„Das ist meine Lücke!“ Parkplatz-Mythen zum Mai-Ausflug: TÜV NORD räumt mit Irrtümern auf
Ob Badesee, Biergarten oder Kurztrip ins Grüne – die langen, sonnigen MaiWochenenden locken viele Menschen nach draußen. Doch wo Freizeitspaß wartet, wird die Parkplatzsuche zur Geduldsprobe. In der Hektik entstehen schnell Konflikte – besonders, wenn sich Autofahrende auf vermeintliche Regeln verlassen, die es so gar nicht gibt.

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Marc Schnoor, Leiter der TÜV NORD Station Celle, ordnet typische Konfliktsituationen ein und räumt mit den gängigsten Park-Mythen auf.
Wer zuerst kommt, parkt zuerst?
Der Klassiker auf einem vollen Parkplatz: Zwei Autos steuern dieselbe Lücke an. Doch wem steht sie zu? „Das Vorrecht ist klar geregelt: Der Platz gehört demjenigen, der ihn als Erster erreicht“, erklärt der TÜV-Experte. Dieser Anspruch bleibt auch dann bestehen, wenn man kurz an der Lücke vorbeifahren muss, um rückwärts einzuparken, oder wartet, bis die Fläche frei ist. Schnoor betont jedoch: „Trotz klarer Rechtslage ist ein freundliches Handzeichen oft effektiver als ein langer Streit um Paragrafen.“
Reservieren verboten!
Mal eben die Begleitung aussteigen lassen, damit diese die Lücke freihält? Keine gute Idee. „Das Reservieren von Parkplätzen durch Fußgängerinnen und Fußgänger ist verboten“, so der Stationsleiter. Wer andere Autofahrende aktiv am Einparken hindert, begeht im Zweifel sogar eine Nötigung im Straßenverkehr.
Privatgrund: Hier gelten eigene Regeln
Besonders an Feiertagen weichen viele Ausflügler auf Supermarkt-Areale oder private Stellflächen aus. Hier ist Vorsicht geboten, Schnoor betont: „Auf Privatgrundstücken gilt nicht automatisch die StVO. Dort legt der Betreibende die Regeln fest.“ Wer das Kleingedruckte auf den Hinweisschildern übersieht, riskiert also kein Verwarngeld der Stadt, sondern eine meist deutlich höhere Vertragsstrafe des Eigentümers.
Aufgepasst: Oft wird hier bereits digital überwacht.
Kleine Fehler, teure Folgen: Typische Park-Irrtümer
Neben den direkten Konflikten rund ums Parken sorgen im stressigen
Ausflugsverkehr oft vermeintliche Kleinigkeiten für Ärger. Damit die gute Laune nicht am Bußgeld scheitert, räumt Schnoor mit verbreiteten Fehlannahmen auf:
- Fahrtrichtung beachten! „Geparkt wird grundsätzlich am rechten Fahrbahnrand in Fahrtrichtung“, erinnert der Stationsleiter. Ansonsten droht ein Verwarngeld. Ausnahmen bilden lediglich Einbahnstraßen oder Markierungen, die das Parken links explizit erlauben.
- Parkuhr defekt – was nun? Streikt der Parkscheinautomat, ist das kein Freifahrtschein für unbegrenztes Parken. Zwar darf man das Auto abstellen, jedoch nur bis zur angegebenen Höchstparkdauer. In diesem Fall ist eine korrekt eingestellte Parkscheibe zu verwenden.
- Zettel statt Parkscheibe? Ein handgeschriebener Hinweis mit der Aufschrift „Bin in fünf Minuten zurück“ hat rechtlich keinerlei Bestand. Auch wer die Parkscheibe vergisst oder unleserlich platziert, muss mit einem Knöllchen rechnen.
- Sonderfall Frauenparkplatz! Im öffentlichen Raum kennt die StVO keine geschlechterspezifische Trennung. Anders sieht es in privaten Parkhäusern aus. Schnoor: „Hier können Betreibende die Nutzung aufgrund ihres Hausrechts vorschreiben.“
Gelassenheit als wichtigster Begleiter
„Ein kurzer Blick auf die Beschilderung und gegenseitige Rücksichtnahme sparen am Ende oft mehr Zeit und Geld als der hartnäckige Streit um die letzte Lücke“, resümiert Schnoor. Wer die Spielregeln kennt und gelassen bleibt, vermeidet unnötigen Ärger – und kommt entspannter ans Ziel.
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