesem Zeitpunkt knapp 14 Jahre existierte. Seine große Schwester hatte ihn mitgenommen und er meinte, „mal hingehen…, kann ich ja mal“ und dann blieb er dabei. „Es war rundum schön“, fasst der Geehrte seine Anfangsjahre zusammen, „wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft, jeder hat jedem geholfen.“

In der Rückschau sind das für ihn „plötzlich 60 Jahre“. „Wo ist die Zeit geblieben“ mag er sich fragen und wurde daran ausführlich in der Feierstunde erinnert. Kontinuierlich hat sich Gerhard Latt weitergebildet und eine beeindruckende ehrenamtliche Karriere vorzuweisen: Als 15-Jähriger fing er mit einem Erste-Hilfe-Kurs an, wurde später Erste-Hilfe-Ausbilder, Zugführer, Rettungssanitäter, Fachberater Sanität, Stabsarbeit, Notfallseelsorger, Fachberater Psychotraumatologie, Lehrbeauftragter für Lehrkräfteausbildung und PSNV und dann bis 2025 Landeskoordinator PSNV im Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter. Er vertrat außerdem die JUH im Landesbeirat PSNV des niedersächsischen Innenministeriums.

Bereits ab den 1970er Jahren beobachtete Latt, was belastende Einsätze mit den Einsatzkräften machte und auch welche (langfristige) Auswirkungen einschneidende Geschehen auf Betroffene haben können. Doch damals war die Zeit für eine systematische Aufarbeitung noch nicht reif. Seelische Belastungen wurden kaum thematisiert. Heute ist dies anders, aufgrund der Erfahrungen mit Katastrophen und Großschadenslagen, besonders Eschede bildet hier eine Zäsur.  Besonders geprägt haben Gerhard Latt die Einsätze 1970 bei dem Zugunglück in Celle, beim verheerenden Waldbrand 1975, beim ICE-Unglück in Eschede 1998 und 2021 bei der Flutkatastrophe in Ahrweiler.

Gerhard Latt begann 2004 eine Ausbildung zum Notfallseelsorger im Kirchenkreis Celle. Pastorin Inge Matern, heute Landespfarrerin der JUH (Niedersachsen/Bremen) und auch Celler Ortsverbandspastorin, begleitete ihn. Und das Metier ließ ihn nicht mehr los: Er war maßgeblich an den Entwicklungen der PSNV bei den Johannitern beteiligt. Ausbildung, Vorgehensweisen im und nach dem Einsatz, Voraussetzungen und Eignungen für das PSNV-Personal und vieles mehr. Es ist die Hilfe in der Akutphase eines Ereignisses, wenn sich für den betroffenen Menschen alles schlagartig geändert hat. Um das Erlebte zu verarbeiten, braucht es eine Erste Hilfe in Sachen Seele. „Du musst die Menschen zum Reden bringen, sie müssen sich das Erlebte wahrhaftig von der Seele reden, damit sie sich wiederfinden, zur eigenen Aktion zurückfinden.“

Landrat Axel Flader betonte in seiner Rede die Bedeutung ehrenamtlicher Leistungen von Hilfsorganisationen im Allgemeinen – Übernahme von Verantwortung unter teilweise erschwerten Bedingungen, hohe fachliche Anforderung und die Bereitschaft für andere da zu sein, die damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft sind. Flader drückte Gerhard Latt seine Anerkennung und hohe Wertschätzung aus: „Sie stehen in besonderer Weise für dieses Verständnis von Ehrenamt – nicht nur als Helfer, sondern auch als Mitgestalter. Ihr Wirken steht damit exemplarisch für viele Ehrenamtliche, die weit über das eigene Engagement hinausdenken, Verantwortung übernehmen und Strukturen schaffen, von denen andere profitieren.“ Außerdem habe sich der Jubilar konsequent für die psychosoziale Notfallversorgung eingesetzt, es galt Strukturen zu schaffen, Halt zu geben für Einsatzkräfte und sich einzusetzen für Betroffene und Angehörige gerade nach einschneidenden Ereignissen wie der Katastrophe von Eschede. Gerade da wurde eine notwendige professionelle und zugleich menschliche Begleitung deutlich.

„Als Lehrbeauftragter Dozent und Fachberater haben Sie viele Ehrenamtliche geprägt und dafür gesorgt, dieses wichtige Aufgabenfeld nachhaltig in den Hilfsorganisationen zu verankern“, so Flader.

Besonders emotional und ergreifend wurde es bei der Feierstunde, als Sven Heine, ehrenamtliches Mitglied im Regionalvorstand Harz-Heide der JUH, das Wort ergreift. „Gerhard Latt ist mein Kamerad, mein Freund und mein verlässlicher Ratgeber. Er hat meinen Werdegang begleitet, mich manches Mal zum Nachdenken über Geschehenes gebracht und mir den Rücken gestärkt, wenn neue Herausforderungen anstanden und anstehen“, sagte Heine. Er war gemeinsam als 26-Jähriger mit Latt im Einsatz vor Ort in Eschede. Auch er hat die PSNV-Ausbildung durchlaufen. Er konnte als Einheitsführer, Ortsbeauftragter und jetzt als Vorstand sich immer auf Latt verlassen. „Sein manchmal spitzfindiger Humor, das typische Augenzwinkern und Auflachen, seine Einschätzung von Menschen und Situationen, seine reflektierende Art, aber auch seine menschlichen Werte und seine Überzeugungen prägen mich bis heute. Danke, Gerd, es ist gut dich an der Seite zu wissen. Dies gilt gleichermaßen für die Johanniter in Celle und über dessen Grenzen hinaus und für mich im Besonderen!“ Auch bedankte sich Heine bei Latts Ehefrau und Tochter für das unendliche Entgegenkommen, den Mann und den Vater mit der JUH zu teilen. „Ohne unsere Familien und deren Akzeptanz sind solche Leistungen nicht zu erbringen.“

PR/Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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