Montag, 11. Mai 2026

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Lesung und Buchgespräch mit Vladimir Esipov am 5. Mai bei Kunst & Bühne: Russland und die Zeitenwende – ein Abend über Geschichte, Macht und Freiheit

Drohnen über Celler Kasernen, erhöhter Flugbetrieb auf den Bundeswehrflugplätzen der Region, und Rheinmetall baut am Standort Unterlüß in Rekordtempo die größte Munitionsfabrik Europas. Die Zeitenwende zeigt sich längst auch in Celle und Umgebung.

Dass wir Russland heute wieder als Bedrohung erleben, ist wesentlich auch Ergebnis der inneren Entwicklung des Landes. In seinem Buch Die russische Tragödie untersucht Vladimir Esipov, wie es dazu kommen konnte, dass seine Heimat zum Feind der Freiheit wurde. Am 5. Mai stellt er sein Buch bei Kunst & Bühne dem Celler Publikum vor.

In Russland geboren und aufgewachsen, hat Vladimir Esipov als Journalist Politik und Kultur seines Landes über Jahrzehnte hinweg begleitet. Heute lebt er im Exil in Berlin und arbeitet für die Deutsche Welle.

Seit der Sender in Russland zur „unerwünschten Organisation“ erklärt wurde, hat sich Esipovs Lage noch einmal grundlegend verändert. Russischen Staatsbürgern ist selbst der Kontakt zu Medien wie der Deutschen Welle verboten, auch wenn sie im Ausland leben. Esipov musste sein soziales Umfeld in Russland warnen und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen treffen. Die politischen Entwicklungen betreffen ihn damit nicht nur als Beobachter, sondern unmittelbar persönlich.

Doch wie konnte es dazu kommen, dass Russland zu einem Unrechtsstaat geworden ist? Um dies verständlich zu machen, zeichnet das Buch einen Längsschnitt durch mehr als dreißig Jahre Geschichte seit dem Untergang der Sowjetunion.

Im besten Sinne ist es ein aufklärerisches Buch. Es zeigt, wie sich Putins Regime gegen die Idee der Freiheit gestellt hat und warum Russland heute eine antagonistische Rolle gegenüber dem Westen einnimmt. Zugleich wirkt es der Dämonisierung entgegen, indem westliche Leser nachvollziehen können, was ganz normale Menschen dort erlebt haben.

Das gelingt besonders eindrücklich, wenn Esipov die sozialen und wirtschaftlichen Katastrophen der 90er Jahre schildert: absurde Inflationsraten, der Zusammenbruch der Sozialsysteme, ja sogar die Entwertung jeglicher Alltagsethik trafen auf eine Gesellschaft, die anfangs den Westen und die Freiheit begeistert empfangen hat.

Im Rahmen des Abends werden auch die aktuellen Entwicklungen in Russland und im Ukraine-Krieg besprochen. Es gibt Gelegenheit, Fragen an Vladimir Esipov zu richten.

Mittwoch, 5. Mai 2026, Beginn 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, 15 €.
Karten gibt es an der Abendkasse, im VIOLAS am Markt 9, bei der Buchhandlung Sternkopf und Hübel in der Neuen Straße 11 und online unter www.kunstundbuehne.de

Kunst & Bühne

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