Pläne zur Sanierung der Zugbrückenstraße sorgen für Unmut – Gestrige Umweltausschuss-Sitzung ufert aus
Das ist nicht üblich bei gewöhnlichen Ausschuss-, und schon gar nicht bei Ortsratssitzungen: Die Alte Exerzierhalle war gestern Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Es handelte sich um eine ungewöhnliche Zusammenkunft – der Ausschuss für Klima, Umwelt, Verkehr und technische Dienste war zusammengelegt mit dem Ortsrat Klein Hehlen und dem Ortsrat Blumlage/Altstadt, zusätzlich war die Tagesordnung des reinen Umweltausschusses sehr lang.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen war es bemerkenswert, dass die Vorstellung des Sanierungskonzeptes für die Zugbrückenstraße durch Dipl.-Ing. Dirk Rother von der Celler Ingenieurgesellschaft Heidt + Peters mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen durfte. Eine Fragestunde aus den Reihen der Politik und Gäste war ebenfalls vorgesehen, weiterhin stand die Präsentation der Sanierungspläne des Galgenbergs auf der Agenda, für diesen Zweck war der Ortsrat Blumlage/Altstadt anwesend. Es gab also hinlängliche Gründe, einen straffen Zeitplan anzuwenden, doch dieses geschah nicht. Dirk Rother nahm sich viel Zeit für die Bestandsanalyse und die Darlegung der Bürgerbeteiligung, 29 Seiten des Referates beschäftigen sich allein mit diesen Themenbereichen, die übrigen zehn sind der Entwurfsplanung gewidmet.
Mit dieser Gewichtung untermauerte der Diplomingenieur die Aussagen von Stadtbaurätin Elena Kuhls zu Beginn der Veranstaltung: „Dieser Entwurf folgt einem Beteiligungsverfahren, wie wir es zuvor noch nicht durchgeführt haben.“ Es habe eine Onlinebefragung unter den Anwohnern gegeben, die ausgewertet wurde, daran schloss sich eine Anwohnerversammlung an. Sehr viele Hinweise und Eingaben seien in das Konzept, das nun vorgestellt werde, eingearbeitet worden, es handele sich um einen dynamischen Prozess. Von den Inhalten der Bürgerbeteiligung erhielten die Anwesenden in der Exerzierhalle einen Eindruck, Dirk Rother betonte nicht nur einmal, dass das Spektrum der Ideen, Wünsche und Vorschläge groß war. Damit nicht genug, um zu konkretisieren, hatte er sich etliche Beispiele herausgesucht und las diese vor.
Weder die Ausschuss-Vorsitzende Juliane Schrader noch ein Mitglied der Verwaltung schritt ein, mahnte die Zeit an. Offensichtlich war es dem Baudezernat, vertreten durch die Stadtbaurätin und Fachbereichsleiter Ulf Pohlmann, wichtig, dass sich die Message „Ja, wir haben Euch wahrgenommen!“ vermittelt. Nach Aussagen zahlreicher von den Umgestaltungsplänen Betroffener haben sich diese wohl Luft gemacht mittels E-Mails an die Verwaltung. Bei der sehr ausgedehnten und kleinteiligen Präsentation, die zudem für viele im Saal schwer zu erkennen und auch akustisch nicht optimal war, handelte es sich womöglich um eine Reaktion auf die Verlautbarung von Bürgeräußerungen, die beispielhaft auch im Saal deutlich wurden. Der Gesprächsbedarf scheint immens zu sein, die Wortmeldungen aus dem Ausschuss, dem Ortsrat und dem Publikum waren umfangreich. Ein Mitglied machte keinen Hehl daraus, dass ihm ein Dank für die Präsentation schwer fiele und fügte hinzu: „Wenn man so etwas macht, dann muss es doch eine Verbesserung für die Menschen sein.“ Ein Klein Hehlener aus dem Publikum sagte: „Die Planung ist nicht ausgereift.“ Er mahnte an, dass es einen politischen Beschluss zum Thema gibt.
Auf die Inhalte der Planung sowie die Kritikpunkte im Einzelnen wird in einem gesonderten Artikel eingegangen.
Die Zeitverzögerung konnte nicht kompensiert werden, nur ein Teil der weiteren Tagesordnungspunkte konnte behandelt werden. Und so fand an diesem Abend ein weiterer ungewöhnlicher Vorgang statt: Der Ausschuss vertagte sich auf kommenden Montag.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht
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