„Lichter auf den Schienen“ setzt Zeichen für Frieden
Mit Kerzenlicht, Musik und persönlichen Worten ist am Mittwochabend an der Rampe in Bergen an Krieg, Verfolgung und die Bedeutung von Frieden erinnert worden. Unter dem Titel „Lichter auf den Schienen“ hatte der Verein AG Bergen-Belsen e. V. zu einer Gedenk- und Friedensveranstaltung eingeladen.












Zahlreiche Besucher versammelten sich am historischen Ort, um gemeinsam ein Zeichen gegen Krieg zu setzen. Im Mittelpunkt stand dabei die Botschaft, in einer Zeit aktueller Konflikte nicht zu resignieren, sondern Hoffnung und Solidarität sichtbar zu machen.
Für die musikalische Begleitung sorgte ein Trio des Musiklehrer-Stammtischs. Ergänzt wurde das Programm durch ein Ensemble ukrainischer Kinder, die unter anderem „Ein bisschen Frieden“ sowie ein Lied in ukrainischer Sprache vortrugen. Ihre Darbietungen griffen das zentrale Thema des Abends – Krieg und Frieden – auf und verbanden historische Erinnerung mit aktuellen Ereignissen.
Erinnern und Mahnen an historische Erfahrungen
Elke von Meding eröffnete ihren Beitrag mit dem Lied „Mandelzweig“ und sprach über persönliche und historische Erfahrungen von Krieg. Sie erinnerte daran, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei und auch heute nicht als gesichert gelten könne. In ihren Ausführungen griff sie aktuelle Entwicklungen ebenso auf wie eigene Erinnerungen und betonte, wie wichtig es sei, sich bewusst gegen eine zunehmende Militarisierung zu stellen.
Einen historischen Bezug stellte auch die Historikerin und Kuratorin der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Diana Gring, her. Sie erinnerte an das Schicksal von Anastasija Gulej, die als junge Frau während der NS-Zeit deportiert wurde und unter anderem das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebte. Gulej, die heute in der Ukraine lebt, hatte 2022 selbst an der Rampe gesprochen.
Gring schilderte den Lebensweg der heute 100-Jährigen: von der Zwangsarbeit über die Haft in Auschwitz und Bergen-Belsen bis hin zu ihrem späteren Engagement für Erinnerung und Verständigung. Besonders eindrücklich sei, dass Gulej nach dem Angriff Russlands erneut Krieg erleben musste und zeitweise nach Deutschland geflüchtet war, bevor sie nach Kiew zurückkehrte.
Zugleich berichtete Gring von einer Spendenaktion, bei der innerhalb kurzer Zeit Unterstützung für die Zeitzeugin gesammelt wurde. Diese Form der Solidarität sei ein Beispiel dafür, wie Menschen auch in schwierigen Zeiten füreinander einstehen könnten.
Musik und Beiträge als Ausdruck von Hoffnung
Neben den Redebeiträgen spielte Musik eine zentrale Rolle. Sie wurde dabei nicht nur als künstlerisches Element verstanden, sondern auch als Ausdruck von Hoffnung und Zusammenhalt – sowohl in der Gegenwart als auch in der historischen Rückschau.
Weitere Beiträge griffen das Leben von Anne Frank und die Erfahrungen von Verfolgten im Nationalsozialismus auf. Dabei wurde deutlich gemacht, dass hinter den historischen Ereignissen individuelle Lebensgeschichten stehen, die nicht allein auf ihr tragisches Ende reduziert werden sollten.
Zum Abschluss beteiligte sich die Gruppe SüdheideBUN[D]T aus Hermannsburg mit einem Beitrag, unter anderem mit dem Vortrag des Liedes „Komm wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg. Die Gruppe machte deutlich, dass sie sich auch gegen aktuelle Formen von Extremismus engagiert und regelmäßig bei entsprechenden Veranstaltungen präsent ist.
Zeichen in einer aktuellen Debatte
Die Veranstaltung fand am 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen statt. Vor diesem Hintergrund wurde die Verbindung zwischen historischer Erinnerung und aktuellen Konflikten mehrfach thematisiert.
Die Botschaft des Abends blieb dabei klar: Frieden erfordere aktives Handeln, gegenseitige Rücksichtnahme und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die entzündeten Lichter auf den Schienen standen symbolisch für diese Haltung – als stilles, aber sichtbares Zeichen in einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
WhatsApp-Kanal
Immer bestens informiert! Erhalten Sie die neuesten Nachrichten und Updates jetzt auch direkt auf Ihr Smartphone. Folgen Sie unserem WhatsApp-Kanal und bleiben Sie schnell und unkompliziert auf dem Laufenden. Hier klicken und abonnieren!
Anzeige






