Samstag, 7. März 2026

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IHK: „So werden wir es nicht schaffen“

IHKLW-Präsident Kirschenmann ist besorgt über den Anstieg der Firmenpleiten und fordert kraftvolle Wachstumsimpulse durch Entlastungen bei Energiekosten, Steuern und Bürokratie.
Den Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, in Niedersachsen und in der Region deutet Andreas Kirschenmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW), als Alarmsignal.

„So werden wir es nicht schaffen. Für mehr Wettbewerbsfähigkeit braucht es jetzt mutige Strukturreformen und kraftvolle, dauerhaft wirksame Wachstumsimpulse“, sagt Kirschenmann. „Die hohen Energiepreise sind aktuell eine der größten Wachstumsbremsen. Mit einer Senkung der Stromsteuer für Betriebe aller Branchen kann ein erster Entlastungsschritt getan werden. Generell ist Deutschlands Steuerbelastung im internationalen Vergleich deutlich zu hoch und wirkt deshalb hemmend auf Investitionen und Innovationen.“

Durch Entlastungen bei der Körperschafts- und Einkommenssteuer könnte der Standort langfristig gestärkt und Wachstum sowie Beschäftigung gefördert werden. Die Sozialabgaben dürften nicht weiter steigen und der Bürokratieabbau müsste endlich an Fahrt gewinnen – mit einer echten Modernisierungsoffensive. „Genehmigungsverfahren müssen einfacher, schneller und digitaler werden. Und zwar kurzfristig und für alle Unternehmen spürbar“, so der IHKLW-Präsident. Ankündigungen reichten nicht aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Niedersachsen ist von 1.824 im Jahr 2024 auf 1.910 Fälle in 2025 angestiegen und hat damit innerhalb eines Jahres um 4,7 Prozent zugenommen. Davon sind 12.537 Beschäftigte betroffen. Das zeigt die vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) herausgegebene Insolvenzstatistik für das Jahr 2025. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist im IHKLW-Bezirk 2025 im Vergleich zum Vorjahr sogar um 8,3 Prozent angestiegen: 262 regionale Unternehmen haben Insolvenz angemeldet. In Nordostniedersachsen ist der Anstieg besonders stark im Heidekreis und in der Stadt Wolfsburg mit jeweils 31,8 Prozent sowie im Landkreis Gifhorn mit 36,4 Prozent.

Bundesweit verzeichnet die Creditreform Wirtschaftsforschung 23.900 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025. Das ist der höchste Wert seit 2015 (23.180 Fälle). Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Fallzahlen um 8,3 Prozent. Nach Einschätzung der IHKLW spiegelt das die angespannte wirtschaftliche Situation wider. Kirschenmann: „Die konjunkturellen und strukturellen Belastungen führen viel zu viele Betriebe in die Insolvenz.“

Laut Creditreform Wirtschaftsforschung weisen viele Unternehmen einen hohen Verschuldungsgrad auf und haben unter den aktuellen Bedingungen Schwierigkeiten, bestehende Kredite zu bedienen oder neue Finanzierungen zu erhalten. Wie ernst die Lage ist, untermauern auch Teilnahmezahlen an Sprechtagen zur Krisenvorsorge der Industrie- und Handelskammern: Mehr als 600 Unternehmen haben während der bundesweiten IHK-Aktionswoche im November an Online-Veranstaltungen teilgenommen – ein Jahr zuvor waren es noch 500. Nach Einschätzung der IHKLW sind die Ursachen klar: hohe Kosten, schwache Nachfrage, große Unsicherheit. Kurzfristig scheine leider keine Entspannung in Sicht, es sei zu befürchten, dass die Insolvenzzahlen deshalb auch 2026 hoch bleiben.

Um Unternehmen in herausfordernden Zeiten zu unterstützen, bietet die IHKLW kostenfreie, vertrauliche Beratungen wie die Expertengespräche „Strategie und Finanzierung“ und „Unternehmenssicherung“ an. Dabei analysieren Expertinnen und Experten die individuelle Unternehmenssituation und zeigen Lösungswege. Eine Übersicht der Beratungen und die Buchungsmöglichkeit ist unter www.ihklw.de/expertengespraeche zu finden. Ansprechpartner ist Thomas Rekowski, IHKLW-Berater Unternehmensförderung, thomas.rekowski@ihklw.de, Tel. 05141 9196-22.

PR
Foto: Juergen-Mue

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