Donnerstag, 11. Juni 2026

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Berufsmesse bringt Schüler und Betriebe zusammen

Bei bestem Frühlingswetter hat am Donnerstag die Berufs- und Ausbildungsmesse „Meine Zukunft in Südheide“ auf dem Gelände der Oberschule Hermannsburg stattgefunden. Rund 500 Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, sich über Ausbildungswege zu informieren und Berufe direkt auszuprobieren.

Praxis statt Theorie auf dem Schulgelände

Die Messe, die zeitgleich zum bundesweiten Zukunftstag organisiert wurde, setzte erneut auf ein Konzept, bei dem das Mitmachen im Mittelpunkt steht. An insgesamt 38 Ständen präsentierten sich Unternehmen und Institutionen aus der Region.

Ob Pflasterarbeiten, Malerhandwerk, Schraubarbeiten oder das Bedienen eines Minibaggers – viele Angebote waren darauf ausgelegt, den Jugendlichen praktische Einblicke zu geben. „Man soll mit anpacken und Eindrücke mitnehmen“, sagte Siegfried Schulz, Forensprecher für Handwerk und Industrie im Unternehmerverband Südheide. Auch wenn ein solcher Tag für die Betriebe mit Aufwand verbunden sei, bleibe er wichtig für die Nachwuchsgewinnung.

Ein besonderes Angebot kam in diesem Jahr neu hinzu: Die BothmerHübner Partnerschaft mbB, Architekten und beratende Ingenieure, stellte unter anderem einen Digitaldruck vor. Im Pflegebereich sorgte ein sogenannter Demenzparcours für Aufmerksamkeit, bei dem Alltagssituationen aus der Perspektive von Betroffenen erlebbar gemacht wurden.

Schulen und Unternehmen eng vernetzt

Organisiert wurde die Messe vom Unternehmerverband Südheide in Zusammenarbeit mit der Oberschule Hermannsburg und dem Christian-Gymnasium Hermannsburg. Die Klassen besuchten die Messe zeitversetzt, um ausreichend Raum für Gespräche und praktische Übungen zu schaffen.

Viviane Richter, zuständige Lehrerin am Christian-Gymnasium, betonte den Nutzen der Veranstaltung: „Wir konnten viele Schülerinnen und Schüler bereits in Praktika vermitteln. Solche Angebote helfen, Kontakte zu knüpfen – egal ob über Gespräche vor Ort oder über Infomaterial.“

Auch Michael Zilk, Schulleiter des Christian-Gymnasiums, wies darauf hin, dass der Weg nach dem Schulabschluss nicht festgelegt sei: Einige Absolventen entschieden sich zunächst für eine Ausbildung und nähmen später ein Studium auf. Evelyn Haller, Oberschuldirektorin der Oberschule Hermannsburg, hob die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Celle hervor, insbesondere bei der Ausstattung und Instandhaltung der Schule.

Gute Resonanz bei rund 500 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern

Nach Angaben von Uschi Braun, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Südheide, fiel die Zahl der teilnehmenden Schulklassen in diesem Jahr etwas geringer aus. Zwei Klassen weniger seien von den Schulen bestätigt worden. Insgesamt nahmen dennoch fast 500 Schülerinnen und Schüler teil, darunter auch ehemalige Absolventen.

Henrik Heesch, stellvertretender Vorsitzender des Unternehmerverbandes, betonte die regionale Ausrichtung der Messe: Sie richte sich gezielt an Unternehmen aus dem Einzugsgebiet und bringe diese mit potenziellen Auszubildenden zusammen.

Austausch auf Augenhöhe

Der Vorsitzende des Unternehmerverbandes, Lars Kristian Behn, eröffnete die Messe und rief die Jugendlichen dazu auf, die Gelegenheit aktiv zu nutzen: „Sprecht die Menschen an, stellt Fragen – auch an diejenigen, die schon länger im Beruf sind oder den Weg gewechselt haben.“

Im Gespräch ergänzte Behn, dass solche Veranstaltungen wichtig seien, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. „Hier kann jeder einmal die Brille des anderen aufsetzen“, sagte er. Selbst wenn sich im Nachhinein herausstelle, dass ein Beruf nicht der richtige sei, könne diese Erfahrung prägend sein.

Auch für Unternehmen sei der direkte Kontakt mit den Schulen wertvoll. Behn berichtete, dass viele Ausbildungsplätze in der Region weiterhin besetzt werden könnten und Formate wie diese Messe gut angenommen würden. „Es ist ein Erfolgsmodell“, so sein Fazit.

Ausbildung als Einstieg – nicht als Grenze

Auch aus dem Gesundheitsbereich wurde für flexible Berufswege geworben. Voss, Forensprecher Gesundheit im Unternehmerverband Südheide, betonte, dass eine Ausbildung nicht das Ende bedeute. „Man kann sich weiterentwickeln, bis hin zum Studium“, sagte er und verwies insbesondere auf Möglichkeiten im medizinischen Bereich.

Unterstützung aus Politik und Verwaltung

Bürgermeisterin Katharina Ebeling dankte dem Unternehmerverband sowie den beteiligten Schulen für die Organisation. Es sei wichtig, dass ortsansässige Unternehmen ihre Berufsbilder vorstellten und Perspektiven in der Region aufzeigten. Gleichzeitig würdigte sie das Engagement der Betriebe, die sich den Gesprächen mit den Jugendlichen stellten.

Messe als fester Bestandteil der Berufsorientierung

Die Berufsmesse in Hermannsburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Berufsorientierung entwickelt. Wie Siegfried Schulz berichtete, zeige die Erfahrung der letzten Jahre, dass ehemalige Schülerinnen und Schüler später selbst als Auszubildende oder Fachkräfte an die Messestände zurückkehren.

Bis zum Nachmittag bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch, Ausprobieren und Informieren – und damit eine direkte Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse