Klimaschutz in Celle: So positionieren sich die Oberbürgermeisterkandidaten
Die Celler Klimaplattform (CKP) hat den beiden Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Karin Abenhausen und Dr. Jörg Nigge, einen umfangreichen Fragenkatalog zu den Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Verkehr, Stadtentwicklung und Wärmewende vorgelegt. Ziel war es, die Positionen der Bewerber zu zentralen Zukunftsfragen für die Stadt Celle transparent zu machen.
Hintergrund der Befragung sind die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels, darunter häufigere Hitzeperioden, Herausforderungen bei der Wasserversorgung sowie die Notwendigkeit einer klimafreundlichen Energieversorgung. Nach Auffassung der CKP kommt den Kommunen bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen eine entscheidende Rolle zu.
Antworten von Karin Abenhausen
Karin Abenhausen beantwortete den Fragenkatalog zeitnah und ging auf die einzelnen Themenfelder ausführlich ein.
Beim Schutz des Baumbestandes sprach sie sich grundsätzlich für den Erhalt von Bäumen aus. Statt zusätzlicher ordnungsrechtlicher Vorgaben setzt sie jedoch vor allem auf eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung. Auch bei der Begrünung der Stadt befürwortet sie weitere Maßnahmen, plädiert dabei jedoch für ein Vorgehen mit Augenmaß.
Zur Verkehrswende unterstützt Abenhausen nach eigenen Angaben den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie ergänzende moderne Mobilitätsangebote. Zur Frage, ob der Ausbau sicherer Radwege Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr erfordern könne, äußerte sie sich nicht eindeutig. Für die Innenstadt kann sie sich vorstellen, den Durchgangsverkehr insbesondere aus der Schuhstraße und dem Großen Plan herauszuhalten.
In der Stadtentwicklung spricht sie sich gegen einen aus ihrer Sicht ungehemmten Ausbau neuer Wohn- und Gewerbeflächen aus, ohne sich auf konkrete Änderungen der Bauleitplanung festzulegen. Den Bau weiterer Einfamilienhäuser bewertet sie zurückhaltend und sieht den Erhalt des Karstadt-Gebäudes positiv.
Nach Angaben der CKP beantwortete Abenhausen die Fragen zum Hochwasserschutz sowie zur Wärmewende und zum erforderlichen Ausbau der Stromnetze nicht.
Antworten von Dr. Jörg Nigge
Der amtierende Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge beantwortete den Fragenkatalog nach Angaben der CKP erst nach einer Erinnerung.
In seiner Stellungnahme erklärt Nigge, dass die Vorbemerkungen der Klimaplattform bereits politische Bewertungen enthielten, die er nicht teile. Er betont, bei kommunalen Entscheidungen müssten ökologische, soziale, wirtschaftliche, finanzielle und städtebauliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und gegeneinander abgewogen werden.
Zu einzelnen Sachfragen nahm Nigge nur eingeschränkt Stellung. Er verwies darauf, dass sich die Entwicklung einer Stadt nicht auf einzelne Zielsetzungen reduzieren lasse. Eine detaillierte Beantwortung sämtlicher Fragen lehnte er ab und verwies stattdessen auf seine Entscheidungen und Aktivitäten während seiner bisherigen Amtszeit.
Einordnung der Celler Klimaplattform
Die Celler Klimaplattform bewertet die Antworten der beiden Kandidaten unterschiedlich. Während sie die Bereitschaft Abenhausens begrüßt, sich mit den einzelnen Themen auseinanderzusetzen, sieht sie bei mehreren Fragestellungen noch Konkretisierungsbedarf.
Bei Nigge kritisiert die CKP insbesondere, dass aus ihrer Sicht konkrete Aussagen zu einzelnen Maßnahmen fehlen und wichtige Zukunftsfragen nicht ausreichend behandelt werden. So fordert der Oberbürgermeister: „Vielmehr müssen ökologische, soziale, wirtschaftliche, finanzielle und städtebauliche Belange gleichermaßen berücksichtigt und verantwortungsvoll gegeneinander abgewogen werden.“ Zudem verweist die Klimaplattform auf Entscheidungen der vergangenen Jahre, die sie als nicht konsequenten Beitrag zum kommunalen Klimaschutz bewertet. Dazu zählen unter anderem Diskussionen über den Baumschutz, die kommunale Wärmeplanung sowie die Entwicklung des Karstadt-Areals.
Fazit
Die Befragung zeigt unterschiedliche Herangehensweisen der beiden Kandidaten an die kommunalen Herausforderungen im Klimaschutz. Während Karin Abenhausen die einzelnen Fragen überwiegend beantwortete und dabei ihre grundsätzlichen Positionen erläuterte, legte Dr. Jörg Nigge den Schwerpunkt auf eine übergeordnete Darstellung seiner politischen Grundsätze und verwies auf seine bisherige Amtsführung.
Mit der Veröffentlichung der Antworten möchte die Celler Klimaplattform den Bürgern eine Grundlage für die Meinungsbildung im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl geben.
Redakion
Celler Presse
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