Mittwoch, 13. Mai 2026

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Witzig, wild und schrill – Bunburry von Oscar Wilde feierte eine rasante Premiere im Celler Schlosstheater

Mit der gefeierten Aufführung von „Bunburry oder Von der Notwendigkeit Ernst zu sein“ im Jahr 1895 stand Oscar Wildes Stern im Zenit. In dieser Komödie entwickelte Wilde die Philosophie des „Bunburysierens“.  Es handelt sich dabei um die Schaffung einer virtuellen Parallelwelt, um den Zwängen des Alltags zu entfliehen.

Die Geschichte dreht sich um die beiden Freunde Jack und Algernon. Um ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte ausleben zu können, führen die Beiden ein Doppelleben fern von ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Der abenteuerlustige Algernon erfindet einen kränklichen Freund namens Bunburry, den er regelmäßig auf dem Land besuchen muss. Jack gibt dagegen vor, sich um seinen feierlustigen Bruder Ernst, der in der Stadt wohnt, kümmern zu müssen, um möglichst oft in die Stadt reisen zu können. Jack führt als Ernst in der Stadt ein genussvolles ausschweifendes Leben, während er auf seinem Landsitz das moralisch unantastbare Vorbild für sein Mündel Cecily darstellt.

Als aber Algernon auf Jacks Landsitz auftaucht, und sich als sein Bruder Ernst ausgibt, ist das Chaos perfekt.  Algernon verliebt sich in Jacks Mündel Cecily, Algernons Cousine Gwendolen verliebt sich im Gegenzug in Jack, der sich ihr als Ernst vorgestellt hat.  Beide Frauen können sich nichts Besseres vorstellen als einen Mann namens Ernst zu heiraten. „Dieser Name löst so ein Gefühl von Sicherheit aus“.

Schon bald werden Hochzeiten geplant, der Schwindel fliegt auf und es besteht Erklärungsbedarf. Bunburry ist eine komplexe und vielschichtige Komödie, humorvoll aber auch gesellschaftskritisch. Die Inszenierung des Celler Schlosstheaters ist modern und unterhaltsam. Sie spiegelt aber auch die Wirklichkeit von Oscar Wilde´s Zeit wider und ist eine messerscharfe Satire auf Rollenklischees.

Dieser Theaterabend bot Amüsement auf hohem darstellerischen Niveau, in dem die Schauspieler zu Höchstform aufliefen und es richtig krachen ließen.

Bunburry ist ein mit virtuosem Wortwitz gespicktes Theatererlebnis, das von dem begeisterten Premierenpublikum mit herzlichem Lachen und tosendem Applaus honoriert wurde.

Mit: Lars Fabian, Marlon Franck, Yanthe Liv Glienke, Mia Kaufhold, Verena Saake, Anja Syrbe, Thomas Wenzel
Regie: Kathrin Sievers

Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos:  Marie Liebig

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