Freitag, 6. März 2026

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Wie war das damals? – Bomann- und Kunstmuseum luden ein zum Celle-Tag

Stift, Schere, Bastelmaterial oder Aufgabenzettel – während des Celle-Tages ersetzten diese Utensilien das vielzitierte Handy in Kinderhand. Die Verantwortlichen des Bomann- und Kunstmuseums hatten sich für den eintrittsfreien Tag der Offenen Tür am Samstag eine Fülle an Themenfeldern, Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten für Kinder einfallen lassen. Das Motto lautete „Nichts bleibt, wie es war!“, für Digitales gab es also ohnehin keinen Raum. Vielmehr wurde an mehreren Stationen über das gesamte Haus verteilt sowie mittels einer Führung gezeigt, wie die Menschen in vergangenen Jahrhunderten lebten.

Konzentriert sitzt Filina auf einer Schulbank aus Holz, eine Tintenfeder in der Hand und malt Buchstaben in Sütterlin-Schrift. „Ich fand das einfach interessant“, sagt die Neunjährige in einer Umgebung, die ein Klassenzimmer mit allem, was vor 100 Jahren dazu gehörte, nachahmt. „Tinte-Tafel-Tablet“ ist der Bereich überschrieben, eine Dame, die dem Museumsverein angehört, spielt die Lehrerin und leitet die interessierten Kinder an. Sie können ausprobieren, anfassen – Praxis statt Theorie. „Ich verkleide mich als feine Dame“, ruft Filina aus, als sie an der Station „Ich, ich, immer nur ich – Wie macht man ein Selfie ohne Handy und ein Portrait ohne Öl?“ nostalgische Kleidung entdeckt. Henrik hat sich einen Gehrock ausgesucht, sein Vater hilft dem Sechsjährigen hinein, und dann geht es vor die Fotowand, eine Sofortbild-Kamera liegt bereit. Wenige Meter weiter wird es in der museumspädagogischen Werkstatt unter der Überschrift „Klick, wisch, weg? – Welche Dinge hat das Smartphone verdrängt?“ auch für Erwachsene interessant. Museumspädagogin Karin Schecker präsentiert Plattenspieler samt Singles und LPs, Cassetten-Rekorder, eine Schreibmaschine, Lexika in Buchform, Festnetz-Telefone, einen Autoatlas und vieles mehr. Filinas und Henriks Vater ist 39. Cassetten-Rekorder ist ihm noch ein Begriff, aber als Frau Schecker eine Single auflegt, heißt es: „Nein, das ist auch für mich neu, ich weiß aber, dass es ein Revival gibt.“ Auch an dieser Station laden die Gegenstände zum Ausprobieren ein, sind verknüpft mit Aufgabenstellungen, telefoniert wird beispielsweise mit einem Dosentelefon. „Au ja!“, rufen Henrik und seine Schwester aus, als Karin Schecker fragt: „Wollt Ihr mal ein Dosentelefon basteln?“

Der Celle-Tag wird gut nachgefragt, ein Zwischenstopp in der Eingangshalle, wo der Museumspädagoge Adrian Schwinge die Gäste in Empfang nimmt, zeigt um die Mittagszeit einen Strom von Besuchern. „Es ist eine gute Möglichkeit, das Museum kennenzulernen und die Kunstwerkstatt im Kunstmuseum zu besuchen“, beschreibt Anne Witte den Grund für ihre Teilnahme. Ihre vierjährige Tochter Annabell ist im Dachgeschoss des Kunstmuseums eifrig dabei, etwas zum Thema „Donnerwetter und Sonnenschein. Die Kunst des Wettermachens“ zu basteln. Einige Muster an fertigen „Wetterboxen“ stehen als Anleitung neben einer Fülle von Materialien bereit, aber grundsätzlich geht es darum: „Die Kinder sollen machen, was ihnen gefällt, ohne Vorgabe einfach drauflos basteln“, erläutert die freie Mitarbeiterin Sarina.

Es sind allerdings nicht ausschließlich Erwachsene mit Kindern, die das Angebot nutzen. „Ich wusste gar nicht, dass Celle mal eine Straßenbahn hatte“, sagt Manuela Bethmann zu ihrer Freundin Ingelore Neumann. Beide haben sich aus Hermannsburg auf den Weg ins Museum gemacht. „Ich glaube, ich war das letzte Mal mit der Schule hier“, blickt Frau Neumann zurück. Sie bummeln durch die Dauerausstellung und entdecken viel Neues, auch das Motto beschäftigt sie: „Es ist interessant zu vergleichen, wie es damals war und heute ist, die Technik entwickelt sich rasend schnell.“ Ihre Gedanken gehen zurück in die Kindheit: „Wir hatten nicht viel, haben mit wenig draußen gespielt und waren glücklich.“

Das Fazit der Freundinnen zum Celle-Tag des Bomann- und Kunstmuseums fällt eindeutig aus: „Einfach schön!“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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