Leerer Lernort
Dem Neuen Rathaus war es eine Pressemitteilung wert: „Lernort Alte Exerzierhalle: Stadt reagiert auf Schülerwunsch“ war sie überschrieben. Am 8. Dezember des vergangenen Jahres wurde der Raum zum Lernen mit 35 Plätzen, der montags bis freitags zur Verfügung steht, eröffnet.
Wie die Auslastung sei, ob es Stoßzeiten gebe, wollte Bernd Zobel (Grüne) im jüngsten Schulausschuss wissen. „Der Ort wird angenommen, noch wird er nicht vollständig ausgenutzt. Konkrete Auslastungszahlen kann ich nicht nennen“, antwortete der zuständige Dezernent für Bildung und Soziales Sebastian Stottmeier. Johanna Thomsen regte an, den Raum im Gebäude der Alten Exerzierhalle noch ein wenig gemütlicher auszustatten.
Die Anregung aufzunehmen, dürfte sich – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – nicht lohnen. „Tatsächlich musste ich selbst noch einmal nachsehen, wo sich die Halle genau befindet und was genau es damit auf sich hat. Ehrlicherweise hatte ich die Möglichkeit, dort zu lernen, völlig aus dem Blick verloren“, antwortet Elena Prastalo vom Kreisschülerrat Celle auf CP-Anfrage. „Die meisten Jugendlichen lernen gemeinsam in der Stadt. Häufig wurde die Stadtbibliothek genutzt, inzwischen trifft man sich aber auch vermehrt in Cafés wie dem Espresso House.“ Ihrem Eindruck nach sei die Halle allgemein noch etwas zu wenig präsent und die Jugendlichen hätten sich bereits an andere Lernorte gewöhnt.
Vier Besuche in der Alten Exerzierhalle im Laufe der vergangenen Woche und am Montag dieser Woche zu verschiedenen Zeiten am Mittag und Nachmittag ergaben, dass kein einziger Jugendlicher sich in dem Lernort befand.
Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge berief sich in der Pressemitteilung auch auf seine „regelmäßigen Besuche bei Schulklassen“, ihm sei hier immer wieder gespiegelt worden, dass die Lernorte derzeit nicht ausreichten. Der Verwaltungschef erwähnt es nicht, aber auch auf der Jugendkonferenz im vergangenen Jahr wurde im Zusammenhang mit der Sanierung der Stadtbibliothek der Wunsch nach Räumlichkeiten, wo man lernen könne, geäußert.
„Die Schüler haben bestellt, die Verwaltung hat geliefert – genau so stelle ich mir den Dialog in unserer Stadtgesellschaft vor“, wird Jörg Nigge in der Pressemitteilung zitiert. Eine gut gemeinte Aussage und ein gut gemeintes Ansinnen, aber an dieser Stelle ist mit dem Dialog offensichtlich etwas schief gegangen.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
WhatsApp-Kanal
Immer bestens informiert! Erhalten Sie die neuesten Nachrichten und Updates jetzt auch direkt auf Ihr Smartphone. Folgen Sie unserem WhatsApp-Kanal und bleiben Sie schnell und unkompliziert auf dem Laufenden. Hier klicken und abonnieren!
Anzeige






